Seit 1. Januar hat Klink einen Teil des Regionalbusverkehrs im Landkreis Konstanz übernommen - nun will das Landratsamt die Zus
Seit 1. Januar hat Klink einen Teil des Regionalbusverkehrs im Landkreis Konstanz übernommen - nun will das Landratsamt die Zusammenarbeit frühzeitig beenden. (Foto: Carsten Rehder)
Schwäbische Zeitung
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Beim Landratsamt Konstanz sind in den ersten dreieinhalb Wochen des Jahres rund 2000 Beschwerden über die neuen Busverbindungen eingegangen. Nun zieht der Kreis die Notbremse: Die Verwaltung will der Firma Stadtbus Tuttlingen Klink GmbH den Auftrag entziehen, meldet das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Zum 1. Januar 2020 hatte das Tuttlinger Unternehmen, das zur Firmengruppe Rainer Klink gehört, den Regionalbusverkehr im Raum Singen, Engen und Radolfzell übernommen. Für die Erfüllung des Vertrags, der zunächst auf sieben Jahre befristet war, brauchte Klink nach eigenen Angaben 40 neue Busse und 60 zusätzliche Fahrer.

Doch vor allem die Linie 400 von Stockach nach Singen stellte sich als einer der Brennpunkte heraus. Laut Landratsamt Konstanz gab es bis zum 21. Januar die Meldung über 107 Fahrausfälle und 63 Verspätungen in diesem Bereich. Vor allem im Schülertransport war der Aufschrei groß. Die Kinder seien vielerorts an den Haltestellen stehen geblieben, weil die Busse nicht gekommen seien. Bemängelt wurden mangelnde Ortskenntnisse der Busfahrer, fehlende Richtungsanzeigen sowie falsche Fahrplanaushänge oder Abfahrtszeiten.

Nun will die Kreisverwaltung diesen problematischen Teil selbst übernehmen – laut Landratsamt Konstanz „scheint eine Entspannung der Situation mit der Firma Klink nicht absehbar“. Eine Absichtserklärung, dass das Unternehmen aussteigt und der Landkreis einen eigenen Verkehrsbetrieb gründen will, sei bereits unterzeichnet. Finanziert werden soll der Verkehsbetrieb mit den für das Unternehmen Klink kalkulierten Kosten von 9,1 Millionen Euro pro Jahr. Doch zunächst muss der Konstanzer Kreistag diesen Plänen zustimmen – die Sitzung ist am 10. Februar.

Aktuell prüfe das Landratsamt die Bücher und Finanzierungspläne der Firma Klink, denn der Landkreis sei auch daran interessiert, rund 20 Fahrzeuge des Unternehmens zu übernehmen und zehn bis 15 der der bestellten Neufahrzeuge, ebenso einen Teil der Busfahrer. Die Personalsuche hatte das Unternehmen Klink auch nach Griechenland und Rumänien geführt. Ihnen seien Sprachkurse bezahlt worden, hieß es.

Doch die Probleme häuften sich, Busfahrer beklagten sich über die Arbeitsbedingungen. Bei einem Unfall in Gottmadingen ist ein Schaden von etwa 50 000 Euro entstanden, als der 23-jährige Lenker des Linienbusses mit dem Gelenkfahrzeug auf das Heck eines geparkten Wagens fuhr. Laut Polizeibericht ergab die Überprüfung des Unfallverursachers, dass dieser offensichtlich erkrankt und übermüdet war sowie möglicherweise Medikamente eingenommen hatte.

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