13 000 Tonnen Grünschnitt fallen im Landkreis Tuttlingen jährlich an.
13 000 Tonnen Grünschnitt fallen im Landkreis Tuttlingen jährlich an. (Foto: Alexander Kaya)
Frank Czilwa
Redakteur

Der Spätsommer und der Herbst sind die Jahreszeit, in der wieder am meisten Grünschnitt anfällt. Aber nicht alle Gartenabfälle sind für die Grünguthöfe geeignet. Unser Mitarbeiter Frank Czilwa hat mit dem Leiter des Amtes für Energie, Abfallwirtschaft und Straßen im Landkreis Tuttlingen, Werner Damaschke, gesprochen, wie viel Grüngut anfällt und was damit passiert.

Derzeit fällt ja viel unreifes Obst von den Bäumen. Darf man das auch im Grünschnitthof abgeben?

Nein, dafür eignen sich die Grüngutannahmestellen nicht. Stattdessen sollten diese Abfälle in der braunen Biotonne entsorgt werden.

Welche Pflanzenabfälle kann ich denn im Grünguthof abgeben und welche sind für den Biomüll?

Grundsätzlich ist es so, dass die meisten Garten- oder Strauchabfälle, Baum- und Heckenschnitt prädestiniert sind für den Grünguthof. Wir weisen in unserem Abfallkalender darauf hin, was dagegen in die Biotonne gehört, zum Beispiel Obst- und Gemüsereste, Fallobst, Schnittblumen, Grasschnitt, Eier- und Nussschalen und andere Küchenreste. Auch Sägemehl ist nichts für den Grünguthof und gehört in den Bio-Abfall.

Wenn es so heißt ist wie im zu Ende gehenden Sommer, und so viel Grüngut anfällt: Kann es da auf den Grünguthöfen passieren, dass das Pflanzenmaterial durch den Druck und die Gärung sich spontan selbst entzündet? Man kennt das ja vom Komposthaufen daheim oder feuchtem Heu.

Bei uns ist dieses Problem noch nicht aufgetaucht. Das Grüngut bleibt auch nicht so lange liegen. Es fällt aktuell zwar viel Material an, das wird aber auch schnell gehäckselt und von der Firma ALBA abtransportiert.

Was passiert dann mit dem Grüngut?

Momentan, also bis Ende 2018, ist die Vertragslage noch so, dass der Maschinenring Tuttlingen-Stockach für das Zerkleinern und die Firma ALBA für den Abtransport und die Verwertung des Grünguts zuständig ist. Das Material gelangt zur Weiterverarbeitung zum Kompostwerk in Appenweier, Firma OCO Weber. Dort wird es in Grob- und Feinanteile gesiebt. Die Feinanteile werden kompostiert. Das grobe Strukturmaterial wird in einem Heizkraftwerk an der Universität Tübingen thermisch verwertet - also verbrannt. Ab 1. Januar 2019 liegt die komplette Verwertung in den Händen des Maschinenrings.

Haben Sie eine Ahnung, wie viel Grüngut jährlich im Landkreis Tuttlingen anfällt?

Bei uns fallen zirka 13 000 Jahrestonnen an. Zum Vergleich die Mengen-angabe für den anfallenden Restmüll. Da sind es 15 500 Tonnen pro Jahr. Es fällt somit fast so viel Grüngut wie Restmüll an.

Wo im Landkreis Tuttlingen kann man denn Grüngut abgeben?

Neben den drei reinen Grünguthöfen in Spaichingen, Trossingen und Königsheim gibt es auch an den vier Wertstoffhöfen – Geisingen, Mühlheim, Tuttlingen und Wehingen – und an der Bauschuttdeponie Aldingen Grünguthöfe. Außerdem sammelt der Landkreis von März bis November an jedem Samstag in jedem Ort und Ortsteil mit einer mobilen Annahmestelle Grüngut in einem Zeitfenster von einer halben bis zwei Stunden ein. Wo sich diese jeweils befindet steht im Abfallkalender. Der Landkreis hat diesen Service kontinuierlich ausgebaut. In den Anfängen der Grüngutentsorgung (in den 80er-Jahren) fand lediglich im Frühjahr und Herbst eine Straßensammlung statt.

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