Viele der kleinen Bankfilialen öffnen nur noch nach telefonischer Absprache. An den SB-Terminals sind Abhebungen und Überweisun
Viele der kleinen Bankfilialen öffnen nur noch nach telefonischer Absprache. An den SB-Terminals sind Abhebungen und Überweisungen in der Regel 24 Stunden am Tag möglich. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)
Ingeborg Wagnerund Regina Braungart

Stand heute liegen der Kreissparkasse Tuttlingen aufgrund der Corona-Krise rund 300 Anfragen von Unternehmen und Betrieben für liquiditätsstützende Maßnahmen vor: „Wir werden im Sinne unseres öffentlichen Auftrags unsere Unternehmen und die Wirtschaftsstruktur im Landkreis mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln stützen“, so Sparkassen-Chef Markus Waizenegger. Die internen Prozesse seien an die aktuelle Lage angepasst worden, „sodass wir davon ausgehen, dass unsere Beratungsteams in den allermeisten Fällen schnelle Lösungen für die Kunden finden“. Er spricht dabei vor allem Anträge für das erste Hilfspaket des Bundes und des Landes Baden-Würtemberg an. Doch auch wenn die Förderbanken in der Mehrzahl der Fälle Bürgschaften zur Verfügung stellen würden, werde es ohne eine signifikante Risikoübernahme durch die Kreissparkasse nicht gehen, erklärt Waizenegger.

Den gestiegenen Informationsbedarf der Firmenkunden stellt auch die Volksbank fest, bestätigt Gerd Oßwald, Leiter Vertriebsmanagement. „Die Nachfragen sind da, wir stehen als verlässlicher Partner zur Seite.“ Zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden laufe dabei vieles telefonisch und per Videoschaltung ab.

Thomas Albiez, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, betont: „Corona ist für die Südwestwirtschaft rasend schnell zum absoluten Prüfstein geworden.“ Viele Betriebe seien im Stillstand und bräuchten sofort Unterstützung, denn die Kosten laufen weiter und Fachkräfte müssen bestmöglich gehalten werden. Albiez: „Unsere Kammern haben alle Kräfte mobilisiert, um am Mittwoch in die Umsetzung bei den Soforthilfen zu gehen.“ Mit dem Soforthilfeprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau werden gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige der Freien Berufe, die sich infolge der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden und massive Liquiditätsengpässe erleiden, mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt (wir berichteten). Die Unterstützung reicht von 9000 Euro für antragsberechtigte Selbstständige mit bis zu fünf Beschäftigten und bis zu 30 000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten. (sz)

Weitere Informationen:

www.bw-soforthilfe.de

Die Kreissparkasse Tuttlingen wird ab Mittwoch dieser Woche 23 der 28 Standorte im Landkreis nur noch nach telefonischer Anmeldung für Kunden zugänglich machen, teilt Heiko Lorenz, Leiter Vorstandssekretariat der Kreissparkasse Tuttlingen, mit. Die Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar hat zum Thema Änderungen bei den Öffnungszeiten für Mittwoch eine Mitteilung angekündigt.

„Noch sind alle Filialen der Volksbank offen“, erklärt Gerd Oßwald, Leiter Vertriebsmanagement bei der Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar. Ein Update dieser Regelung wird es noch diese Woche geben – damit wird die Volksbank wohl ähnliche Schritte wie die Kreissparkasse einleiten.

Dort heißt es: Als Ergebnis der politischen Appelle, die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, und des seit Samstag geltenden Kontaktverbots, nehme die Kreissparkasse einen deutlichen Rückgang der Besuche in den Geschäftsstellen wahr. „Auf die geringen Besuchszahlen und den gestiegenen Anforderungen zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter reagiert die Kreissparkasse mit Einschränkungen des Publikumsverkehrs“, so eine Pressemitteilung der Bank.

In den großen Direktionsstandorten in Tuttlingen, Trossingen, Spaichingen, Gosheim und Mühlheim stehen die Türen während den Öffnungszeiten nach wie vor offen. Ab sofort dürfen sich aber nur noch drei Kunden gleichzeitig darin aufhalten. „Sollten im Servicebereich einmal mehr als drei Menschen sein, bitten wir unsere Kunden, vor der Geschäftsstelle einen Moment zu warten“, so Markus Waizenegger, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Tuttlingen.

In den kleineren Geschäftsstellen sei ein persönlicher Service, „um dringende Angelegenheiten zu klären oder Bargeld ein- oder auszuzahlen zu den bestehenden Vormittags-Öffnungszeiten nach telefonischer Anmeldung weiterhin möglich“. Das heißt im Umkehrschluss: Ansonsten bleiben die Türen zu. Überweisungen und Bargeldabhebungen könnten darüber hinaus rund um die Uhr an 38 SB-Standorten und insgesamt 53 Geldautomaten im Landkreis erfolgen.

Denn die wichtigste Vorsichtsmaßnahme in der Corona-Krise sei es, auf körperlichen Abstand zu gehen. Das dürfte im Sinne der Beschäftigten sein. Mit ihren Ängsten vor einer Ansteckung hatten sich Mitarbeiter der Kreissparkasse an diese Zeitung gewandt: Gerade in den Zweigstellen der Kreissparkasse, die an den Servicepunkten keinen Schutz hätten, sei die Verunsicherung groß, berichteten Insider. Sie vermissten die Fürsorge, etwa durch das Anbringen von Spuckschutz-Glaswänden oder Ähnlichem. „Wenn wir zum Beispiel Kunden die Funktionen auf dem Handy erklären wollen, sind wir weniger als 50 Zentimeter an den Kunden dran“, sagt ein Mitarbeiter. In Zeiten, in denen zum Beispiel Bargeldzahlungen an anderen Stellen eingestellt werden, wie beim Landratsamt, kämen diese Leute zur Sparkasse und wollten ein Konto eröffnen.

Manche Kunden seien einfach auch problematisch, weil sie die Sicherheitsregeln nicht einsehen würden. Die Mitarbeiter hätten dabei nicht primär Angst um sich selbst, sondern um Angehörige, die zu den Risikogruppen gehören, so der Insider. Die Folge: Sie hätten keine andere Wahl, als zu Hause zu bleiben.

Heiko Lorenz weist dagegen auf die getätigten Sicherheitsvorkehrungen wegen der Corona-Krise hin: In jeder Geschäftsstelle seien Service- und Kassenplätze kurzfristig mit einem Plexiglasschutz der Firma Meihack ausgestattet worden. „Der zwingend notwendige persönliche Service erfolgt damit ausschließlich über die geschützten Serviceplätze oder über die bestehenden, verglasten Kassen“, schreibt die Sparkasse. Zudem würden Kunden gebeten, einen Mindestabstand von zwei Metern zu den Mitarbeitern und Kunden einzuhalten.

Beide Institutionen – Kreissparkasse und Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar – weisen darauf hin, dass die Geschäftsräume und SB-Geräte regelmäßig intensiv gereinigt würden. „Derzeit ist unser Reinigungspersonal verstärkt unterwegs“, erklärt Oßwald. Desinfektionsmittel seien vorhanden.

Stand heute liegen der Kreissparkasse Tuttlingen aufgrund der Corona-Krise rund 300 Anfragen von Unternehmen und Betrieben für liquiditätsstützende Maßnahmen vor: „Wir werden im Sinne unseres öffentlichen Auftrags unsere Unternehmen und die Wirtschaftsstruktur im Landkreis mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln stützen“, so Sparkassen-Chef Markus Waizenegger. Die internen Prozesse seien an die aktuelle Lage angepasst worden, „sodass wir davon ausgehen, dass unsere Beratungsteams in den allermeisten Fällen schnelle Lösungen für die Kunden finden“. Er spricht dabei vor allem Anträge für das erste Hilfspaket des Bundes und des Landes Baden-Würtemberg an. Doch auch wenn die Förderbanken in der Mehrzahl der Fälle Bürgschaften zur Verfügung stellen würden, werde es ohne eine signifikante Risikoübernahme durch die Kreissparkasse nicht gehen, erklärt Waizenegger.

Den gestiegenen Informationsbedarf der Firmenkunden stellt auch die Volksbank fest, bestätigt Gerd Oßwald, Leiter Vertriebsmanagement. „Die Nachfragen sind da, wir stehen als verlässlicher Partner zur Seite.“ Zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden laufe dabei vieles telefonisch und per Videoschaltung ab.

Thomas Albiez, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, betont: „Corona ist für die Südwestwirtschaft rasend schnell zum absoluten Prüfstein geworden.“ Viele Betriebe seien im Stillstand und bräuchten sofort Unterstützung, denn die Kosten laufen weiter und Fachkräfte müssen bestmöglich gehalten werden. Albiez: „Unsere Kammern haben alle Kräfte mobilisiert, um am Mittwoch in die Umsetzung bei den Soforthilfen zu gehen.“ Mit dem Soforthilfeprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau werden gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige der Freien Berufe, die sich infolge der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden und massive Liquiditätsengpässe erleiden, mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt (wir berichteten). Die Unterstützung reicht von 9000 Euro für antragsberechtigte Selbstständige mit bis zu fünf Beschäftigten und bis zu 30 000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten. (sz)

Weitere Informationen:

www.bw-soforthilfe.de

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen