Ressel: „Das war nur ein kleiner Schritt“

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Der VfL Nendingen (blau) überstand mit Glück die Schlussphase gegen den SV Deilingen unbeschadet und durfte sich über den 2:1-Si
Der VfL Nendingen (blau) überstand mit Glück die Schlussphase gegen den SV Deilingen unbeschadet und durfte sich über den 2:1-Sieg freuen. Hier klärt Leon Redle per Kopfball vor seinen Mannschaftskameraden Daniel Milkau und Johannes Hesse (von links) (Foto: hkb)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur
Wilfried Waibel

Der VfL Nendingen hat sich am Sonntag in der Fußball-Kreisliga A 2 zum 2:1-Sieg gegen den SV Deilingen gezittert. Darüber und, dass der Weiße Sonntag für den SC 04 Tuttlingen zu einem Schwarzen Sonntag wurde, dass die SpVgg Aldingen einen negativen Lauf hat und der Schwenningen FSV-Trainer seine Mannschaft lobt, lesen Sie in der Nachspielzeit.

Berauschend war es nicht, was der VfL Nendingen und der SV Deilingen am Sonntag auf dem Häldele abgeliefert haben. Dem VfL war es am Ende egal. Mit dem 2:1-Sieg wurden wichtige Punkte im Abstiegskampf der Kreisliga A geholt.

„Gott sei dank haben wir das Spiel über die Runden gebracht“, war bei VfL-Trainer Ralf Ressel die Erleichterung nach dem Schlusspfiff zu spüren. „Wir haben in der ersten Hälfte großen Aufwand betrieben. Da sind wir hoch gestanden und haben versucht, Deilingen am Aufbauspiel zu hindern. Nach dem Seitenwechsel haben wir das nicht mehr geschafft.“ In der letzten halben Stunde agierten die Gastgeber oftmals hektisch und unkontrolliert, außerdem ließen die Kräfte nach. Ressel: „Nach dem Anschlusstreffer waren wir sehr nervös. Da sind wir nicht richtig hinter dem Ball gestanden oder haben ihn falsch berechnet, so gab es viele Querschläger. Dazu kommt, dass die Spieler im Abstiegskampf angespannt sind.“

22 Punkte haben die Nendinger nach dem dritten Heimsieg im elften Spiel auf ihrem Konto. Einen Zähler mehr als der TV Wehingen, der als Tabellendreizehnter auf dem Relegationsplatz steht. Ressel: „Das war heute nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Wir sind noch lange nicht aus dem Abstiegskampf raus. Wir müssen uns am Donnerstag im Nachholspiel gegen den SV Kolbingen steigern, alle Kräfte bündeln, damit wir in die Spur kommen, Fußballspielen und den Ball laufen lassen.“

Dagegen drohen beim SV Deilingen langsam die Lichter auszugehen. Mit 15 Punkten nimmt der Aufsteiger den letzten Platz ein. Es war die dritte Niederlage mit einem Tor Unterschied in Folge. „Wir haben die erste Halbzeit verpennt, in der zweiten Hälfte Moral bewiesen und sind dran gewesen. Aber das Quäntchen Glück im Abschluss hat uns gefehlt“, sagte Spielertrainer Michel Ziaja. Sechs Minuten vor dem Ende hatte Daniel Stierle aus rund 25 Metern nur das Lattenkreuz getroffen. Der Coach des SV Deilingen: „Wir hatten unsere Chancen. Ein 2:2 wäre gerecht gewesen.“

Die Moral in seiner Mannschaft stimmt. Die Spieler haben kämpferisch alles gegeben. Selbst der verletzte Torhüter Noah Simon hat auf die Zähne gebissen. Ziaja: „Unser Torhüter hat mit angebrochenem Daumen gespielt. Er hat gesagt ,Schmerztabletten, tapen’ – er probiert es.“ Bei den Gegentoren war er machtlos.

Der Coach hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben. Michel Ziaja: „Natürlich wird es jetzt extrem schwer für uns, obwohl noch 30 Punkte theoretisch zu holen sind. So lange es rechnerisch noch möglich ist, müssen wir alles versuchen. Für unsere jungen Spieler gilt es jetzt: Köpfe hoch. Am Donnerstag kommt es zum nächsten Endspiel gegen die SG Dürbheim/Mahlstetten.“

Nico Vetere sieht schwarz

Bei der SpVgg Aldingen war man am Sonntag nach der 1:7-Heimpleite gegen die SG Dürbheim/Mahlstetten frustriert. SpVgg-Trainer Nico Vetere trauerte vor allem der guten, aber vergebenen Chance zur 2:1-Führung nach. „Dann hätten wir geführt und es wäre alles anders gelaufen“, mutmaßt der Aldinger Coach. So habe seine Mannschaft aber die Möglichkeit ausgelassen. Und nach der Pause habe sie völlig den Faden und mit 1:7 auch entsprechend klar verloren. „Für den Rest der Saison sehe ich schwarz“, hat der Aldinger Trainer kein gutes Gefühl. Momentan nimmt die SpVgg Aldingen den 14. Platz der 16er-Liga ein, ist somit der erste Absteiger. Auf den Relegationsplatz fehlen zwei Zähler und auf den ersten Nichtabstiegsplatz drei Punkte.

Almir Smakovic voll des Lobes

Ganz andere Töne dagegen kamen vom neuen Zweiten FSV Schwenningen. Die Grün-Weißen aus dem Schwenninger Moos haben mit ihrem 6:2-Sieg über den SV Renquishausen erstmals den zweiten Tabellenplatz erreicht. Am Ende war der FSV-Trainer Almir Smakovic voll des Lobes über sein Team. „Die Jungs haben super gespielt. Genau so, wie ich mir das vorgestellt habe.“ Da hat den FSV-Trainer auch nicht gestört, „dass meine Jungs nach einer Stunde etwas das Tempo zurückgenommen haben.“ Am kommenden Sonntag muss die FSV Schwenningen den zweiten Platz bei der SG Dürbheim/Mahlstetten verteidigen.

SC 04 III aus der Wertung

Keine positiven Schlagzeilen hat am vergangenen Wochenende der SC 04 Tuttlingen gemacht. Die Bezirksliga-Mannschaft verlor in Bochingen 1:3, die zweite (Kreisliga B 2) und dritte Mannschaft (Kreisliga A 2) traten zu ihren Spielen beim FSV Denkingen beziehungsweise bei der SG Durchhausen/Gunningen nicht an. „Das hat an diesem Wochenende nicht so geklappt“, sagte der Vorsitzende Sport, Erik Bühler. „Bei der dritten Mannschaft war es absehbar. Dort sind einige Spieler dabei, die unzuverlässig sind“, so der SC-Funktionär. Bei der dritten Tuttlinger Mannschaft handelt es sich um ein Team, dass nur aus Flüchtlingen besteht. Da diese Mannschaft bereits zum dritten Mal im Saisonverlauf nicht angetreten ist, wird sie aus der Wertung genommen. In der vergangenen Saison war dieses Team unter Rainer Schulz als Meister der Kreisliga C in die Kreisliga B aufgestiegen.

In der laufenden Runde gehören die letztjährigen Leistungsträger der Dritten nun der zweiten Garnitur des SC 04 an, die von Schulz in der Kreisliga A trainiert wird. Doch auch deren Kader war am Sonntag auf Kante genäht. „Kommunion und Verletzte, es sind einige ausgefallen“, sagte Schulz. Als dann auch noch zwei Spieler, die sich am Freitag in einen Kurzurlaub nach Frankreich verabschiedet hatten, meldeten, und auf der Heimfahrt im Stau standen, hatte Schulz gerade neun Spieler zur Verfügung. „Ich war sauer und enttäuscht“, machte er noch am Montag seinem Unmut Luft. „Gerade nachdem wir zuletzt einen guten Lauf hatten“, sagt Schulz, und kann die Einstellung einiger Spieler nicht verstehen.

Erik Bühler ist mit dem Rundenverlauf der ersten Mannschaft zufrieden. „Ein fünfter oder sechster Platz in der Bezirksliga ist für unsere junge Mannschaft okay.“ Er kündigte an, dass mit Samuel Benz und Marius Andris zwei Spieler der A-Junioren ab dieser Woche in den Kader der Bezirksliga-Mannschaft hochgezogen werden. Der Abstieg der A-Junioren aus der Verbandsstaffel steht nach der 1:3-Niederlage gegen Pfullingen so gut wie fest.

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