Spätestens am Sonntag ist L 277 wieder offen

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Viel getan hat sich entlang der L 277 kurz vor dem Ortseingang Nendingen. Doch dafür mussten die Autofahrer eine Woche lang eine
Viel getan hat sich entlang der L 277 kurz vor dem Ortseingang Nendingen. Doch dafür mussten die Autofahrer eine Woche lang einen weiten Umweg in Kauf nehmen. (Foto: Fotos: Simon Schneider)
Simon Schneider

Gute Nachrichten für alle Autofahrer: Die Arbeiten am Steinbruch entlang der Landesstraße 277 zwischen Tuttlingen und Nendingen liegen im Zeitplan. Der Verkehr soll spätestens am Sonntag wieder rollen. Wegen Sicherungsmaßnahmen am Steinbruch aufgrund von Fällarbeiten wegen des Eschesterbens ist die L 277 seit dem 3. August voll gesperrt.

„Eine Verzögerung gibt es keine. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan. Im Laufe des Sonntags wird die Straße definitiv wieder für den Verkehr wie vorgesehen freigegeben sein“, betonte der verantwortliche Projektleiter Michael Hager von der städtischen Forstverwaltung und fügte vorsichtig hinzu: „Verlaufen die restlichen Arbeiten problemlos, wird gegebenenfalls die Straße auch schon früher geöffnet.“

Einige Fahrzeuge seien an den ersten beiden Tagen trotz Vollsperrung „unverantwortlich“ über die L 277 gefahren. Ansonsten hätte es aber keine Probleme mit Verkehrsteilnehmern gegeben, wie Hager sagte.

Die Firma Hochleitner aus Bodman-Ludwigshafen entfernte zunächst auf beiden Flächen des Steinbruchs die Bäume. Mit speziellen Maschinen und Techniken wie eine ferngesteuerte Raupe arbeiteten sich die Experten im Zuge der Fällarbeiten den Hang nach unten. „Sie konnten bis zu drei Bäume gleichzeitig hochziehen, somit gingen die Arbeiten ziemlich zügig voran“, betonte Hager. Im unteren Hangbereich, wurde schließlich jeder Baum einzeln nach oben gezogen. „Bei der Fällung wurde darauf geachtet, dass der Boden bedeckt bleibt. Auf diese Weise bleibt der Erosionsschutz erhalten“, merkte Hager mit Blick auf Geröllabgang und der damit verbundenen Hangsicherung an. „Jetzt sind wir sicherer als vorher“, sagt Hager. Letztlich ergab die gesamte Fällung rund 600 Festmeter Holz.

Laut Hager bleiben die Gesamtkosten im geplanten Rahmen von rund 85 000 Euro. Der Erlös aus dem Holzverkauf könne aufgrund des „instabilen Marktes“ nicht genau vorhergesagt werden.

Der Projektleiter betonte die „gute Zusammenarbeit und einen reibungslosen Ablauf“ unter den vier beteiligten Firmen, zu denen neben Hochleitner auch der Forstbetrieb Klaus Egle aus Donaueschingen, Roland Bauer aus Mühlheim und die Firma Jäger aus Leibertingen gehörten. Tuttlingens Erster Bürgermeister sprach von einer „großen Koordinationsleistung“ zwischen Hager, Förster Dietmar Zahner und den beteiligten Firmen.

Während den Sicherungsmaßnahmen ist es im Ortsteil Nendingen ungewöhnlich ruhig. Das empfindet auch Gabi Büttner so. Sie ist Inhaberin eines Friseursalons an der Nendinger Ortsdurchfahrt. „Es ist schon ein sehr komisches Gefühl, wenn keine Autos durch den Ort fahren“, sagte sie unserer Zeitung und ergänzte: „Hinzu kommt, dass auch noch die Bäckerei geschlossen hat und Urlaubszeit ist. Somit laufen auch nur ganz wenige Leute vorbei“, stellte Büttner fest. Finanzielle Einbußen für ihr Friseurgeschäft habe sie dadurch aber nicht: „Meine Kunden kommen alle auf Termin, sind meist aus dem Ort, dem Donautal oder kommen vom Heuberg. Die Kundschaft aus Tuttlingen habe die Umleitung über Neuhausen in Kauf genommen. „Dennoch ist es geschäftlich gesehen besser, wenn wieder mehr los ist im Ort“, sagte Büttner.

Die Vollsperrung der L 277 hat hingegen die Metzgerei Becker an der Ortsdurchfahrt negativ beeinflusst: „Für uns hat es sich angefühlt, als gäbe es eine Umgehungsstraße. Wir hatten 50 Prozent Einbußen“, so die ernüchternde Bilanz von Geschäftsführer Hans-Siegfried Becker, der klar machte: „Dieser Umstand wäre für uns auf Dauer nicht tragbar und wir könnten ihn nicht kompensieren, sodass wir Personal entlassen müssten“, erklärte Becker.

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