„Reibungslos, pünktlich und kostentreu“

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 Auf Station C1: Bei der offiziellen Einweihung des sanierten und erweiterten Bettenhauses des Kreisklinikums in Tuttlingen besi
Auf Station C1: Bei der offiziellen Einweihung des sanierten und erweiterten Bettenhauses des Kreisklinikums in Tuttlingen besichtigen (von links) Tuttlingens OB Michael Beck, Stationsleiterin Sylvia Bitzer, Architekt Günter Hermann, Landrat Stefan Bär und Klinikum-Geschäftsführer Sascha Sartor die Räume. (Foto: Ingeborg Wagner)

Auf den Tag genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung ist am Freitag das sanierte und erweiterte Bettenhaus C des Kreisklinikums in Tuttlingen eingeweiht worden. Zeitplan und die Baukosten – knapp 21 Millionen Euro – blieben im Rahmen. Das beeindruckte bis ins Stuttgarter Sozialministerium, wie Frank Wiehe, Leiter des Krankenhaus-Referats im Ministerium, angesichts der allgemein steigenden Baukosten sagte: „Das ist eine großartige Leistung – und wir betreuen ja wirklich viele Klinikneubauten.“

Rund 9,25 Millionen Euro Zuschuss gab es aus Stuttgart für das Tuttlinger Klinikum. Landrat Stefan Bär gab beim Festakt zu, „dass wir dem Land gerne zweistellig abgerungen hätten“ – das sei nicht ganz gelungen. Er fasste die Bauphase, in der das in die Jahre gekommene Bettenhaus in den Rohbau versetzt, saniert und mit einem 15 Meter langen Anbau versehen wurde, als „reibungslos, pünktlich und kostentreu“.

Die vergangenen zwei Jahre hätten allen Beteiligten viel Nerven abverlangt. Entstanden seienhelle, lichte Räume, die Atmosphäre haben. Die Patienten, die ja nicht freiwillig im Krankenhaus seien, könnten sich darin wohl fühlen. Gleichzeitig sei es Architekt Günter Hermann gelungen, dem Klinikum mit der Gestaltung der Außenfassade ein neues Gesicht hin zur Stadt zu geben, so Bär.

Der Geschäftsführer des Klinikums Landkreis Tuttlingen, Sascha Sartor, betonte, dass die Mitarbeiter nun zeitgemäße und bestmöglichst ausgestattete Arbeitsplätze in den insgesamt vier Stationen – drei internistische sowie die Mutter-Kind-Station – vorfinden würden. Sartor: „Ich finde, dass wir ein großartiges Gebäude geschaffen haben.“ Nun sei es an den Ärzten, Schwestern und Pflegern, dieses Gebäude mit einer guten Patientenversorgung und einem menschlichen Umgang auszugestalten.

„Alles gut“, fasste dann auch der ärztliche Direktor Dr. Michael Kotzerke die vergangenen Jahre mit Umzug, Auslagerung der Stationen in ein Provisorium, Bauarbeiten, Patientenschlangen vor der Notaufnahme und die ungeklärte Situation des Spaichinger Klinikums (wir berichteten) abschließend zusammen: „In diesem Alltagswahnsinn ist es auch mal angebracht, sich über gelungene Projekte zu freuen.“

„Verzetteln Sie sich nicht“

Auf 32 Millionen Euro bezifferte Frank Wiehe vom Sozialministerium die Summe, die in den vergangenen zehn Jahren vom Land ins Kreisklinikum Tuttlingen geflossen seien: „Uns ist es auch wichtig, dass die Menschen im ländlichen Raum gut versorgt sind.“

Die Einweihung des Bettenhauses sei ein kleiner Baustein eines großen Versprechens an die Bürger im Kreis: 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche medizinisch gut versorgt zu sein. Dabei sind die Herausforderungen, denen sich die Krankenhäuser gegenübersehen, aus seiner Sicht gewaltig. Wiehe: „Die Rahmenbedingungen verändern sich sehr schnell, und vieles davon ist kaum steuerbar.“ Gerade kleine Häuser müssten sich dem rechtzeitig und konstruktiv stellen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Krankenhaus Tuttlingen das alles lösen kann“, sagte Wiehe mit Blick auf Punkte wie Personalmangel, Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten ebenso wie Digitalisierung. Sein Rat an die Verantwortlichen: „Sorgen Sie für ein klares Profil ihrer Kreiskliniken, verzetteln sie sich nicht.“

Klinik zukunftsfähig machen

Auch der Landrat ging auf den Wandel im Krankenhauswesen ein, wie die Diskussion um die mögliche Schließung des Spaichinger Krankenhauses gezeigt habe. „Umso wichtiger ist es, sich zukunftsfähiger aufzustellen“, sagte er.

Das modernisierte Bettenhaus, das Platz für insgesamt 145 Betten, verteilt auf Ein-, Zwei- und einige Drei-Bett-Zimmer beinhalte, sei ein Schritt in ein zukunftsfähiges Klinikum.

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