„Rock your life“ sucht weitere Mitstreiter

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Haben ihre Freude an „Rock your life“ (von links): Karsten Noll, Laura Wundke und Sören Mjörnell.
Haben ihre Freude an „Rock your life“ (von links): Karsten Noll, Laura Wundke und Sören Mjörnell. (Foto: cg)
Schwäbische Zeitung
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Rund 20 interessierte Studenten am Hochschulcampus Tuttlingen hat Karsten Noll am Dienstagnachmittag zur Infoveranstaltung der Bildungsinitiative „Rock your life“ begrüßen können. Mit dem Mentoren-Programm wollen die Studenten Schülern der Tuttlinger Wilhelmschule und der Albert-Schweitzer-Schule helfen, auf den richtigen Lebensweg zu kommen. Noll und Andrea Klotz, die die Idee nach Tuttlingen holten, werden in diesem Jahr mit dem Sozialpreis der Tuttlinger Bürgerstiftung ausgezeichnet (wir berichteten).

„Wir sind kein Nachhilfe-Verein und nicht für Leute da, die Küchen putzen wollen“, stellte Noll gleich klar. Die Aufgabe sei es, sich mit den Haupt- oder Förderschülern regelmäßig zu treffen und Hilfestellung zu geben. Die Idee, die in Deutschland im Jahr 2008 an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen ins Leben gerufen worden ist, hat bereits bundesweit 10000 Schüler begleitet. 4000 Studenten sind mit von der Partie.

Erfahrung weitergeben

Sören Mjörnell ist seit September 2014 bei „Rock your life“ in Tuttlingen dabei. Er selbst habe seine Eltern nach dem Schulabschluss als Mentoren erlebt. Für ihn sei es selbstverständlich, diese Erfahrung an Schüler weiterzugeben, die nicht in diesen Genuss kommen. Mit seinem Schützling geht er seither Fußball spielen oder ins Tuwass. Bei schlechtem Wetter muss auch mal der PC oder die Konsole zum Zocken herhalten. Natürlich werden auch schulische Themen besprochen.

„Mein Schüler ist auf der Hauptschule und möchte den Realschulabschluss schaffen, um Förster zu werden“, berichtet Mjörnell. Daher versuche er, das soziale Umfeld zu schaffen, damit dessen Schulnoten besser werden. Im Februar 2016 ist Mjörnell mit dem Studium fertig, der Schüler macht seinen Abschluss im April 2016. „Ich gehe davon aus, dass wir auch danach in Kontakt bleiben werden“, sagt er. Die Auswahl erfolgte durch ein „Team Matching“, das dem Speed-Dating ähnlich ist. „Ich habe bewegende Geschichten gehört. Mancher Schüler hat mehr erlebt als ich“, berichtet Mjörnell.

Geld wird benötigt

Laura Wundke engagiert sich für das Fundraising im Organisationsteam. Schließlich kostet das Mentoren-Programm auch einiges an Geld, etwa für die Coaching-Betreuung der Studenten, die für „Rock your life“ drei externe Seminare besuchen müssen. „Rund 20 Schüler standen beim Start im vergangenen Jahr auf der Warteliste“, sagt sie. Daher sei es wichtig, das bald die nächste Runde startet. Dazu dürfte Noll an diesem Dienstag den einen oder anderen neuen Mitstreiter gefunden haben.

Wer „Rock your life“ unterstützen möchte, kann dies durch eine Spende machen. Oder aber Unternehmen, Handwerker und Dienstleister öffnen für das Mentoren-Programm ihre Türen und gewähren einen Einblick in die Berufswelt. Denn nur so können die Jugendlichen besser ihre Neigung für die Wahl des Ausbildungsplatzes erleben. Wer Kontakt zu „Rock your life“ möchte, schreibt eine E-Mail an

tuttlingen@rockyourlife.de.

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