Die Straße zwischen Tuttlingen und Nendingen muss wegen der Entfernung von Bäumen gesperrt werden.
Die Straße zwischen Tuttlingen und Nendingen muss wegen der Entfernung von Bäumen gesperrt werden. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Der Ortschaftsrat hat am Mittwoch bei einer Begehung die Felswände entlang der Landstraße 277 begutachtet und Handlungsbedarf aus Sicherheitsgründen festgestellt. Für die dafür benötigten Maßnahmen muss aller Voraussicht nach die L 277 zwischen Tuttlingen und Nendingen voll gesperrt werden.

Gemeinsam mit den Forstrevierleitern Dietmar Zahner und Hubert Geiger sowie mehreren Mitgliedern des Ortschaftsrats und interessierten Bürgern besichtigte Ortsvorsteher Franz Schilling die Felswände an der Landstraße 277.

Zahner betonte, dass an den Felswänden die Bäume an und auf der Felswand in den zurückliegenden vier Jahrzehnten bereits drei Mal abgeräumt wurden. Die Räte erfuhren außerdem, dass es durch das Eschentriebsterben zu gefährlichen Situationen an der L277 aufgrund von herabfallenden Bäumen kommen könne.

Die Bäume stehen rund zehn Meter auf der Felskante über der Straße. Der Hang insgesamt bröckele immer mehr ab. Im Bereich des Gerölls wurden bereits Eschen umgesägt.

Stadtmitarbeiter Michael Hager ergänzte, dass davon ausgegangen werden müsse, dass die Landstraße zwischen Tuttlingen und Nendingen für etwa sieben bis neun Werktage gesperrt werden müsse, damit die Maßnahmen zur Sicherheit in einem Zuge umgesetzt werden könnten. Angeklungen ist während der Begehung der Felswände, dass der Verkehr über Neuhausen umgeleitet werden müsse. Nahe liege auch, dass der Gemeindeverbindungsweg zwischen Altental und Nendingen aufgrund des hohen Verkaufsaufkommens in diesem Zeitraum gesperrt werden müsse.

Im Zuge der Baumbestandsentfernung der Esche müsse überlegt werden, in welchem Ausmaß diese zurückgenommen werde, damit in den nächsten Jahrzehnten keine weiteren Maßnahmen mehr erforderlich seien. Die Kosten belaufen sich nach Schätzung Hagers auf rund 50 000 Euro. Der Holzverkauf bringe voraussichtlich bis zu 12 000 Euro wieder ein.

Ortsvorsteher Franz Schilling betonte, dass aus dem Aspekt der Sicherheit nichts Anderes übrigbleibe, als zuzustimmen.

Die Umsetzung soll laut Zahners Einschätzung im nicht belaubten Zustand erfolgen und somit im kommenden Herbst oder Winter. In den Gesprächen vor Ort wurde auch über eine Maßnahme in den Sommerferien diskutiert.

Geiger fügte hinzu, dass der Kleinbewuchs, wie die kleinen Sträucher, zur Festigung des Bodens stehen bleiben würden. Außerdem müsse bedacht werden, dass sich das Erscheinungsbild an der Landstraße komplett ändere.

Der zweite und letzte Stopp der Begehung war am Ursentaler Spielplatz. Gegenüber der Grillstelle auf der anderen Wegseite gäbe es Überlegungen zum Naturschutz. Vor Jahren sei dort bereits ein Projekt für den Apollofalter verwirklicht worden.

Das 20 Hektar große Gebiet könne laut Hager voraussichtlich aus der aktiven Nutzung genommen werden, um Ökopunkte zu sammeln, die einen Gegenwert von rund 650 000 Euro hätten. Damit könnten Ausgleichsmaßnahmen finanziert werden. Laut Dietmar Zahner handele es sich im Grunde bereits um eine Artenschutzaktion, da dieses Gebiet bisher schon geschützt worden sei und damit nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werde. Der Wald sei sehr wertvoll, mit Blick auf die Ökologie.

Ein Planungsbüro sei beauftragt, um Potenziale im Ursental herauszuarbeiten. Diese müssten im nächsten Schritt mit der Unteren Naturschutzbehörde besprochen werden, wie Geiger betonte.

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