Solidus lässt hinter die Kulissen blicken

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Redaktionsleiter

Zum ersten Termin in unserer Sommerserie „Die SZ öffnet Türen“ haben sich am Dienstagnachmittag 20 Interessierte beim Solidus Schuhwerk eingefunden. Sie bekamen nicht nur einen Einblick in die traditionsreiche Tuttlinger Firma, sondern auch in die neuen Startup-Unternehmen, die in den vergangenen Monaten in die dritte Etage des Gebäudes zwischen der Ehrenbergstraße und der Möhringer Straße eingezogen sind.

Solidus-Geschäftsführerin Yvonne Breinlinger und die Leiterin der Modellabteilung, Gabriele Xanke, führten die Besucher durch die Räume des im Jahr 1910 von Georg W. Martin gegründeten Unternehmens. Dabei erfuhren sie, dass Solidus im Jahr 2010 von der Bauerfeind AG in Zeulenroda übernommen worden ist und dass in Tuttlingen gar nicht mehr produziert wird. Die Solidus-Schuhe werden im kroatischen Varaždin, rund hundert Kilometer nördlich von Zagreb, gefertigt. Für die Sommerkollektion werden dort tausend und für die Wintersaison 800 Paar Schuhe pro Tag hergestellt.

In den vergangenen Monaten standen bei Solidus umfangreiche Verschönerungsarbeiten an. In die leere dritte Etage zogen Startups ein: Numena, Squadhouse Media, Möst Niess Architekten, Rehe Ingenieurbüro und Topmodellfabrik. Auch diese Unternehmen präsentierten sich den Besuchern. „Hierdurch ist neues Leben, neuer Schwung in die Räume eingezogen“, betonte Yvonne Breinlinger. Die Startups brächten neue Technologien und spannende Themen mit.

43 Mitarbeiter in Tuttlingen

Solidus hat in Tuttlingen derzeit 43 Mitarbeiter. Seit zweieinhalb Jahren würde das Unternehmen wieder ausbilden. 70 Prozent des Umsatzes werden laut Yvonne Breinlinger, die die Geschäftsführung im Dezember 2016 übernommen hat, jenseits von Deutschland erzielt, 30 Prozent in Deutschland. 92 Prozent der verkauften Paare seien Damenschuhe, lediglich acht Prozent Herrenschuhe. „Wir haben eine positive Umsatzentwicklung“, sagte Yvonne Breinlinger.

Gabriele Xanke erklärte ausführlich, wie ein Schuh aus dem Hause Solidus gefertigt wird. Dazu gibt es zwei Verfahren: die sogenannte Ago-Machart und die gestrobelte Machart. 95 Prozent der Schuhe würden mit Leder aus Europa gefertigt. Aktuell sei es noch nicht möglich, das Grundmodell der Schuhe digital zu konzipieren: „Die 3D-Verfahren haben sich in der Schuhbranche noch nicht durchgesetzt“, sagte Gabriele Xanke.

Ganz anders sieht das im dritten Stock aus, wo Topmodellfabrik mit Produkten aus dem 3D-Drucker am Markt unterwegs ist. Numena bietet Lösungen in der Virtuellen Realität sowie reguläre Architektur an. So plant Numera laut Geschäftsführer Benjamin Bach mit der HIS Unternehmensgruppe das Ärztehaus in Liptingen. Squadhouse Media ist ein Online-Dienstleister, den es bereits seit 2003 gibt und der nun in die ehemaligen Solidus-Räume umgezogen ist.

Ähnliches gilt für Möst Niess Architekten, die dort neben ihrem Spaichinger Standort am heutigen Mittwoch eine Tuttlinger Niederlassung eröffnen. Dazu gesellt sich mit Thorsten Rehe ein Ingenieur, dessen Schwerpunkt der Brückenbau und die Brückensanierung ist.

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