Nendingen will Kontakt zur Spitze nicht abreißen lassen

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 Der ASV Nendingen erhofft sich am Samstag von Daniel Cataraga (oben) erneut einen Sieg.
Der ASV Nendingen erhofft sich am Samstag von Daniel Cataraga (oben) erneut einen Sieg. (Foto: hkb)
Manuel Schust

Nach der knappen Auswärtsniederlage gegen den Dauerrivalen Germania Weingarten (13:17) steht am Samstag (21 Uhr) für den ASV Nendingen bereits der nächste Heimkampf in der Deutschen Ringerliga (DRL) an. In der Tuttlinger Mühlauhalle empfängt der ASV mit dem KAV Eisleben ein Team, das trotz Außenseiterrolle bereits für eine Überraschung gesorgt hat.

Im Vereinsspektrum der Deutschen Ringerliga nimmt der KAV Eisleben eine Sonderrolle ein. Die Lutherstädter stellen nicht nur die einzige ostdeutsche Mannschaft der Liga, sondern haben als einziger Verein vor der DRL-Gründung nicht in der Bundesliga gekämpft. Dementsprechend schwer hat sich der KAV in seinen ersten beiden Jahren auch damit getan, sich an das hohe Niveau in der DRL zu gewöhnen. Doch nachdem man zwei Jahre in Folge die rote Laterne innehatte, hat sich Eisleben in dieser Saison an die Spitzenmannschaften rangekämpft und die Halbfinalteilnahme bereits sicher.

Dass der KAV Eisleben konkurrenzfähig ist, haben die Lutherstädter bereits in den vergangenen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt. Doch trotz Siegen über Weingarten und Ispringen hat es für den KAV nie gereicht, sich in der Ligaspitze festzusetzen. Gegen den ASV Nendingen konnte Eisleben bislang jedoch nie gewinnen. In allen vier Auseinandersetzungen gingen die Nendinger Ringer als Sieger von der Matte.

Auch in dieser Saison befindet sich Eisleben im Schatten der Topteams aus Weingarten, Ispringen und Nendingen. Doch nicht zuletzt der deutliche Sieg über den amtierenden DRL-Champion VfK Schifferstadt hat bewiesen, dass mit dem KAV in dieser Saison durchaus zu rechnen ist. Denn mit dem 20:5-Heimerfolg über den VfK sicherte sich Eisleben das Ticket für die zweite Hauptrunde in der DRL. Schon eine Woche zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Magomedshapi Gadzhiev gezeigt, zu was sie im Stande sein kann. In Weingarten schrammte Eisleben nur haarscharf an der Sensation vorbei und musste sich Germania Weingarten knapp mit 10:12 geschlagen geben.

„Eisleben hat in dieser Saison sein Potenzial gut ausschöpfen können und sich den Platz im Halbfinale redlich verdient“, schildert ASV-Geschäftsführer Markus Scheu. „Wir werden den KAV auf keinen Fall unterschätzen. Sie haben Meister Schifferstadt aus dem Wettbewerb geworfen und genauso wie wir die ungeschlagenen Weingartener an den Rand einer Niederlage gebracht. Für uns geht es darum, mit einem Sieg über Eisleben unsere Position zu festigen und den Kontakt an die Spitze zu Weingarten und Ispringen nicht abreißen zu lassen.“

Wie schon in den vergangenen Jahren befinden sich im Kader des KAV viele Spitzenathleten aus Russland und Aserbaidschan. Die stärkeren Auftritte zeigten die Lutherstädter in dieser Saison mit dem Rückrundenkader. Der Kampf am Samstag wird jedoch nach den Gewichtsklassen der Hinrunde ausgerungen. Dennoch verfügt Eisleben über mehrere Ausnahmeringer.

Azamat Akhmedov (67 kg, G) konnte seine beiden Kämpfe in der bisherigen DRL-Saison gegen starke Gegner gewinnen. Zunächst behielt der russische Vizemeister von 2017 in einem engen Kampf gegen Schifferstadts Sanel Semenov die Oberhand. Anschließend musste sich auch der frühere Nendinger Donior Islamov (jetzt bei Germania Weingarten) gegen den Russen geschlagen geben. Auch sein russischer Landsmann Sosruko Kodzokov (87 kg, G) ist ebenso wie Ali Shabanau (87 kg, F) in dieser Saison noch ungeschlagen.

Doch der ASV braucht sich vor den aufstrebenden Lutherstädtern nicht verstecken. Mit dem WM-Zweiten Yabrail Hasanov (87 kg, F), Weltmeister Yowlys Bonne (63 kg, F), Publikumsliebling und Juniorenweltmeister Daniel Cataraga (77 kg, G) und dem aufstrebenden Freistilathleten Gadzhimurad Omarov (77 kg, F) verfügen die Nendinger über so viel Qualität im Kader, dass man die Favoritenrolle innehaben sollte.

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