Spöri: „Wir kommen langsam in Tritt“

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 David Schalk (14) überwand mit diesem Schuss Philipp Herzog im Tor der SG Liptingen/Emmingen zum 1:0 für den SC B.A.T.
David Schalk (14) überwand mit diesem Schuss Philipp Herzog im Tor der SG Liptingen/Emmingen zum 1:0 für den SC B.A.T. (Foto: hkb)
Sportredakteur
Markus Peiker

Über einen zufriedenen und einen unzufriedenen Fußballtrainer sowie über glückliche Rottweiler Fußballer lesen Sie heute in der Nachspielzeit.

Es war kein Fußball-Leckerbissen, den die Akteure am Sonntag beim 1:1 des SC Buchheim/Altheim/Thalheim und der SG Liptingen/Emmingen in der Kreisliga A 2 Bodensee den Zuschauer präsentierten. „Das Spiel hat sich dem Wetter angepasst“, meinte nach der Partie ein in die Jahre gekommener Gäste-Zuschauer, der in seiner aktiven Zeit beim damaligen FC 08 Tuttlingen für technische Finesse und spielerischen Glanz stand.

Bei kühlen Temperaturen und aufkommendem Nebel erwärmte das Spiel in Buchheim wahrlich nicht. SC-Trainer Dirk Spöri war es egal: „Ich denke, es ist ein gerechtes 1:1. Der Punkt tut uns gut. In der ersten Hälfte waren wir die bessere Mannschaft, in der zweiten Hälfte hat Liptingen/Emmingen mächtig Druck gemacht. Das Spiel war von vielen Zweikämpfen geprägt und hat sich vornehmlich im Mittelfeld abgespielt. Bei unseren Freistößen waren wir zu wenig effektiv.“

Seine Mannschaft blieb im vierten Spiel in Folge ungeschlagen und arbeitet sich langsam aus dem Tabellenkeller. Spöri: „Am Saisonanfang haben wir auch schon gut gespielt, aber nicht gepunktet, oftmals knapp und unglücklich verloren. Doch jetzt kommen wir langsam in Tritt.“ Zuletzt gab es vor dem 1:1 gegen die SG L/E 2:1-Auswärtssiege beim SV Orsingen-Nenzingen und dem FC Schwandorf/Worndorf/Neuhausen. „Wir haben jetzt innerhalb von sieben Tagen drei Spiele gehabt und sieben Punkte geholt. Ich bin mehr als zufrieden.“

„Das war nix“

Das konnte Andreas Wetzel, Trainer der SG Liptingen/Emmingen, nicht von sich behaupten. „Das war keine gute Leistung von uns. Wir sind von der ersten bis zur letzten Minute nicht ins Spiel gekommen. Das war nix, das können wir normal anders“, meinte der selbstkritische Coach nach der Partie. Seine Mannschaft war zwar über weite Strecken optisch überlegen, kam aber kaum einmal gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Es fehlten die Ideen und die Laufbereitschaft, um die gut stehende Abwehr der Gastgeber in Verlegenheit zu bringen. Auch viele Standardsituationen verpufften. Allein in der 60. Minute gab es drei Eckstöße in Folge, die allesamt nichts einbrachten.

Wetzel: „Wir haben uns keine Chancen herausgespielt, uns immer wieder vorne festgedribbelt.“ Der Coach monierte auch die Einstellung: „Vielleicht haben wir gedacht, okay, dass ist der SC B.A.T., das läuft von allein. Wir waren nicht konzentriert genug, nicht zu 100 Prozent bei der Sache. Die vielen Abspiel- und Stoppfehler lagen nicht nur an den Platzverhältnissen.“

In der Tabelle ist die SG Liptingen/Emmingen, die lange Zeit in der Spitzengruppe zu finden war, mittlerweile auf den sechsten Platz zurückgefallen. Aus den letzten fünf Spielen gab es nur einen Sieg.

Rottweil bejubelt zweiten Sieg

Leichtes Aufatmen beim FV 08 Rottweil. Der Landesliga-Aufsteiger feierte beim 4:2 gegen den TSV Ofterdingen den zweiten Saisonsieg, gleichbedeutend mit dem zweiten Heimsieg und darf im Tabellenkeller wieder leichte Hoffnung schöpfen. So kam den Schwarz-Gelben auch das 2:2 zwischen der SpVgg Holzgerlingen und der SG Ahldorf/Mühlen gelegen, da sich beide Mitkonkurrenten im Abstiegskampf die Punkte gegenseitig wegnahmen.

„Für uns war dieser Sieg von enormer Bedeutung. Die Mannschaft hat gesehen, dass es geht, wir haben in der Schlussphase weiter an uns geglaubt und noch zwei Tore erzielt. Ich hoffe, dass uns dieser Sieg für die kommenden Wochen Selbstvertrauen gibt“, purzelten bei Rottweils Trainer Uli Fischer einige Steine vom Herzen, als der Sieg unter Dach und Fach war. Übrigens der erste Landesliga-Sieg für Fischer in der Ära FV 08 Rottweil (als Trainer), denn beim ersten Saisonsieg am zweiten Spieltag (2:0 gegen Gechingen) weilte der Rottweiler Cheftrainer im Urlaub und wurde vom sportlichen Leiter Marc Digeser auf der Trainerbank vertreten.

Vier Tore in einem Spiel erzielt zu haben, bedeuteten auch den bisherigen Bestwert für die Schwarz-Gelben. So fielen die zwei Gegentore dieses Mal nicht so negativ ins Gewicht, wenn auch die Defensive weiter die Achillesferse beim Aufsteiger bleibt, denn 42 Gegentore in zwölf Spielen sind schon eine große Hypothek. Uli Fischer. „In der Defensive müssen wir stabiler werden, denn sonst wird es verdammt schwer, den Klassenerhalt zu schaffen.“

Aufatmen gab es bei den Rottweilern schon vor dem Spiel, als klar war, dass Simon Kläger, trotz seiner Knieprellung aus dem Spiel in Böblingen auflaufen konnte. Wie wertvoll der Mittelfeldantreiber für den Aufsteiger ist, zeigte er nicht nur beim 3:2-Führungstreffer in der 85. Minute, wo er mit dem Kopf zur Stelle war, sondern auch über die gesamten 90 Minuten mit seiner Dynamik und der Präsenz auf dem Platz.

In den kommenden beiden Auswärtsspielen (bei der SpVgg Holzgerlingen und bei der SG Ahldorf/Mühlen) und dann im Heimspiel gegen den VfL Mühlheim steht der Aufsteiger vor ganz wichtigen Spielen im Kampf um den Klassenerhalt.

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