Lothar Häring

Neue Interessenten haben bis am morgigen Mittwoch um 18 Uhr Zeit, sich zu bewerben. Ebenso bisherige Kandidaten, die zum zweiten Wahlgang nicht mehr antreten wollen. Bisher hat Gaetano Cristilli (2,2 Prozent) seinen Verzicht erklärt.

Eigentlich, so könnte man meinen, ist die Oberbürgermeisterwahl in Villingen-Schwenningen entschieden: Jürgen Roth (CDU), der Tuninger Bürgermeister, hat mit 48,1 Prozent fast die absolute Mehrheit geholt. Damit müsste er, so meinen viele, im zweiten Wahlgang am 21. Oktober, wenn die einfache Mehrheit reicht, locker durchs Ziel gehen. Doch seine Konkurrenten sehen das Rennen noch nicht entschieden.

„Da geht noch was!“, sagt Jörg Röber, der Kandidat von SPD und Grünen fast trotzig. „Ich bin total motiviert!“ Er liegt mit 35,4 Prozent fast schon abgeschlagen hinter Roth zurück. „Natürlich ist das eine Herausforderung“, räumt der persönliche Referent von Amtsinhaber Rupert Kubon ein, „aber ich bin da zuversichtlich und sehe noch viel Potential.“

Zum einen bei den Nichtwählern, die mit 58 Pozent in der großen Mehrheit sind. Zum anderen gelte es, das Wahlergebnis zu analysieren. Zum Beispiel in Schwenningen. In der SPD-Hochburg holte CDU-Kandidat Roth die a bsolute Mehrheit mit 53,5 Prozent (Weigheim 72), während Röber gerade mal auf 29,6 Prozent kam. Ein Rätsel, auch für den gebürtigen Villinger Roth. Vielleicht wisse man im Nachbarort Schwenningen mehr, was er in Tuningen als Bürgermeister geleistet habe, vermutet Roth. Vielleicht spiele auch seine Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche, die in Schwennungen dominiert, eine Rolle.

Kenner verweisen außerdem darauf, dass sich Schwenningen durch Rupert Kubons Politik zunehmend abgehängt fühlt (Pläne für ein Verwaltungszentrum in Villingen) und sein Referent jetzt dafür büßen musste. Im eher katholischen Villingen lagen Roth und Röber mit jeweils 43:40 fast gleichauf.

Eine überraschende Nachricht kommt von Marina Kloiber-Jung, die am Sonntag auf 12,2 Prozent kam. Auf die Frage, ob sie weitermachen, antwortet die 36-Jährige wie aus der Pistole geschossen: „Selbstverständlich!“ Die selbstbewusste Leiterin der Technischen Dienste Villingen-Schwenningen und Mutter zweier Kinder, ist, wie Roth, CDU-Mitglied und trotzdem nicht bereit, ihm kampflos das Feld zu überlassen.

„Ich nehme das sportlich“, sagt Roth. Für ihn werde es in den kommenden zwei Wochen vor allem darum gehen, die Wahlbeteiligung und das Wahlergebnis zu halten. Auch er werde bis zum Schluss kämpfen, kündigt der Favorit an.

Neue Interessenten haben bis am morgigen Mittwoch um 18 Uhr Zeit, sich zu bewerben. Ebenso bisherige Kandidaten, die zum zweiten Wahlgang nicht mehr antreten wollen. Bisher hat Gaetano Cristilli (2,2 Prozent) seinen Verzicht erklärt.

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