SpVgg schlägt sich gegen Reutlingen wacker

Lesedauer: 7 Min

Der Mühlheimer Schlussmann Markus Gerstner streckt sich vergebens: Tor für den SV Erlaheim.
Der Mühlheimer Schlussmann Markus Gerstner streckt sich vergebens: Tor für den SV Erlaheim. (Foto: Roland Habel)
Sportredakteur
Reiner Neff und Hans Herrmann

Pokalaus für die SpVgg Trossingen und den VfL Mühlheim, erfolgreicher Saisonstart für den SV Geisingen: In der Nachspielzeit lesen Sie über eine zufriedene Spielvereinigung, einen verärgerten Trainer und einen hoffnungsvollen Nachwuchsstürmer.

Aus vier mach eins: Kräftig dezimiert wurde das Feld der Starter aus dem Bezirk Schwarzwald in der ersten Runde des WFV-Pokals. Nur Landesliga-Aufsteiger FV 08 Rottweil (4:0 beim FC Pfeffingen/Kreisliga A, Bezirk Zollern) schaffte den Sprung in die zweite Runde. Am Dienstag hat Landesligist VfB Bösingen, der beim Ligakonkurrenten Spfr. Gechingen spielt, noch die Möglichkeit, die nächste Runde zu erreichen.

Obwohl die SpVgg Trossingen gegen den Oberligisten SSV Reutlingen ohne die Stammkräfte Stefano Losardo (Tor), Torjäger Dimitri Stroh, Eugen Walter und Artur Anselm antreten musste, verkaufte sie sich gut. So war auch Piero Losardo, der für das im Urlaub weilende Trainerduo Mario Bibic und Rosario Vetere an der Seitenlinie die Kommandos gab, mit der Vorstellung zufrieden. „Wir haben es über weite Strecken gut gemacht. Auch wenn die Niederlage etwas niedriger hätte ausfallen können, hat die Mannschaft gekämpft und alles gegeben. Schön wäre es gewesen, wenn wir noch den Ehrentreffer erzielt hätten, weil sich die Mannshcaft den verdient gehabt hätte,“, sagte Losardo.

Für die Spielvereinigung ist das Kapitel WFV-Pokal für diese Runde nun beendet, doch am kommenden Sonntag, 16 Uhr, gastieren die Musikstädter in der ersten Runde des Bezirkspokals, in dem sie Titelverteidiger sind, beim SC 04 Tuttlingen II.

Unterm Strich war das Spiel gegen den SSV Reutlingen für den Bezirksligisten ein tolles Erlebnis. Vor allem der Reutlinger Anhang sorgte für eine tolle Stimmung unter den 350 Zuschauern. Da der Oberligist rund 50 Ultra-Fans mitgebracht hatte, informierten die Trossinger Verantwortlichen vorsorglich die Polizei, die dann auch mit einigen Beamten vor Ort war. Doch alles lief von der ersten bis zur letzten Minute in geordneten Bahnen.

Die Fangesänge verstummten nur kurz vor dem Anpfiff, als eine Gedenkminute für die Frau von Vorstandsmitglied Matthias Geist, Simone Geist, die mit 40 Jahren gestorben ist, abgehalten wurde. Aus diesem Grunde spielte Trossingen mit Trauerflor.

Schlechte Urlaubsplanung

Der Mühlheimer VfL-Trainer Andreas Probst war nach der 2:3-Niederlage im Verbandspokal beim Zollern-Bezirksligisten SV Erlaheim enttäuscht: „Die Laune bei mir war im Keller. Ich hatte noch am Sonntag einen richtigen Hals“, hatte ihm das frühe Ausscheiden die Stimmung verdorben. „Von 16 Spielern im Landesliga-Kader waren elf Spieler nicht da“, kritisierte er zwar nicht den Urlaub (Probst: „Die Spieler brauchen den Urlaub“) aber deren Planung. Probst: „In der ersten Hälfte war die Leistung katastrophal. Gerade unsere A-Junioren waren nach guten Leistungen in Testspielen nun im ersten Pflichtspiel nervös und extrem angespannt. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Dennoch hätten wir das Spiel gewinnen müssen, obwohl Erlaheim aggressiv gespielt hat.“

In dieser Woche kehren beim Landesliga-Aufsteiger wieder mehrere Spieler aus dem Urlaub zurück. Für den nächsten Samstag sucht Probst einen Testspiel-Gegner, da seine Mannschaft im der zweiten WFV-Pokalrunde nicht mehr dabei ist. Bei einem Weiterkommen in Erlaheim wäre der Gegner der FV 08 Rottweil gewesen. „Das hätten wir gewinnen können und hätten dann in der dritten Runde bei etwas Losglück einen attraktiven Gegner aus der Regionalliga oder sogar dritten Liga bekommen können“, ärgert sich der Coach über das Ausscheiden. Probst: „Sicher haben wir mal einen Dämpfer gebraucht, aber das musste nicht unbedingt im Verbandspokal sein.“

Helden geboren

Im ersten Landesligaspiel in der Vereinsgeschichte des SV Geisingen sind beim 2:0-Sieg gegen den FC Schonach gleich zwei Helden geboren worden. Die Fans feierten den 19-jährigen zweifachen Torschützen Fabian Federle, ein Geisinger Eigengewächs. Beim letztjährigen Torjäger der A-Jugend der FS Geisingen, die er mit 52 Toren in der Bezirksliga zur Meisterschaft schoss, war in den Vorbereitungsspielen noch viel Sand im Getriebe, und er war ohne Treffer geblieben. Aber gleich im ersten Punktspiel platzte der Knoten, und der bodenständige Angreifer unterstrich sein Talent. Mit Torhüter Alkall Fadera stand ein Neuzugang im Mittelpunkt. Der 31-jährige Keeper, der vom Kreisliga-A2-Vertreter TuS Oberbaldingen gekommen ist, hielt den Aufsteiger mit tollen Paraden im Spiel.

„Die ganze Mannschaft bewies Moral und kämpfte bis zum Umfallen“, zeigte sich Geisingens Spielertrainer Marijan Tucakovic, der mit viel Laufarbeit und Spielübersicht immer voran ging, besonders mit dem Teamgeist zufrieden. Kein Verständnis findet er für den ungewöhnlich frühen Saisonauftakt. Tucakovic: „Wir können urlaubsbedingt erst am vierten Spieltag auf unseren kompletten Kader bauen.“ Gegen Schonach fehlten ihm sechs Spieler.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen