Spaichinger Langläufer erleben schwierige Vorbereitung

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Die beiden Spaichinger Skilangläufer Christian und Florian Winker haben keine einfache Saisonvorbereitung hinter sich. Für die beiden Studenten, die keinem Kader angehören, hatten zuletzt ihre berufliche Ausbildung in den Vordergrund gestellt. Während Florian Winker seine Bachelorarbeit fertiggestellt hat, nahm Christian Winkler eine Teilzeitstelle als Skitechniker beim Behindertenskiverband an. Doch auch sportlich waren beide erfolgreich.

Mit Christian Winkers Tätigkeit verbunden waren umfangreiche Materialtests mit Blick auf die Behinderten-WM im Januar in Lillehammer und die Paralympics im März in Peking. Mehrere Wochen in diesem Herbst verbrachte er so auf dem Dachsteingletscher und vor allem in Livigno. Inzwischen ist Christian Winker leitender Skitechniker beim Paraskiverband für die nordischen Disziplinen und wird in Peking vor Ort für das optimale Material sorgen. Neben dieser Tätigkeit bleibt ihm auch noch genügend Freizeit für eigenes Training. Außerdem hat der Spaichinger seine die B-Lizenz als Trainer im Skilanglauf erworben. Ein Highlight dieser Ausbildung war sicher die Hospitation bei der russischen Nationalmannschaft mit dem international erfolgreiche Trainer Markus Cramer.

Bei den Leistungskontrollen des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) im Sommer und Herbst konnten beide zeigen, dass sie konditionell mit den Kaderläufern mithalten können. Die Laufstärke von Florian Winker war bekannt, so verbesserte er beim DSV-internen Test seine 3000-Meter-Zeit auf 8:54 Minuten und war nur eine Sekunde langsamer als der schnellste Läufer. Auch im Crosslauf in Oberhof, bei der zentralen Leistungskontrolle, konnte er sich als Fünfter unter den Kaderläufern behaupten. Zu seinem Leidwesen konnte er beim Skirollerwettkampf nicht starten. Im Training Wochen zuvor hatte er sich bei einem Sturz im Rollskitraining die Schulter ausgekugelt und musste den Arm schonen.

Bei zwei FIS-Rennen Anfang Dezember in Santa Caterina und in Seefeld ging es darum, sich auch im DSV für weitere internationale Einsätze zu empfehlen. Florian Winker war aber krank und konnte nicht starten. Christian Winker verlor im Distanzrennen in Santa Caterina über 15 Kilometer drei Minuten auf den Sieger Maurice Manificat, seines Zeichens Top-10-Läufer im Weltcup. In Seefeld über zehn Kilometer betrug der Rückstand 2:30 Minuten und reichte ebenfalls zu einer respektablen Platzierung im Mittelfeld. In Seefeld wurden auch die Startplätze für den Weltcup in Dresden vergeben. Christian Winker zeigte im Prolog eine starke Leistung, die Qualifikation verpasste er nur um fünf Sekunden.

Vor Weihnachten hätte in Luzern noch die Winteruniversiade stattfinden sollen mit den Laufwettbewerben in Goms, coronabedingt vom März auf den Dezember verschoben. Christian und Florian Winker waren aufgrund der Leistungen des Vorjahres qualifiziert. Zwei Wochen zuvor wurde die Veranstaltung, zu der 1400 Sportler gekommen wären, endgültig abgesagt.

Nachdem sich der Winter in unseren Breiten vorerst verabschiedet hat, ist die weitere Entwicklung ungewiss. Bevor es zu den Paralympics nach Peking geht, hat Christian Winker noch den Start beim 100-Kilometer-Rucksacklauf von Schonach zum Belchen geplant. Als Sieger von 2019 hat er an dieses Rennen noch die besten Erinnerungen.

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