Schüler demonstrieren gegen Klimawandel

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Lautstark haben am Freitag rund 130 Tuttlinger Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. Der Protest gegen die Klimapolitik war Teil des internationalen Aktionstages Fridays-for-Future, bei dem Schüler in rund 1700 Städten rund um den Globus auf die Straße gegangen sind. Die Tuttlinger Schüler forderten den Kohleausstieg und die Einhaltung der CO2-Ziele – allerdings nach Schulschluss.

Sie haben bunte Plakate gemalt und rufen Parolen. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns unsere Zukunft klaut“, schallt es aus dem Demonstrationszug, der sich vom Donauspitz in Richtung Marktplatz bewegt. Trotz anhaltendem Regen haben sich am Freitag viele Schüler der Tuttlinger Demo und damit dem internationalen Aktionstag angeschlossen. Ihre Botschaft: Hört auf unsere Zukunft zu zerstören! Gerichtet ist dieser Appell an die Industrie, an die Politik und nicht zuletzt auch an die eigenen Eltern.

Angefangen hatte alles mit der Schwedin Greta Thunberg. Die 16-Jährige begann im vergangenen Jahr vor dem schwedischen Parlament zu demonstrieren und wurde damit zur Gallionsfigur einer Generation, die aus ihrer Sicht nicht mehr länger tatenlos dabei zusehen will, wie die Erwachsenen die Umwelt zerstören.

Kein Schuleschwänzen in Tuttlingen

Kritik an den Fridays-For-Future-Demonstrationen hatte es vor allem gegeben, weil die Schüler diese während der Schulzeit abhielten und damit die Schule schwänzten. Die Tuttlinger Schüler sind diesem Konflikt aus dem Weg gegangen und verlegten ihren Protest auf den Nachmittag.

In dem was passieren muss, sind die Schüler sehr konkret. „Es kann nicht sein, dass in hohen politischen Gremien einfach über uns hinweg gegangen wird und wir ignoriert werden“, sagt der Schüler Felix Röpke. „Ich bin dafür, dass Firmen die einen hohen CO2-Ausstoß haben, höher besteuert werden und sie damit gezwungen sind, mehr auf den Umweltschutz zu achten.“ Und mit dieser Forderung ist er nicht allein.

Schüler demonstrieren gegen Klimawandel
Sie fordern den Kohleausstieg und die Einhaltung der Klimaziele. Rund 130 Schüler haben am Freitag in Tuttlingen an den Protesten des Aktionstages Fridays-für-Future teilgenommen.

Auf dem Marktplatz verlasen die Schüler mehrere Redebeiträge über das Megaphon. Die Welt sei wie eine Tischdecke, die aus vielen Fäden besteht, sagte Annika Dold, Schülerin am OHG. „Der Mensch sieht sich nicht als Faden dieser Tischdecke.“ Vielmehr brenne er immer mehr Löcher hinein. Um diese Löcher zu flicken, haben die Schüler Forderungen formuliert: Reduzierung der Treibhausgase auf Nettonull bis 2035, klimafreundlicher Warentransport und die Entwicklung klimafreundlicher Transportmittel und die Senkung des Stromverbrauchs – insbesondere, wenn der Strom durch Kohle erzeugt wurde. „Lasst uns gemeinsam zusammenstehen, auf dass die Hoffnung in unserer Welt eine Heimat findet, denn haben wir nicht das Recht, über unsere Zukunft selbst zu entscheiden?“, fragte die 17-Jährige.

Schüler schützen Klima auch im Alltag

Viele der Jugendlichen sehen aber nicht nur die Politik in der Verantwortung, sondern auch sich selbst. „Ich messe regelmäßig meinen CO2-Fußabdruck“, sagt Laura Raletic. Möglich sei das über einen Online-Rechner.

„Ganz am Anfang war der bei 5,6 und inzwischen ist er bei 3,2. Es ändert sich schon was, wenn man drauf achtet“, sagt die Schülerin. Sie habe ihren Plastikverbrauch reduziert, versuche Strom zu sparen und Secon-Hand-Kleidung zu kaufen - kleine Schritte, die wenn sie viele machen, eine große Strecke ausmachen können.

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