„Sperrungen sind Vorsichtsmaßnahmen“

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 Arno Specht
Arno Specht (Foto: val)
Schwäbische Zeitung

Bei drei Fußgängerbrücken im Tuttlinger Stadtgebiet gibt es aktuell Probleme: Die Schafmarktbrücke in Möhringen ist im Moment nur ein Provisorium, eine Brücke im Koppenland ist gesperrt und seit Montag nun auch der Rathaussteg. Unsere Redakteurin Dorothea Hecht fragte deswegen bei Stadtsprecher Arno Specht nach.

Herr Specht, sind die Tuttlinger Brücken doch nicht so sicher wie gedacht?

Eines gleich vorneweg: Alle Sperrungen waren Vorsichtsmaßnahmen im Interesse der Sicherheit. Keine der Brücken stand unmittelbar vor dem Einsturz, auch wer sie noch kurz vor der Schließung passierte, war nicht in Gefahr. Damit dies so bleibt, gibt es regelmäßige Kontrollen: Alle sechs Jahre eine Hauptprüfung, alle drei Jahre einfache Prüfungen, Holzbrücken werden sogar jedes Jahr geprüft. Diese Regeln gelten für alle 60 Brücken in der Stadt. Und wenn wir dann zwischen den Prüfungen auf eventuelle Schäden aufmerksam gemacht werden, gehen wir dem umgehend nach und handeln entsprechend - wie jetzt beim Rathaussteg.

In der Begründung für die Sperrung des Rathausstegs hieß es, dass Wasser ins Gebälk eingedrungen sei. Wie konnte das passieren – muss eine Brücke über die Donau nicht „wasserfest“ sein?

Jedes Bauwerk – egal ob Brücke, Straße oder Haus – ist der Witterung ausgesetzt. Davor wird es so gut wie möglich geschützt. Aber kein Schutz ist absolut. Und jedes Bauwerk kann irgendwann schadhaft werden. Ein offenes Holztragwerk wie beim Rathaussteg mit vielen Winkeln und Kanten bietet auch mehr Angriffspunkte als eine glatte und verputzte Fassade. Deshalb wird diese Brücke auch jährlich geprüft - zuletzt Ende 2017. Auch war ja bereits eine Teilsanierung vorgesehen.

Wie oft werden die Brücken in der Stadt auf ihre Standfestigkeit überprüft? Gibt es Konsequenzen aus den aktuellen Problemen, schaut man sich die anderen Brücken jetzt nochmal genauer an?

Wie bereits erwähnt: Alle drei Jahre, Holzbrücken jährlich. Vor dem aktuellen Hintergrund wird der Fachbereich Tiefbau gemeinsam mit Fachbüros sämtliche Brücken noch einmal ansehen.

Kürzlich sagten Sie unserer Zeitung, die Stadt investiere jährlich 150 000 Euro in die Instandhaltung der Brücken. Reicht dieser Betrag angesichts der Schäden aus?

Die 150 000 Euro sind nur der Betrag, der für die regulären Prüfungen und einfache Instandhaltungsarbeiten vorgesehen ist. Sanierungen oder Neubauten müssen extra kalkuliert werden. Im kommenden Jahr werden wir hier einiges ausgeben – für die neue Schafmarktbrücke, den Koppenlandsteg und jetzt möglicherweise auch noch der Rathaussteg. Unserer Kämmerer, Uwe Keller, hat gerade die spannende Aufgabe, das alles in den Haushalt 2019 einzubauen – die internen Vorberatungen laufen gerade.

Bis wann sind die drei Brücken für Fußgänger wieder begehbar?

Die neue Schafmarktbrücke wird im Frühjahr 2019 gebaut, zu Beginn der Radsaison wird sie fertig sein. Für den Koppenlandsteg gibt es erste Konzepte, auch dort wird 2019 gebaut. Zum Rathaussteg kann ich derzeit noch nichts sagen – die Untersuchungen laufen noch.

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