Schippert: „Fand uns einen Tick besser“

Lesedauer: 7 Min
Sportredakteur
Wilfried Waibel

Von magerer Fußballkost in Wurmlingen, dem freien Fall des BSV Schwenningen, guten Schiedsrichtern und einem zufälligen Treffen von Marcus Kiekbusch mit Star-Trainer Otto Rehhagel lesen Sie heute in der Nachspielzeit.

Es war nichts Berauschendes, was der SV Wurmlingen und der TV Wehingen am Sonntag beim 1:1 den rund 100 Zuschauern geboten haben. Beide Mannschaften bestätigten mit ihrer Leistung, dass sie zurecht in der unteren Hälfte der Kreisliga A 2 platziert sind.

Dabei hatte die Partie für die Wurmlinger optimal begonnen, als nach etwa 20 Sekunden den Wehingern ein Eigentor unterlief. „Das muss uns normal in die Karten reinspielen“, sagte der Wurmlinger Trainer Joachim Patzak und bedauerte: „Hinterher hatten wir in der ersten Hälfte noch zwei Riesenchancen. Da müssen wir noch ein Tor machen, dann führst du zur Pause 2:0.“ Doch ein zweiter Treffer blieb den Wurmlingern versagt, auch, weil sie spielerisch nur selten in der Lage waren, sich bis in den gegnerischen Strafraum zu kombinieren. Kämpferisch allerdings konnte man den Gastgebern keinen Vorwurf machen. Die junge Mannschaft gefiel mit ihrem Einsatz und Engagement. Vor der Pause präsentierte sich die SVW-Mannschaft auch laufstark, war bemüht nach vorne zu spielen und den Abschluss zu suchen.

Nach dem Seitenwechsel war von den Wurmlinger Fußballern nicht mehr viel zu sehen. „Da haben wir nach vorne zu wenig gemacht und keine Chancen mehr auf ein Tor gehabt. Da waren die Wehinger, die nach vorne gut gespielt haben, präsenter“, sagte Patzak und meinte weiter: „Ich habe auch ein Aufbäumen vermisst.“ Seine Mannschaft musste, je länger das Spiel lief, dem hohen kämpferischen und läuferischen Aufwand Tribut zollen.

„Wir sind ganz kalt erwischt worden“, meinte Andreas Schippert, Spielertrainer des TV Wehingen, zum frühen Rückstand durch ein Eigentor von Marcel Albrecht. „Da kann er nichts machen“, nimmt er seinen Kapitän und Unglücksraben in Schutz, der eine flache Hereingabe ins eigene Tor befördert hatte. Schippert: „Wir sind nach dem Rückstand gut in Spiel gekommen und hatten auch die besseren Chancen.“

In den zweiten 45 Minuten taten die Gäste wesentlich mehr für das Spiel, waren fast nur noch in der gegnerischen Hälfte zu finden. Spielerisch hatten die Wehinger jedoch Probleme, Chancen herauszuarbeiten. In den Strafraum kamen sie zumeist über Eckstöße oder Freistoßflanken von Claudio Brescia aus dem Halbfeld. So musste dann auch eine Standardsituation für den Ausgleich herhalten. Schippert selbst verwandelte in der 73. Minute einen Freistoß aus 23 Metern. Der Ball schlug unhaltbar im Torwinkel ein. Der TVW-Spielertrainer lobte seine Mannschaft nach dem Abpfiff: „Es war gut, dass wir nicht aufgegeben haben und es keinen Leistungseinbruch gab. Schade, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat. Ich fand uns einen Tick besser, auch von den Chancen her.“

BSV verliert weiter

Der ehemalige Zweitligist BSV 07 Schwenningen, der in den 1970er-Jahren noch Punktspiele gegen den VfB Stuttgart bestritten hat (3:3 und 0:6), befindet sich im freien Fall. Das Bezirksliga-Schlusslicht konnte am Sonntag bei der 1:2-Heimniederlage gegen den SV Winzeln zwar die jüngste Gegentorflut (1:9 beim SV Bubsheim und 2:10 im Bezirkspokal bei der zweiten Mannschaft der SpVgg Trossingen) stoppen, wartet aber weiter auf den ersten Saisonsieg. „Die Schwenninger machen die Saison nicht fertig“, war aus Bubsheim zu hören und auch das Trossinger Urteil fiel hart aus: „Die mussten am Ende sogar froh sein, nicht 15:2 oder 16:2 verloren zu haben.“

Gutes Schiri-Gespann

Eine ehrenvolle Aufgabe hatten jüngst drei Tuttlinger Schiedsrichter. Das Gespann Philipp Lehmann, Alexander Wintermantel und Christian Hafner hatte das Achtelfinalspiel um den Württembergischen Verbandspokal zwischen dem FC 07 Albstadt und dem Regionalligisten TSG Balingen zu leiten. Vor rund 750 Fans in Ebingen siegte schließlich der Verbandsligist FC 07 Albstadt mit 3:0. Und was für das Schiedsrichter-Gespann der Gruppe Tuttlingen wichtig war: den Dreien wurde aus berufenem Munde eine ausgezeichnete Leistung attestiert.

Hafner neuer Einteiler

Bei der Schiedsrichtergruppe Tuttlingen hat es in den vergangenen Tagen eine wichtige Änderung gegeben. Der Tuninger Otto Böcher ist nicht mehr Einteiler der Tuttlinger Gruppe. Seine bisherige Aufgabe nimmt nun der Böttinger Christian Hafner wahr. Hafner ist bereits mehrere Jahre im Ausschuss der Schiedsrichtergruppe Tuttlingen tätig.

Kiekbusch trifft Rehhagel

Eine nicht alltägliche Bekanntschaft hat der Bezirksvorsitzende Marcus Kiekbusch mit der deutschen Trainer-Legende Otto Rehhagel erleben dürfen. Im Rahmen eines Benefizkonzertes trafen sich beide auf der Burg Hohenzollern. „Das ist ein lockerer Typ“, war Kiekbusch von Otto Rehhagel, der erst vor kurzem seinen 80. Geburtstag feiern konnte, begeistert. Man habe nicht nur über die musikalische Glanzleistung bei dem Benefizkonzert gesprochen, sondern „natürlich auch über Fußball“, verriet Kiekbusch.

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