Schreiben an Kretschmann und Seehofer: Tuttlingen will geflüchtete Kinder aufnehmen

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 Gerade Kinder leiden unter den Bedingungen in den Flüchtlingslagern.
Gerade Kinder leiden unter den Bedingungen in den Flüchtlingslagern. (Foto: dpa/ANGELOS TZORTZINIS)
Schwäbische Zeitung

Vor allem Kinder sollten schnellstmöglichst aus den überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln geholt werden. Dafür macht sich Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck in einem Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bundesinnenminister Seehofer stark.

„Europa ist gerade dabei ist, die nächste menschliche Tragödie an seinen Außengrenzen durchs Nichtstun zu ignorieren“, so Beck mit Blick auf die überfüllten Lagern auf den Ägäis-Inseln. Betroffen macht ihn, dass darunter zahlreiche unbegleitete Kinder seien.

Beck appelliert daher, dass aus humanitären Gründen unbürokratische Lösungen gefunden werden müssten – ähnlich wie es auch bei den seinerzeit durch Ministerpräsident Kretschmann angestoßenen Hilfen für jesidische Frauen der Fall war. Und speziell bei Kindern aus den griechischen Lagern könne Tuttlingen konkrete Hilfe anbieten: „Mit der Diakonischen Jugendhilfe Mutpol haben wir eine Einrichtung vor Ort, die hier schon viel Erfahrung hat.“

Er sei enttäuscht, dass der Bund bislang nicht auf das städtische Angebot im Zusammenhang mit der Initiative „Städte Sichere Häfen“ eingegangen sei. Tuttlingen hatte sich im Sommer durch einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss dazu bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen, die aus Seenot oder anderen humanitären Notlagen gerettet wurde. „Nach über einem halben Jahr ist allerdings eine gewisse Ernüchterung eingetreten“, so Beck, „bis jetzt erhielten wir leider kein Signal, dass unser Angebot auch angenommen wird.

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