Menschenrechte vor Profit – weltweit

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 Politikwissenschaftler Thomas Köller referiert im Rathaus.
Politikwissenschaftler Thomas Köller referiert im Rathaus. (Foto: Klaus Schmid-Droullier/pm)
Schwäbische Zeitung

Der Politikwissenschaftler Thomas Köller hat im Tuttlinger Rathausfoyer im Rahmen der Fair-statt-Flucht-Woche über die Globalisierung und Menschenrechte gesprochen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Dabei übte er auch Kritik an Deutschland, das den sogenannten „Binding Treaty“ nicht unterstütze.

Günstige Kleidung, billige Schokolade und Meeresfrüchte. Damit all das in deutschen Supermarktregalen landet, werden die Menschen in Herkunftsländern der Waren mit Füßen getreten. Das kritisierte der Politikwissenschaftler Thomas Köller im Rahmen eines Vortrages im Tuttlinger Rathausfoyer. Dabei forderte er, dass Menschenrechte in der globalen Wirtschaft geschützt werden müssen. Ein vielversprechender Ansatz werde seit 2014 im Rahmen der UNO verfolgt. Seitdem werde im UNO-Menschenrechtsrat über einen verbindlichen, völkerrechtlich Vertrag verhandelt – einen sogenannten „Binding Treaty“. Laut Köller soll dieser erstens die Menschenwürde zum obersten Prinzip machen, zweitens Unternehmen für Verstrickungen in Menschenrechtsverletzungen haftbar machen, und drittens denen, deren Rechte verletzt wurden, bessere Mittel an die Hand geben, um vor Gericht ziehen und auch Entschädigungen einklagen zu können. Köller kritisierte, dass sich Deutschland und die europäischen Staaten insgesamt noch nicht entschlossen hätten, den „Binding Treaty“ zu unterstützen.

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