OB zitiert Wohnbau und Frauenhaus an einen Tisch

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 Viele Frauen müssen länger im Tuttlinger Frauenhaus bleiben, da sie keine Anschluss-Wohnung finden.
Viele Frauen müssen länger im Tuttlinger Frauenhaus bleiben, da sie keine Anschluss-Wohnung finden. (Foto: dpa)
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Nach Differenzen zwischen der Tuttlinger Wohnbau und dem Frauenhaus hat sich Oberbürgermeister Michael Beck als Mediator eingeschaltet. Beide Parteien sind Ende November zu einem gemeinsamen Gespräch ins Rathaus eingeladen.

Im Zentrum steht das langjährige Problem des Frauenhauses, für diejenigen Frauen, die das Frauenhaus in ein selbstbestimmtes Leben verlassen können, geeignete Wohnungen zu finden. Nach einem Bericht unserer Zeitung über die Jahreshauptversammlung des Frauenhausvereins und der darin enthaltenen Aussage, bei Wohnbau-Wohnungen kaum zum Zuge zu kommen, war das Thema im nicht-öffentlichen Teil des Technischen Ausschusses von Stadträten hinterfragt worden.

Das darauf folgende Antwortschreiben der Wohnbau an die Gemeinderäte und die Stadtverwaltung zog eine Gegendarstellung des Frauenhauses nach sich. Die Schreiben, die auch unserer Zeitung vorliegen, ließen Oberbürgermeister Beck handeln. Man wolle zwischen den Parteien moderieren, sagte Stadt-Pressesprecher Arno Specht. Auch gehe es darum, sich von der Wohnbau erklären zu lassen, wie die Vergabe von Wohnungen ablaufe.

Die Gesprächspartner begrüßen indes die Einladung ins Rathaus. Man wolle keinen Streit mit der Wohnbau, sondern wolle eine kooperative Zusammenarbeit, betonte Frauenhaus-Geschäftsführerin Juliane Schmieder. „Ich bin offen und kooperativ“, sagte auch Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess. Beim gemeinsamen Gespräch wolle er dem Frauenhaus-Team das Angebot unterbreiten, dass es sich künftig direkt an ihn wenden könne, wenn eine Wohnungssuche anstünde. „Meine Handynummer ist bekannt“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das Frauenhaus kämpft nach eigener Aussage seit längerem mit dem Problem, dass etliche Frauen mangels Wohn-Alternativen bis zu einem Jahr in der Einrichtung bleiben müssen. In der Folge müssten regelmäßig Akutfälle abgewiesen werden, da die zwölf Plätze belegt sind.

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