Die Dampfmaschinen in der Pfarrscheuer können dieses Jahr nicht begutachtet werden. Denn die Ortgruppe Eßlingen des Schwäbische
Die Dampfmaschinen in der Pfarrscheuer können dieses Jahr nicht begutachtet werden. Denn die Ortgruppe Eßlingen des Schwäbischen Albvereins entschied sich aufgrund von zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, die Veranstaltung in der Pfarrscheuer abzusagen. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Er ist längst zur Tradition geworden in Eßlingen bei Tuttlingen und wird jetzt aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen der Brandschutzdienststelle der Stadt Tuttlingen abgesagt: der Dampfmaschinenabend in der Pfarrscheuer.

Seit rund zehn Jahren findet in jedem Jahr am letzten Freitag im März der Dampfabend statt, der bei kleinen und großen Fans immer beliebter wurde und mehr Besucher anzog. Organisiert wird diese Veranstaltung von der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Eßlingen – so auch in diesem Jahr. Das war zumindest von der Ortsgruppe so vorgesehen, denn die Planungen dafür waren laut dem Vorsitzenden Werner Fuß bereits abgeschlossen.

Feuerwehrleute sollen aufpassen

Der Dampfabend stand somit in den Startlöchern und sollte am Freitag, 29. März, in der Pfarrscheuer stattfinden – zumindest bis den Albverein ein Schreiben von Klaus Vorwalder, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr aus Tuttlingen, erreichte. Darin steht, dass aus Sicht der Brandschutzdienststelle der Stadt Tuttlingen für den Dampfabend mehrere Sicherheitsmaßnahmen notwendig seien.

Zum einen dürfe als Brennstoff ausschließlich Trockenbrennstoff verwendet werden. Ebenso sei für die Dauer der Nutzung der Dampfmaschinen eine Brandsicherheitswache von zwei Feuerwehrangehörigen notwendig. Obendrauf komme ein Kohlenmonoxidwarnmelder sowie eine Löschdecke und Erste Hilfematerial.

Auflagen stoßen auf Unverständnis

Die Auflagen stoßen beim Eßlinger Albverein auf Unverständnis: „Wir haben den Dampfabend schon so oft durchgeführt und noch nie gab es solche Sicherheitsbestimmungen. Den diesjährigen Dampfabend haben wir bereits im November angemeldet. Wir finden es daher nicht in Ordnung, dass uns das Schreiben für die Sicherheitsmaßnahmen so kurzfristig vor wenigen Tagen erst erreicht hat. Das hat uns geärgert“, betonte der Vorsitzende Fuß. Vorsichtsmaßnahmen hätte es laut dem Verein bisher immer mit zwei Feuerlöschern im Saal gegeben.

„Wir verdienen an dem Abend nichts, sondern wollen den kleinen und großen Besuchern damit eine Freude machen." 

Werner Fuß, Vorsitzender

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Tuttlingen, Klaus Vorwalder, dass er in diesem Jahr zum ersten Mal überhaupt zu diesem Dampfabend informiert und gefragt worden sei. Deshalb gäbe es nun auch zum ersten Mal die Sicherheitsbestimmungen und Vorkehrungen.

Laut dem Eßlinger Ortsvorsteher Hartmut Wanderer seien die Veranstaltungen wie in jedem Jahr in einem Kalender zusammengefasst und offiziell im Januar verteilt worden. Somit sei auch die Feuerwehr immer über die Veranstaltungen informiert gewesen. Auch der Dampfabend in der Pfarrscheuer sei „eingetragen und zugelassen“, sagte Wanderer.

Warum die Feuerwehr in diesem Jahr diese Vorkehrungen treffe, könne er nicht sagen. Er habe jedoch Verständnis, dass man bei diesem „äußerst wertvollen Objekt“ besonders vorsichtig sein müsse. „Wir haben in Gesprächen bei der Stadt und bei der Feuerwehr immer betont, dass wir diese Veranstaltung in keinem Fall absagen wollen, weil sie ein Highlight für uns ist“, so der Ortsvorsteher.

In dem städtischen Gebäude sind nicht mal Rauchmelder installiert

Für den Albverein stellen obendrauf die zusätzlichen Kosten ein Hindernis dar. „Wir verdienen an dem Abend nichts, sondern wollen den kleinen und großen Besuchern damit eine Freude machen. Wir haben unseren Gästen sogar Pommes an der Veranstaltung spendiert. Mit den neuen Sicherheitsmaßnahmen würden jetzt zur Miete der Pfarrscheuer zusätzlich mehrere hundert Euro hinzukommen“, sagte der Vorsitzende.

Fuß merkte zudem an: „Wir sehen außerdem nicht ein, dass wir in einem städtischen Gebäude Messgeräte installieren sollen, in dem nicht einmal die vorgeschriebenen Rauchmelder angebracht sind.“

Deshalb zog die Eßlinger Ortsgruppe auf ihrer jüngsten Sitzung am vergangenen Montag die Reißleine: „Wir mussten die Veranstaltung absagen, da wir zum einem nicht mehr so kurzfristig reagieren können und es auch finanziell nicht stemmen können. Wir bedauern dies sehr“, sagte Werner Fuß enttäuscht. Die Einladungen habe er bereits verschickt gehabt.

Ob und wie der Dampfabend im kommenden Jahr veranstaltet wird, stehe laut Fuß derzeit noch nicht fest. „Wir wollen natürlich den Dampfabend, der sich fest in Eßlingen etabliert hat und zur Tradition geworden ist, nicht sterben lassen und werden für kommendes Jahr hoffentlich eine Lösung finden“, so Fuß abschließend.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen