SC 04 will es im dritten Anlauf endlich packen

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Schwäbische Zeitung

In der Fußball-Bezirksliga Schwarzwald beginnt am Wochenende 21./22. August die Saison 2010/2011. Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft ist der SC 04 Tuttlingen. Auch dem SV Villingendorf wird einiges zugetraut.

Von unserem Redakteur  Klaus Berghoff

Das Gesicht der Fußball-Bezirksliga hat sich gegenüber der vergangenen Saison leicht verändert. Mit dem Landesliga-Absteiger BSV Schwenningen und den beiden Aufsteigern SV Wurmlingen und FC Epfendorf sollte das sportliche Niveau steigen, die Klasse insgesamt etwas ausgeglichener werden. Der BSV und SV Wurmlingen sind nach einjähriger Unterbrechung wieder im Bezirksoberhaus vertreten, der früher sogar zehn Jahre in der Landesliga spielende FC Epfendorf schaffte heuer nach elf Jahren Kreisliga A und B wieder die Rückkehr in die Bezirksliga.

Meisterschats-Favorit ist der SC 04 Tuttlingen. Bei einer Umfrage dieser Zeitung unter den Vereinen entfielen auf den letztjährigen Vizemeister aus der Kreisstadt elf Tipps. Nur der BSV Schwenningen und FSV Schwenningen, die beide keine Angaben über einen Favoriten machten, sowie der SV Durchhauen haben den SC 04 nicht auf der Rechnung. Auf den letztjährigen Tabellendritten SV Villingendorf entflielen vier Meister-Tipps (Mehrfach-Nennungen waren möglich). Außenseiterchancen auf den Aufstieg werden zudem dem SV Seedorf (zwei Tipps) sowie dem SV Waldmössingen und den beiden Schwenninger Vereinen BSV und FSV (je ein Tipp) eingeräumt.

Nach zwei Vizemeistertiteln will es der SC 04 Tuttlingen in diesem Jahr wissen. Im dritten Jahr nach dem Abstieg 2008 soll nun der Wiederaufstieg in die Landesliga gelingen. Das Saisonziel ist die Meisterschaft. Große Veränderungen im Spielkader gibt es nicht. Mit Nicolai Baster (vom FC Schwandorf/Worndorf) kam ein Abwehrspieler hinzu, außerdem kehrte Andreas Kerbel vom SV Litzelstetten zurück. SC-04-Abteilungsleiter Ralph Tolk: „Wir haben eine eingespielte Mannschaft und müssten schon ganz vorne mit dabei sein. Aber einen Durchmarsch wird es sicher nicht geben.“ Als härteste Konkurrenten sieht er den SV Villingendorf und den SV Waldmössingen. „Villingendorf hat letzte Saison schon gut gespielt. Und Waldmössingen wird auch eine gute Runde spielen. Mit Jens Schlegel haben die Wadmössinger einen guten Torhüter bekommen.“ Nicht so recht einzuschätzen weiß Tolk den SV Seedorf, den man aber keineswegs unterschätzen sollte. „Und dann kommt vielleicht eine Mannschaft, die keiner auf der Rechnung hat“, hält der SC-04-Funktionär eine Überraschung im Meisterschaftskampf nicht für ausgeschlossen.

Der SV Villingendorf stapelt ein bisschen tief („nichts mit dem Abstieg zu tun haben“), ist mit den Zugängen Sven Kiener, Marius Elter (beide vom SV Seedorf) sowie Patrick Hezel (SV Zimmern) aber sicher nicht schlechter als in der Vorsaison aufgestellt. Beim SV Seedorf, der als Ziel Platz eins bis fünf angegeben hat, schwingt in dieser Saison Ralf Schneider das Trainerzepter. Der frühere Verbandsliga-Spieler des FV 08 Rottweil kommt von den TSF Dornhan und hat von dort gleich Eric Becker mitgebracht, der sein Co-Trainer ist. Beide werden auch selbst noch die Kickschuhe schnüren und die Mannschaft auf dem Platz verstärken.

Eine bessere Rolle als in der vergangenen Saison (9. Platz.) dürfte auch die SpVgg Trossingen spielen. Mit den Rückkehrern Arthur Merkt und Waldemar Daunhauer (beim vom BSV Schwenningen) sowie weiteren sechs neuen Spielern wurde der Kader erheblich verstärkt. Eine gute Rolle will auch Fatihspor Spaichingen spielen. „1. Bis 5. Platz“ lautet das Saisonziel des letztjährigen Aufsteigers. Die Hoffnungen von Fatihspor ruhen in erster Linie auf Trainerfuchs Anton Rudinski. Der am 1. Oktober 73 Jahre alt werdende Serbe lebt in Schwenningen. Der frühere siebenfache jugoslawische Nationspieler kann auf eine lange Trainererfahrung zurückblicken. Frühere Stationen waren neben dem FC 08 Villingen und dem Offenburger FV unter anderem in der 70er- und 80er-Jahren die damaligen Zweitligisten SV Waldhof Mannheim, Freiburger FC, SC Freiburg, VfL Osnabrück und SpVgg Bayreuth.

Gleich fünf der 15 Bezirksligisten gehen mit einem neuen Trainer in die Saison 2010/2011. Neben Ralf Schneider, der in Seedorf Ralf Ott ablöste und Anton Rudinsky, der bei Fatihspor Spaichingen Miroslaw Adamkiewicz nachfolgte, gibt es auch beim SV Durchhausen, SV Wurmlingen und SV Herrenzimmern neue Männer auf dem Trainerposten. Der einheimische Thomas Karwig ist beim SV Durchhausen Nachfolger des einheimischen Hans Bury. Den zehnten Platz hat sich Karwig mit dem SVD zum Ziel gesetzt. Sener Kalayci kam vom SV Renquishausen zum SV Wurmlingen und ist dort ebenfalls als Spielertrainer tätig. Beim SV Herrenzimmern löste Peter Seifried Reiner Huss ab, der nach sechs Jahren nun zum FC Dietingen wechselte.

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