Schafe pflegen die Christbaumkulturen in der Umgebung

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 Regelmäßig bringt Claudia Merz aus Durchhausen den Shropshire-Schafen Futter.
Regelmäßig bringt Claudia Merz aus Durchhausen den Shropshire-Schafen Futter. (Foto: Silvia Müller)

Die Kulturpflege stellt Forstwirte und Waldbesitzer immer wieder vor große Herausforderungen. Oftmals werden Jungtannen oder Laubbäume in aufgeforsteten Flächen von Wildtieren verbissen. Die Düngung dieser Flächen ist zudem eine kaum zu bewerkstelligende Aufgabe. Mit diesen Problemen sah sich, bis vor einigen Jahren, auch der Waldbesitzer Markus Merz aus Durchhausen konfrontiert. Bis er eine spezielle Lösung für das Problem fand.

Der Zucht von Shropshire-Schafen hat sich Familie Merz aus Durchhausen verschrieben. Im Gegensatz zu allen anderen bekannten Schafrassen, verbeißen sie die jungen Triebe der Bäume in aufgeforsteten Flächen nicht. Sie drängen, bedingt durch ihr selektives Fressverhalten, unerwünschten Aufwuchs von Gräsern und Kräutern zurück. Auf diesen Flächen müssen keine Herbizide ausgebracht werden und der Pflegeaufwand ist dort, wo diese Schafe eingesetzt werden, gering.

Die Herden von Claudia und Markus Merz weiden bevorzugt in den Christbaumkulturen in der Umgebung. Dort fressen die geländegängigen und genügsamen Schafe die vorhandenen Gräser ab und sorgen für eine natürliche Düngung. Der Geruch, der durch den Aufenthalt der Shropshire-Schafe entsteht, hält Wild davon ab, in die Flächen zu gehen. Selbst Mäuse meiden diese Areale, so bleiben auch Wurzelschäden aus. Die Schafrasse zeichnet sich zudem durch ihre Gelassenheit aus. Sie sind keine „Ausbrecher“ und lassen sich somit leicht in Koppeln halten. Gesundheitlich ist dieses Schaf sehr robust.

Anfragen von Waldbesitzern und Naturschutzbehörden

Bei Familie Merz kommen in der Zucht der Shropshire-Schafe zwei Faktoren zusammen. Sie haben ihr Herz an die Kulturpfleger verloren, sprich sie mögen ihre Tiere schlichtweg, und sie leisten mit ihren Schafen einen Beitrag zu ökologisch sinnvoller Landschaftspflege. Regelmäßig besucht Claudia Merz die Herden und versorgt sie mit frischem Wasser und Mineralfutter. Dabei sind die Schafe auf den ersten Blick oftmals gar nicht zu sehen. Zu hören sind sie allerdings rasch, denn sie tragen Glöckchen um den Hals. So können die Tiere von Claudia Merz gleich ausgemacht werden.

Sie kommen auch zutraulich angelaufen, sobald sie bemerken, dass das Mineralfutter, für Shropshire-Schafe eine Leckerei, in einem Gefäß auf den Boden gestellt wird. Dass sie auf einem guten Weg sind, leiten Claudia und Markus Merz auch davon ab, dass sie Anfragen anderer Waldbesitzer bekommen, die Tiere in deren Flächen einzusetzen. Selbst Naturschutzbehörden sind bereits auf Familie Merz und die Shropshire-Schafe aufmerksam geworden.

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