Neues Projekt: Selbsthilfe speziell für junge Menschen

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 Schmerzhafte Trennungen können ein Grund sein, warum sich auch junge Menschen Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe holen.
Schmerzhafte Trennungen können ein Grund sein, warum sich auch junge Menschen Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe holen. (Foto: Frank Leonhardt)

Um die 70 Selbsthilfegruppen gibt es im Landkreis Tuttlingen. Nun haben die Kreisräte im Ausschuss für Soziales und Gesundheit am Mittwoch beschlossen, dass das Angebot um das Projekt „Junge Selbsthilfe“ erweitert werden soll.

Damit sollen Angebote speziell für junge Menschen eingerichtet werden. Ebenso steht bei vielen bestehenden Selbsthilfegruppen ein Generationenwechsel in der Leitung und bei den Mitgliedern an. Dieser soll unterstützt werden. Im übrigen kostenneutral, wie Landrat Stefan Bär ausführte: Die Kranken- und Pflegekassen seien bereit, für drei Jahre eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle in der Selbsthilfekontaktstelle in der Tuttlinger Gartenstraße zu finanzieren. Der Kreis stellt den Arbeitsplatz zur Verfügung. Damit wird die Arbeit von Sabrina Wurdak, die sich seit vielen Jahren um die Selbsthilfegruppen kümmere, ergänzt. Bär: „Es verbirgt sich etwas Gutes dahinter“, sagte er.

Kreisrat Bernhard Schnee (CDU) regte an, als kleinen Anstoß an die Kassen den Passus aufzunehmen, dass der Kreis eine Weiterführung des Projekts nach drei Jahren erwarte. „Ich will dieses Angebot nicht mit Forderungen versetzen“, entgegnete der Landrat. Wenn es gelinge, den Mehrwert dieser Arbeit aufzuzeigen, dürfte aus seiner Sicht eine Verlängerung kein Thema sein.

Elke Schaldecker (SPD) störte sich dagegen an Punkt drei des Beschlussvorschlags der Kreisverwaltung, über den die Räte abzustimmen hatten. Darin heißt es: „Der Kreistag dankt den Kranken- und Pflegekassen für die Unterstützung der Selbsthilfekontaktstelle und der Selbsthilfegruppen im Landkreis Tuttlingen.“ Aus Schaldeckers Sicht gehöre diese Unterstützung ohnehin zu den Aufgaben der Kassen. Ihr Antrag, diese Formulierung wegzulassen, fand keine Zustimmung im Gremium. Nur sie votierte dafür.

Einstimmig verlief dagegen die Abstimmung darüber, dass das Projekt „Junge Selbsthilfe“ etabliert werden soll. Die Verwaltung wurde ermächtigt, einen Förderantrag bei den Krankenkassen zu stellen und eine 50-Prozent-Stelle für einen Sozialpädagogen auszuschreiben, wenn der Antrag genehmigtsei. Hermann Polzer (OGL) sieht die Ausweitung als logisch und inhaltlich gut begründbar an: „Da das spezifische Angebot und die Art der Werbung bei jungen Menschen sicherlich eine andere ist, ist es gut, das gesondert anzugehen.“

Räumliche Situation inder Fachstelle angesprochen

Wolfgang Wuchner (CDU) trieb dagegen die räumliche Situation in der Fachstelle für Pflege und Selbsthilfe in der Gartenstraße 22 um. Wie berichtet, soll das Platzangebot ausgeweitet werden, auch mit Blick auf das Einrichten eines speziellen Fachraums für die Themen Alter und Technik. Die Option, das Obergeschoss dazuzunehmen und umzubauen, hat sich laut Sozialdezernent Bernd Mager als nicht realisierbar erwiesen: Eine sechsstellige Summe wäre dafür notwendig gewesen, zudem hätte durch eine Verbindung der beiden Geschosse der bestehende Versammlungsraum der Selbsthilfegruppen verkleinert werden müssen.

Ebenfalls zerschlagen habe sich die Suche nach alternativen Unterkünften für die Fachstelle, sagte der Landrat: „Wir haben in Tuttlingen gesucht, aber nichts gefunden.“ Er sehe einen Umzug nnerhalb der Stadt momentan nicht als möglich an. Mager verwies darauf, dass es in Schwenningen bereits einen Schauraum für den Themenbereich Alter und Technik gebe, der vom Landkreis Tuttlingen mitgetragen werde.

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