Mikado aus Frittlingen holt Sonderpreis

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Volker Kauder, CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag, überreicht den ersten Preis an Maria Müller von der Initiative Skipsy. (Foto: Michael Hochheuser)
Michael Hochheuser

Erstmals ist am Donnerstagabend im Aesculapium in Tuttlingen der B. Braun-Preis für Soziale Innovationen verliehen worden. Der vom Tuttlinger Unternehmen Aesculap und der Zeppelin Universität Friedrichshafen ausgerichtete Wettbewerb wendet sich an Initiativen, die gesellschaftlichen Problemen auf eine neue Weise begegnen. Der erste Preis ging an die Initiative Skipsy aus Moos bei Radolfzell, die Kinder psychisch kranker Eltern unterstützt. Einen Sonderpreis bekam die Nachbarschaftshilfe Mikado aus Frittlingen.

„Mit diesem Preis wollen wir das Gute sichtbar machen und stärken“, sagte Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender der Aesculap AG. Stolze 114 Bewerbungen aus 64Kommunen im südlichen Baden-Württemberg waren eingegangen. „Das hat uns schlichtweg überwältigt“, freute sich Knaebel. Eine Jury mit unter anderem dem CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Volker Kauder, Landtagspräsident Guido Wolf und Tuttlingens OB Michael Beck traf die Auswahl. Die Kriterien waren, wie innovativ, wirksam und nachhaltig die Initiativen sind und wie sich die Projekte übertragen lassen. Insgesamt wurde ein Preisgeld von 30 000 Euro ausgeschüttet.

Vergessene Kinder

10 000 Euro davon gehen an den Sieger Skipsy, der im Raum Singen/Radolfzell aktiv ist. „Ich danke der Jury, dass sie vergessene Kinder in den Mittelpunkt rückt“, sagte Maria Müller von dem Gruppenangebot für den Nachwuchs von Familien mit einem psychisch kranken Elternteil. Laut Kauder gibt es davon in Deutschland drei Millionen Kinder – und dennoch fände das Thema in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Diese Kinder gingen „durch eine schwere Zeit, sie schämen sich für ihre Eltern“.

Den mit 7500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die Gemeinschafts-Initiative Kinderchancen Singen, die gegen Kinderarmut vorgeht. Den dritten Platz mit jeweils 5000 Euro teilten sich Komm in das gesunde Boot aus Stuttgart und Kultur vom Rande aus Reutlingen. Erstere ist ein Programm der Baden-Württemberg-Stiftung zur Gesundheitsförderung von Schülern, letztere ein internationales Festival für Theatergruppen, in denen Behinderte künstlerisch aktiv sind.

Den mit 2500 Euro dotierten Sonderpreis errang die von Bürgern getragene Initiative Mikado aus Frittlingen, für die Elisabeth Zepf den Preis entgegennahm. „Mikado hat die Idee der Nachbarschaftshilfe aufgegriffen – in moderner Form und über Gemeindegrenzen hinweg“, lobte Wolf. Ziel ist es, dass ältere und pflegebedürftige Menschen solang wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

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