Neue Verkehrsführung in Nendingen sorgt für Ärger

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Durch dieses enge Teilstück der Straße „Bei der Kapelle“ müssen derzeit Lastwagen fahren. das ärgert die Anwohner.
Durch dieses enge Teilstück der Straße „Bei der Kapelle“ müssen derzeit Lastwagen fahren. das ärgert die Anwohner. (Foto: simon Schneider)
Simon Schneider

Die Nendinger Anwohner im gepflasterten Teilstück der Straße „Bei der Kapelle“ sind derzeit aufgebracht, weil durch ein Verbotsschild an anderer Stelle Lastwagenfahrer nahezu gezwungen sind, durch diesen Straßenabschnitt zu fahren.

Das Verbotsschild für Lastwagen in der Bräunisbergstraße wenige Meter vor dem Bahnübergang sorgt für Aufruhr. Das Schild besagt, dass Lastwagen nach dem Bahnübergang nicht mehr rechts in die Straße „Bei der Kapelle“ einbiegen dürfen. Stattdessen muss der Schwerlastverkehr geradeaus über den Bahnübergang in die nahtlos anknüpfende Ursentalstraße, um von dort rechts über die Straße „Auf Lett“ in die Straße „Bei der Kapelle“ einzubiegen.

In diesem knapp 100 Meter langen Teilstück „Bei der Kapelle“ wehren sich die Anwohner gegen den Lastwagenverkehr, der Richtung Bräunisberg fahren möchte. Sie befürchten zudem, dass aufgrund der Erschließung des neuen Baugebiets der Schwerlastverkehr vor ihrer Haustüre zunimmt. „Die Straße ist verkehrsberuhigend und nicht für Lastwagenverkehr gemacht worden. Deshalb muss jetzt was getan werden“, fordert Anwohnerin Anita Hipp. Sie betont, dass die Straße keinen Gehweg besitzt.

Das Teilstück ist mit Bordsteinen und durchgehend mit Pflastersteinen versehen, die teilweise stark beschädigt sind. Ebenso ragen Schachteldeckel heraus. „Wenn hier Lastwagen durchfahren, beschädigt das die Straße noch mehr“, sagt sie und ergänzt: „Die Straße ist 3,65 Meter breit. Oftmals parkt ein Auto auf der Straße oder die Mülleimer stehen draußen.“ Für einen Lastwagen sei dann kein Platz mehr.

Spielende Kinder

„In der Straße spielen Kinder, die teilweise aus dem ganzen Quartier hierherkommen. Sie lernen in der Straße beispielsweise das Fahrradfahren. Die Straße ist somit belebt von Kindern“, gibt ihr Nachbar Ingo Maier zu bedenken. Es komme häufiger vor, dass ein Müllauto wieder rückwärts herausfahren müsse, weil es aufgrund von parkenden Autos nicht durchfahren könne. „Wie soll das beim Lkw-Verkehr funktionieren“, fragte sich Anita Hipp.

In der jüngsten Ortschaftsratssitzung sprach sie das Thema in der Bürgerfrageviertelstunde an. Laut ihrer Aussage habe sie von Uwe Neumann, Leiter des Fachbereichs Tiefbau bei der Stadt, und von Ortsvorsteher Franz Schilling keine zufriedenstellende Antwort erhalten.

Auf Nachfrage unserer Zeitung äußerte sich Schilling zu der Situation: „Der Straßenabschnitt ist kaputt und ohnehin für einen Lastwagenverkehr nicht ausgelegt. Es ist so kein Gegenverkehr möglich. Das Verbotsschild für Lastwagen am Bahnübergang muss weg. Die Lastwagen sind seit vielen Jahren immer dort hochgefahren.“

Warum es überhaupt zu diesem Abbiegeverbotsschild für Lastwagen gekommen ist, erklärte Neumann in der Sitzung des Ortschaftsrats: „Im vergangenen Jahr gab es eine Begehung aller Bahnübergänge im Stadtgebiet mit dem Eisenbahnbundesamt, der Polizei und den zuständigen Fachbehörden. Dort haben sich Gefahren bei diesem Bahnübergang herausgestellt“, sagte Neumann und erklärte mögliche Gefahrensituationen: „Wenn von der Straße ,Bei der Kapelle’ Fahrzeuge in die Bräunisbergstraße innerorts einbiegen und zeitgleich Fahrzeuge entgegengesetzt rechts in die Straße ,Bei der Kapelle’ abbiegen wollen, kann es zu Behinderungen kommen. Durch die Größe eines rechts abbiegenden Lkw nach dem Bahnübergang könnte ein Rangieren notwendig sein. Im gleichen Augenblick könnten die Schranken schließen.“

Keine Information vorab

Die Anwohner zeigen durchaus Verständnis für das Abbiegeverbotsschild für Lastwagen und die Gefahr am Bahngleis, aber nicht dafür, dass die Lkw ab sofort durch ihre Straße rollen sollen. Das sieht auch Anwohnerin Susanne Seidl so: „Ich bin enttäuscht, dass keiner der Verantwortlichen im Vorfeld zu uns gekommen ist und gesagt hat, was sie vorhaben. Ebenso bin ich enttäuscht von den Leuten, die die Entscheidung getroffen haben, weil sie nicht geschaut haben, wie die alternative Route verläuft“, bemängelt Seidl.

Auch Anita Hipp und ingo Maier hätten sich vonseiten der Verantwortlichen mehr Weitblick gewünscht, damit die Folgen des Verbotsschilds nicht zulasten ihrer Straße gehen.

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