Moritz Netenjakob liest aus „Milchschaumschläger“

Lesedauer: 3 Min
 Moritz Netenjakob liest am 10. Oktober.
Moritz Netenjakob liest am 10. Oktober. (Foto: Britta Schüßling)
Schwäbische Zeitung

Auch in seinem 16. Jahr bringt der „Tuttlinger Literaturherbst“ hochkarätige Gäste an die Donau. Einen viel gelesenen Autoren und Grimme-Preisträger präsentiert die Stadthalle Tuttlingen am Donnerstag, 10. Oktober, um 20 Uhr mit Moritz Netenjakob, dessen Romane „Macho Man“ und „Der Boss“ SPIEGEL-Bestseller waren. Mit „Milchschaumschläger“ bringt Netenjakob eine satirische Lesung über eine Geschichte des Scheiterns auf die Bühne, die den Rahmen einer gewöhnlichen Lesung sprengt.

Die Freude auf die Beschäftigung mit Büchern zu wecken oder weiter zu fördern, ist eines der erklärten Ziele, das die Stadthalle Tuttlingen mit ihrer Buch- und Lesereihe verfolgt. Und Spaß und Freude scheinen an diesem Abend garantiert: In seinem dritten Roman setzt der Kölner dem Mikrokosmos Café ein satirisches Denkmal, eines, das durchaus autobiografische Züge trägt.

Denn nach dem Bestsellererfolg seines Roman-Erstlings investierte Netenjakob sein Geld in die Erfüllung des Traums vom eigenen Café. Dabei hatten ihn viele gewarnt. 2010 feierte er Eröffnung, 2011 folgte die Schließung. Verarbeitet hat er die Pleite in seinem teils realen, teils fiktiven Roman „Milchschaumschläger“.

„Zum Glück war Moritz Netenjakob als Barista so erfolglos, wir wären sonst nicht in den Genuss dieses saukomischen Romans gekommen“, jubelt Christoph Maria Herbst. Was der SPIEGEL-Bestseller-Autor auf der Bühne veranstaltet, ist keine Lesung im herkömmlichen Sinne: Netenjakob lässt in „Milchschaumschläger“ als Ein-Mann-Ensemble mit Dutzenden von Stimmen sein Romanpersonal lebendig werden.

Moritz Netenjakob wurde 1970 in Köln geboren. Seine ersten Erfahrungen als Comedy-Autor sammelte er bei „Hurra Deutschland“, später war er für „Die Wochenshow“ und „Ladykracher“ tätig. Als Drehbuchautor war er an Fernsehserien wie „Anke“, „Dr. Psycho“ und „Stromberg“ beteiligt, zudem war er Chefautor bei der „Wochenshow“ und „Switch“. 2006 erhielt er für seine Mitarbeit an „Stromberg“ den Adolf-Grimme-Preis.

Moritz Netenjakob schreibt auch Beiträge zu Soloprogrammen anderer Künstler, etwa für Bastian Pastewka. Bernhard Hoëcker, Cordula Stratmann, Hella von Sinnen und Rüdiger Hoffmann. Seine eigenen Kabarettprogramme „Multiple Sarkasmen“ sowie „Meine dicke, freche türkische Familie“ begeistern Zuschauer und Kritiker.

Für Schulklassen gelten Sonderpreise. Auch im Literatur-Abo, das rund 35 Prozent Preisermäßigung bietet, können die Tickets gebucht werden.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen