Neue IKG-Leiterin tritt Dienst an

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Die neue Schulleiterin des Immanuel-Kant-Gymnasiums: Patricia Pulfer-Jauch.
Die neue Schulleiterin des Immanuel-Kant-Gymnasiums: Patricia Pulfer-Jauch. (Foto: Sebastian Heilemann)

Patricia Pulfer-Jauch ist die neue Schulleiterin am Immanuel-Kant-Gymnasium (IKG) in Tuttlingen. Sie wird in einer Zeit voller Umbrüche an der Spitze der Schule stehen – dem Umbau des Gymnasiums und dem Ankommen der Digitalisierung im Unterrichtsalltag. Wichtig dabei ist ihr: Schüler sollen sich am Immanuel-Kant-Gymnasium aufgehoben fühlen.

Gerade einmal drei Tage des neuen Schuljahres sind ins Land gegangen. Doch die Anzahl der Termine, die Patricia Pulfer-Jauch bereits abgearbeitet hat, ist groß. Die Begrüßung der Schüler zum neuen Schuljahr, die Begrüßung der neuen Fünftklässler an der Schule und Lehrerkonferenzen. Für die Lehrerin für Deutsch, Psychologie und Geschichte eigentlich nichts Neues. Neu ist aber ihre Rolle als Schulleiterin. „Für mich war das sehr aufregend“, sagt sie. „Als in der Eröffnungskonferenz 70 Lehrer vor mir standen, war ich nervös.“

In den vergangenen 14 Jahren unterrichtete sie am Gymnasium in Spaichingen. 2014 wurde Pulfer-Jauch Abteilungsleiterin, kümmerte sich um die Einrichtung eines neuen Lernzentrums an der Schule. Erfahrungen, die sie nun auch in ihre Arbeit in Tuttlingen mit einfließen lassen will. Denn: Auch am Immanuel-Kant-Gymnasium stehen in den nächsten Jahren massive Umbau- und Sanierungsarbeiten an. Zusammen mit den Arbeiten am Otto-Hahn-Gymnasium sollen mehr als 50 Millionen Euro verbaut werden (wir berichteten). Eines der größten Schulsanierungsprojekte in ganz Baden-Württemberg.

Richtiges Umfeld schaffen

Diese Pläne waren einer der Gründe für Pulfer-Jauchs Bewerbung in Tuttlingen. „Ich möchte in den kommenden Jahren mit dem Umbau der Schule und der Entwicklung von neuen pädagogischen Konzepten etwas bewegen. Ich würde die Schule gerne so gestalten, wie sie mir als Schülerin gefallen hätte“, sagt Pulfer-Jauch, deren eigene Schulzeit noch von der Idee des Frontalunterrichts geprägt gewesen sei. „Mir ist wichtig, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Schüler aufgehoben fühlen. Nur dann kann man gut lernen“, so Pulfer-Jauch. Dabei gehe es sowohl um die Räumlichkeiten der Schule, als auch um das soziale Klima.

Eine weitere Herausforderung für die Zukunft der Schule sieht die 47-Jährige in der Digitalisierung. Von einem generellem Handyverbot an Schulen hält die neue Rektorin nicht viel. Viel mehr müsse man die Kinder begleiten und dafür sorgen, dass diese die Technik sinnvoll nutzen. „Die Aufgabe der Schule ist es, die Digitalisierung mit Leben zu füllen“, sagt Pulfer-Jauch. Es gebe bereits gute Unterrichtskonzepte beispielsweise für Tablets. Wichtig sei es aber auch, die Kollegen auf diesem Weg mitzunehmen und entsprechend fortzubilden. „Das Problem ist, dass Lehrer das so nebenher machen sollen“, so Pulfer-Jauch. Und damit Schultablets auch immer funktionieren, wenn sie gebraucht würden, bräuchte es eigentlich einen IT-Support. „Im Moment müssen Lehrer eigentlich immer ein analoges Konzept und ein digitales dabei haben“ – für den Fall, dass die Technik nicht funktioniert.

Lernräume schaffen, Digitalisierung stärken und das Soziale fördern. Diese Themen sind der neuen Schulleiterin wichtig. „Ich hatte und habe großen Respekt vor der Aufgabe“, sagt Pulfer-Jauch.

Mehrere Bewerber für die Stelle

„Das war in meiner Vita eigentlich noch gar nicht so vorgesehen“, sagt Pulfer-Jauch. Dass sie die Stelle antreten kann, erfuhr sie erst Ende August – der Auswahlprozess, bei dem sich mehrere Bewerber auf die IKG-Stelle beworben hatten, zog sich über mehrere Monate. „An der Schule war alles so vorbereitet, dass es auch ohne mich hätte laufen können“, sagt sie. Eine Neuerung hat Pulfer-Jauch aber bereits umgesetzt: sogenannte Übergabe-Konferenzen, in der sich jeweils der alte und der neue Klassenlehrer einer Klasse austauschen. Eine Idee, die die neue Schulleiterin aus Spaichingen mitgebracht hat. Darauf habe es bereits Rückmeldungen aus dem Lehrerkollegium gegeben, wie diese Idee weiterentwickelt werden könnte. „Jedes Konzept muss auch zur jeweiligen Schule passen“, erklärt Pulfer-Jauch.

Wenn es nach ihr geht, soll sich die Schule permanent weiterentwickeln – quasi eine lernende Schule sein. „Nur so können wir den Anforderungen der Zukunft gerecht werden“, sagt Pulfer-Jauch. Dazu will sich die sie nun erst einmal einen Überblick über die Konzepte, die es bereits an der Schule gibt, verschaffen. Für Anfang Dezember ist eine gemeinsame Klausurtagung des Schulleitungsteams geplant.

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