Schmuckstück ist zurück in Tuttlingen

Lesedauer: 5 Min
Die alte Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Tuttlingen ist nach vielen Jahren wieder in der Donaustadt zurück und wird nun vo
Die alte Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Tuttlingen ist nach vielen Jahren wieder in der Donaustadt zurück und wird nun von einigen Kameraden restauriert. (Foto: Claudia Steckeler)
Claudia Steckeler

Wer eine Unterstellmöglichkeit bieten kann, der wendet sich an die Freiwillige Feuerwehr unter Telefon 07461 / 7600020.

20 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tuttlingen erwecken die ein altes Drehleiter-Fahrzeug wieder zum Leben. Der Feuerwehrwagen war im Jahr 1961 von der Stadt Tuttlingen gekauft worden und bis Anfang 1982 auch im Einsatz. Danach wurde das Fahrzeug an eine Feuerwehr im Landkreis Pirmasens verkauft.

Die Drehleiter war damals den gestiegenen Anforderungen in der Kreisstadt nicht mehr gerecht geworden, sie war nicht mehr zeitgemäß. Die Höhe stimmte, doch es fehlte der Korb, sie war zu leicht, und es waren keine Ausleger vorhanden, die sie im Einsatz stabilisieren. Nach dem Verkauf verlor sich zunächst jede weitere Spur von dem Fahrzeug.

Die Mitglieder der Feuerwehr in Tuttlingen waren sich sicher, dass das alte Fahrzeug in der Zwischenzeit schon verschrottet worden war. Doch der Vater von Feuerwehrkamerad, Kai Leutner, fand in beim )Online-Marktplatz Ebay ein Kaufangebot für genau diese Drehleiter, die schon einmal in Tuttlingen im Einsatz war, wie es im Angebotstext stand.

Jeder zahlt 500 Euro

Er informierte sofort die Feuerwehrkollegen und diese organisierten per Rund-Telefonat sofort eine Gruppe von 20 Mann, von denen bekannt war, dass sie an Oldtimern interes-siert sind. Angesichts der Tatsache, dass die Stadt Tuttlingen selbst kein Geld für die Anschaffung eines Oldtimers zur Verfügung hat, organisierten sie sich in einer privaten Gruppe.

Nachdem bekannt geworden war, wer der Auftraggeber der Anzeige war und wieviel das Feuerwehrauto kosten sollte, nahmen sie sofort Kontakt mit dem Verkäufer auf. Jeder aus der Gruppe zahlte 500 Euro in eine Kasse ein, und so konnte das Fahrzeug wieder an seinen ursprünglichen Standort nach Tuttlingen zurückgeholt werden.

Dabei stand den Wehrmännern sprichwörtlich das Glück zur Seite, denn der Auftraggeber war ein Mann aus Ulm, der seinen Altersruhesitz in die Nähe von Lyon verlegt hat und dessen Hobby es ist, alte Feuerwehrautos zu sammeln. Er freute sich, dass das Fahrzeug in die „alte Heimat“ kommen sollte, und verkaufte es der Tuttlinger Gruppe zu einem Sonderpreis von 8000 Euro. Es wurde ein Tieflader organisiert mit dem die Drehleiter dann wieder nach Tuttlingen zurückgebracht wurde.

Nun steht das Fahrzeug auf dem Firmengelände von Klaus Kaufmann in der Ludwigstaler Straße, der hauptsächlich „alles in Schwung“ gebracht und organisiert hatte. „Wir waren erstaunt wie gut die Technik noch in Schuss war. Allerdings mussten wir alle nochmals in die Tasche greifen, denn die Reifen mussten erneuert werden“, berichtet Klaus Kaufmann.

Technisch in Ordnung bringen

Nun arbeitet hauptsächlich sein 80-jähriger Vater, Manfred Kaufmann, an dem Fahrzeug. „Es ist sein Hobby, und er hat noch die technischen Kenntnisse, die bei diesem alten Gefährt erforderlich sind“, meint Klaus Kaufmann. Die Gruppe der Tuttlinger Wehrmänner bringt sich auch ein und unterstützt Manfred Kaufmann. Gemeinsam wird die alte Drehleiter Schritt für Schritt restauriert.

Es soll aber kein „Hochglanz-Vorführfahrzeug“ werden. „Wir wollen einfach, dass das Fahrzeug am Ende technisch wieder in Ordnung und sicher ist“, betont Klaus Kaufmann. Etwas wird noch ganz dringend benö-tigt: Eine sichere, geschützte Unterstellmöglichkeit für die Drehleiter.

Wer eine Unterstellmöglichkeit bieten kann, der wendet sich an die Freiwillige Feuerwehr unter Telefon 07461 / 7600020.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen