„Nein zum Heim“ will in Tuttlingen demonstrieren

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Mit solchen Schildern traten die Demonstranten im Januar in Donaueschingen auf.
Mit solchen Schildern traten die Demonstranten im Januar in Donaueschingen auf. (Foto: Hänsgen/Archiv)

Die Bewegung „Nein zum Heim“ hat im vergangenen Jahr mit Demos gegen Asylbewerberheime in der Region auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt ist es auch in Tuttlingen soweit: Am 12. Juni plant die Gruppe „Nein zum Heim in Schwarzwald-Baar-Heuberg“ eine Aktion in Tuttlingen.

Offiziell kündigt die Gruppe auf Facebook den „1. Tuttlinger Nachmittagsspaziergang gegen Asylmissbrauch und islamischen Terror in Europa“ an. Um 16 Uhr soll es in Tuttlingen an der Donau losgehen.

Wo genau die Demo stattfinden soll, steht da nicht. Worum es den Organisatoren geht, dagegen schon: „Steht auf – gegen die ungebremste Überflutung durch Scheinasylanten“, heißt es in einer Ankündigung. Auch kriminelle Migranten, multikulturelle Gewalt und Überfremdung fürchten die Demo-Initiatoren.

Deshalb wenden sie sich gegen neuen Asylbewerberheime in der Region. Dafür soll es laut Ankündigung ein, so wörtlich, „freies Bürgermikrofon für jeden, der unseren ’Volksvertretern’ etwas zu sagen hat!!!!!“ geben. Weitere Details zur Veranstaltung hat unsere Zeitung vom Veranstalter über Facebook angefordert. Bislang blieb die Anfrage aber unbeantwortet.

Bei der Polizei ist die Nachricht von der Demo diese Woche eingegangen, bestätigt Sprecher Thomas Kalmbach. Wie groß die Demo werden soll, ließe sich bislang nicht abschätzen, sagt er. „Wir rechnen aber nicht damit, dass sie wesentlich größer wird als in Donaueschingen, aber man weiß nie“, so Kalmbach. In Donaueschingen hatten Ende Januar um die 100 Leute der Gruppe demonstriert – allerdings auch 300 Gegendemonstranten.

Es handle sich um die gleichen Organisatoren wie in Donaueschingen, sagte Stadtsprecher Arno Specht auf Nachfrage. Vergangene Woche sei die Demo angemeldet worden: ein Aufmarsch auf der Bahnhofstraße mit etwa 100 Teilnehmern, dann eine Kundgebung auf dem Marktplatz, 250 Leute. „Wir prüfen derzeit, ob wir aus verkehrsrechtlichen Gründen Auflagen erteilen müssen“, sagt Specht. Unter anderem sollen zu dem Zeitpunkt schon die Bauarbeiten in der Fußgängerzone im Gange sein.

Nach unserer Berichterstattung hat sich eine Gegendemo angekündigt. Edmond„ Jäger, unter anderem Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds Tuttlingen, meldete sie am Dienstag für den DGB bei der Stadt an. Es gehe darum, so Jäger, „unsere Stadt nicht den rechten Rassisten zu überlassen“.

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