Situation an Bahnhöfen „nicht seniorentauglich“

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 Dauerhaft in der Kritik: die Hühnerleiter im Bahnhof Spaichingen.
Dauerhaft in der Kritik: die Hühnerleiter im Bahnhof Spaichingen. (Foto: Ronja Straub)
Schwäbische Zeitung

Mit einer einstimmig verfassten Resolution plädiert die Seniorenunion mit Nachdruck für den zeitnahen Ausbau der Bahnstrecke Stuttgart-Zürich, so eine Pressemitteilung. Bei der gemeinsamen Sitzung des Bezirksvorstands und den Mitgliedern der Kreisverbände Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar in der Gewerbeakademie sei kaum Verständnis vorhanden gewesen für das Verhalten des Stuttgarter Koalitionspartners, der die Aufnahme in ein beschleunigtes Verfahren verhindern wolle.

Der Tuttlinger Seniorenvorsitzende Roland Ströbele kam gleich zu seinem Herzensanliegen mit dem Kampf für eine bessere Verkehrslage im ländlichen Raum. Als Paradebeispiel einer nicht seniorentauglichen Bahnhofssituation prangerte er die „unzumutbare Hühnerleiter“, des Übergangs auf dem Spaichinger Bahnhof, an. Zudem machte Ströbele seinem Unmut Luft, dass nun ein neuer Generationenkonflikt entstehe, indem „Omas als Umweltsäue“ diffamiert würden.

Karl Hettinger verfolgt die „unendliche Geschichte“ der immer wieder vertagten Verbesserung der Gäubahn schon lange. „Der Bahn fehlt ganz einfach der Wille, obwohl die Züge doch voll sind“, ärgerte sich der Sprecher.

Justizminister Guido Wolf sieht gewisse hoffnungsvolle Anzeichen, da der Ausbau endlich in den vordringlichen Bedarf heraufgestuft werden konnte. Nach dem Bundesverkehrswegeplan müssten die Bauarbeiten in den nächsten 15 Jahren erledigt werden, versprach der langjährige Vorsitzende des Interessenverbandes Gäubahn. Allerdings bräuchten nach den Expertenmeinungen nicht auf der gesamten Strecke zwei Gleise parallel geführt werden; mit der heutigen Signaltechnik könne man mit drei Doppelspurinseln den gewünschten Fortschritt ebenso gut erreichen. So sei nun das Planfeststellungsverfahren für eine solche Doppelspur bei Horb-Neckarhausen rechtskräftig, so dass 2022 der Bau erfolgen könne.

Eine weitere Ausweichstrecke sei für den Bereich Rietheim-Wurmlingen in Planung. Wolf habe die Aufnahme der Projekte in das „Maßnahmenbeschleunigungsgesetz“ beantragt, entgegen der Absicht aus Berlin. Bei der Sitzung des Bundesrats am 14. Februar müsse über seinen Antrag abgestimmt werden. „Die Grünen fordern ständig die Verkehrswende, sind aber im konkreten Fall für eine Verzögerung und nicht für ein beschleunigtes Verfahren.“

Der frühere Abgeordnete Josef Rebhan meinte, dass die CDU mehr öffentlichen Druck machen müsse, um die Bremsklötze zu beseitigen, wobei er sich mit Elisabeth Ehlers, Karlhelm Grießer und Anton Stier einig war. Rudi Glowka rügte, dass man nicht schon vor Jahren das Planfeststellungsverfahren für den Anschluss des Flughafens zum Hauptbahnhof eingeleitet habe.

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