Starker Schneefall führt zu zahlreichen Unfällen

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Wintereinbruch in der Region: So haben unsere Leser den Tag erlebt
Zahlreichen Unfälle auf den Straßen, jede Menge Schnee und ein bisschen Chaos. Der Wintereinbruch hat die Region eiskalt erwischt. Unsere Leser haben uns Videos von ihrem Tag geschickt.
Redaktionsleiterin

Am Montagmorgen, kurz vor 8 Uhr, deutete nur ein grauer Himmel darauf hin, dass es kein besonders schöner Tag werden würde. Wenige Minuten später brach ein Schneesturm über den gesamten Landkreis Tuttlingen herein – mit teils schwerwiegenden Folgen auf den Straßen.

„Das ging ruck-zuck: Innerhalb von zwei Minuten hatten wir eine geschlossene Schneedecke“, berichtet Jürgen Hieber vom Tuttlinger Wetterzeiger, einer Wetterstation in Möhringen. Acht Zentimter schneite es in dieser ersten Phase, dazu maß Hieber Windgeschwindigkeiten bis fast 64 Kilometer pro Stunde. „Stürmischer Wind“ heißt das auf der Wetterskala. Zum Vergleich: Bis zu 39 km/h spricht man noch von einer „frischen Brise“.

Nach einer Pause kamen noch einmal vier Zentimeter Neuschnee hinzu. Die Plusgrade sorgten allerdings dafür, dass der Schnee vielerorts auch schnell wieder taute.

129 Unfälle am Vormittag

Auf den Straßen bedeutete das aber keine Entspannung: Bis zum Mittag führte das Wetter zu zahlreichen Unfällen. „Viele Autofahrer hat es kalt erwischt“, teilt das Polizeipräsidium Tuttlingen mit. Zwischen 6 und 12 Uhr am Montagmorgen wurden insgesamt 129 Unfälle in den fünf Landkreisen des Präsidiums (Tuttlingen, Schwarzwald-Baar, Freudenstadt, Rottweil, Zollern-Alb) aufgenommen – allesamt waren wetterbedingt.

„Glücklicherweise ist bei der Mehrzahl der Unfälle nur Blechschaden entstanden“, heißt es weiter von der Polizei. Bei fünf Unfällen wurden Personen verletzt. Darüber hinaus waren es vor allem umgestürzte Bäume und querstehende Fahrzeuge, die für Probleme auf den Straßen sorgten. Mehr als 67 Notrufe zu wetterbedingten Behinderungen und Straßensperrungen verzeichnete das Lagezentrum der Polizei.

Im Einzelnen kann die Polizei zu den Unfällen noch nichts sagen. Augenzeugen berichten aber von verschiedenen Vorfällen, etwa auf der B 523 zwischen Tuttlingen und Schwenningen. Auf Höhe Wurmlingen und Talheim kam es zu Unfällen, an der Abfahrt nach Seitingen-Oberflacht stand ein Bus quer. Ein ähnliches Bild auf der B 14 Richtung Tuttlingen: Auf Höhe des Kreisverkehrs beim Seltenbacher Hof ging zeitweise nichts mehr. Lastwagen schlitterten über die Fahrbahn und blockierten die Straße.

Am Ortseingang Trossingen, auf der L 433 von Aldingen kommend, staute sich der Verkehr am Montagmorgen ebenfalls: An der Steigung Im Tal waren gleich mehrere Laster hängen geblieben. Selbst mit Ketten schafften sie den Anstieg erst, als ein Schneepflug die Gegenfahrbahn geräumt hatte und sie auf diese ausweichen konnten. Einige Autofahrer hatten ihre Autos in Nebenstraßen geparkt und waren zu Fuß in die Stadt unterwegs.

Unfälle mit Verletzten gab es auch auf der Kreisstraße bei Gunningen, auf der B 463 bei Haigerloch im Zollernalbkreis und auf der B 28 bei Pfalzgrafenweiler. Auf der A 81 wurde zeitweise Schrittgeschwindigkeit gefahren.

Für den März eigentlich „normal“

So überraschend der erneute Wintereinbruch für viele Verkehrsteilnehmer auch gewesen sein mag – eigentlich hatte er sich tags zuvor angekündigt, sagt Wetterexperte Jürgen Hieber, und zwar durch Temperaturen im Minusbereich. Diese sind für den Monat März auch nicht ungewöhnlich, meint Hieber. Nur weiß er auch: „Wir sind vom Februar verwöhnt worden.“ Vor einer Woche hatte es noch 20 Grad.

Wer dem neuerlichen Winter nichts abgewinnen kann, der darf zumindest zuversichtlich auf die kommenden Tage schauen: Auch wenn es am Dienstag nochmal kalt und damit glatt werden kann, soll es am Wochenende wärmer werden. Wohlige elf bis zwölf Grad stehen in der Prognose.

Sicher Autofahren im Winter

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