Sozialarbeit an Schulen wird ausgeweitet

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Kinder schleppen inzwischen deutlich mehr Probleme mit in die Schule als früher. Schulsozialarbeiter sollen ihnen helfen.
Kinder schleppen inzwischen deutlich mehr Probleme mit in die Schule als früher. Schulsozialarbeiter sollen ihnen helfen. (Foto: Fredrik Von Erichsen)

Ab dem kommendem Schuljahr soll es für die sechs Grundschulen in Tuttlingen und den Teilorten eine zusätzliche Stelle für die Schulsozialarbeit geben. Zudem soll der Stellenumfang an der Albert-Schweitzer-Schule von bislang 65 auf 100 Prozent erhöht werden. So lautet der Vorschlag der Tuttlinger Stadtverwaltung.

Die Räte im Verwaltungs- und Finanzausschuss stimmten am Montag zu. Nun wird der Gemeinderat noch darüber abstimmen. Voraussetzung für das Aufstocken der Stellen ist, dass sich der Landkreis Tuttlingen und das Land Baden-Württemberg finanziell an den jährlichen Mehrkosten von 75 000 Euro beteiligen.

Momentan teilen sich zwei Mitarbeiter eine Schulsozialarbeiterstelle für die Grundschulen. Das bedeutet, dass jede Grundschule einen Stellenanteil von knapp 6,5 Wochenstunden hat. Dadurch sei es schwierig, eine tägliche Präsenz zu gewährleisten, die Voraussetzung für Beziehung und Vertrauen der Schüler zu den Sozialarbeitern sei. Deshalb soll das Angebot um eine weitere 100-Prozent-Stelle aufgestockt werden. Die Mitarbeiter leisten auch Sozialtrainings in den Klassen und würden bei schwerwiegenden Problemen auch Krisenintervention betreiben, wenn notwendig auch an andere Institutionen verweisen.

An der Albert-Schweitzer-Schule in Tuttlingen, einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Lernen, soll die Schulsozialarbeiterstelle von 65 auf 100 Prozent ausgebaut werden, so ein Antrag der Schulleiterin Heike Zwick. „Es gibt dort viele Jugendhilfefälle. Wir wären froh, wenn dort auch 100 Prozent zur Verfügung stehen würden“, sagte Klaus Jansen, Fachbereichsleiter Familie, Integration und Soziales bei der Stadt. Viele der Schüler hätten einen Migrationshintergrund und kämen aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Alle hätten Entwicklungsverzögerungen.

„Schule hat sich verändert“, fasste Jansen den gestiegenen Bedarf an Schulsozialarbeit zusammen. Oberbürgermeister Michael Beck ergänzte, dass sich vor allem Familien verändert hätten – mit entsprechenden Auswirkungen auf das Schulleben. „Ich denke, für die Kinder sollten wir das machen, auch hinsichtlich der angespannten Situation bei der Lehrerversorgung“, sagte der OB zur Ausweitung der Schulsozialarbeit.

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