Schweizer Marathonläufer Patrik Wägeli gewinnt Tuttlinger Silvesterlauf

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Simon Schneider

Er hat sie alle hinter sich gelassen: Patrik Wägeli. Nach einem zunächst spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen hat sich der Schweizer am Dienstag bei der achten Auflage des Silvesterlaufs in Tuttlingen letztlich souverän über zehn Kilometer durchgesetzt und gewonnen. Einen Start-Ziel-Sieg hat hingegen Anne Reischmann bei den Frauen gefeiert.

Niemand hatte Wägeli im Vorfeld auf dem Schirm. Er und weit mehr als 800 weitere Teilnehmer des Zehn-Kilometer-Laufs mussten einen exakt vermessenen fünf Kilometer flachen Rundkurs entlang der Donau zwei Mal durchlaufen. Der Marathonläufer aus der Schweiz duellierte sich von Beginn an zunächst mit Michael Wörnle (LAV Stadtwerke Tübingen). Das änderte sich die gesamte erste Runde auch nicht: „Bis sieben Kilometer war ich mit Michael Wörnle zusammen. Wir haben uns bis dorthin in der Führung mehrmals abgewechselt“, erklärte Patrik Wägeli unserer Zeitung, der sich eine Woche zuvor entschloss, das Jahr in Tuttlingen sportlich ausklingen zu lassen. „Auf den letzten drei Kilometern habe ich mehr gedrückt und konnte von ihm weglaufen“, freute sich der Sieger.

Wägeli erarbeitete sich einen deutlichen Vorsprung heraus und überquerte schließlich die Ziellinie 28 Sekunden vor Michael Wörnle in einer Zeit von 30.56 Minuten. Damit behält der Tuttlinger Profi-Triathlet Valentin Wernz weiter den Streckenrekord von 30.40 Minuten, den er im Jahr zuvor aufstellte. „Nach längerer Pause bin ich froh, wieder einen schnellen Lauf gemacht zu haben. Die Strecke hat mir sehr gefallen, sie war abwechslungsreich mit einigen Kurven und Wellen“, so seine Einschätzung. Raphael Arnold (LAZ Ludwigsburg) beendete als Drittplatzierter nach 32.46 Minuten den Silvesterlauf.

Den Gesamtsieg der Frauen über zehn Kilometer sicherte sich Anne Reischmann (VfB LC Friedrichshafen) – und das überzeugend mit einem Start-Ziel-Sieg in 37.30 Minuten. „Ich bin etwas zu übermotiviert und zu schnell losgelaufen. Das habe ich hinten raus etwas bereut, weil die erste Runde deutlich schneller war als meine zweiten fünf Kilometer“, erklärte die 27-jährige Triathletin. „Es war von mir kein schlechtes Rennen, aber ich habe gehofft, schneller als 37 Minuten zu laufen. Das hat leider nicht geklappt. Und deshalb bin ich auch nicht ganz zufrieden mit der Zielzeit“, resümierte Reischmann, die letztlich auf eine „zufriedene Saison“ zurückblickt. „Die Silvesterlaufstrecke habe ich als kurzweilig und abwechslungsreich empfunden“, so die Triathletin, die kurzfristig zwei Tage zuvor entschieden hat, in Tuttlingen an den Start zu gehen. Mit über einer Minute Rückstand erreichte Annika Frank (LAV Stadtwerke Tübingen) die Ziellinie, gefolgt von Ellen Hermle (SV Waldkirch), die als Drittplatzierte den Silvesterlauf in 39.27 Minuten beendete und damit eine neue persönliche Bestzeit auf zehn Kilometer aufstellte.

Mehr als 450 Läufer duellierten sich über die Fünf-Kilometer-Distanz. Dabei hängte Lukas Ehrle (TV Villingen) alle ab. Der erst 15-Jährige sicherte sich in 16.44 Minuten den Gesamtsieg der Männer vor Mohamed Brik aus Immendingen, der für den flachen Rundkurs 16 Sekunden länger benötigte. Nach 17.22 Minuten beendete Fabian Pfitzner (LG Calw) sein Rennen, dicht gefolgt vom Tuttlinger Valentin Klüppel, der sechs Sekunden nach ihm ins Ziel lief.

Für die Vorjahreszweite Melanie Schneider (LC Schaffhausen) reichte es in diesem Jahr zum Gesamtsieg der Frauen in 19.21 Minuten – hauchdünn nach einem spannenden Zieleinlauf. Denn: Die erst zwölfjährige Julia Ehrle (TV Villingen) war ihr dicht auf den Fersen und verfehlte nur um einen Wimpernschlag und um einen Bruchteil einer Sekunde den Sieg und landete schließlich auf Platz zwei – ebenso in 19.21 Minuten. Carina Rothweiler (LG Baar) stieg mit einer Zielzeit von 21.04 Minuten ebenso auf das Podest.

Die Wurmlingerin Tess Schulz beendete als schnellste Läuferin des Landkreises Tuttlingen den Silvesterlauf über fünf Kilometer und ging dabei für das Gränzbote-Laufteam an den Start. Ihre Uhr blieb bei 21.17 Minuten stehen, was für die 18-Jährige, die überhaupt zum ersten Mal beim Silvesterlauf teilnahm, eine neue persönliche Bestzeit bedeutete.

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