Mehr Verkehrstote: Polizei will Motorradstrecken besser überwachen

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Ein Kreuz an der Straße, wie hier bei Tübingen, weist auf Verkehrsunfälle mit Todesfolge hin.
Ein Kreuz an der Straße, wie hier bei Tübingen, weist auf Verkehrsunfälle mit Todesfolge hin. (Foto: DPA/Sebastian Gollnow)
Schwäbische Zeitung

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Polizeipräsidium Tuttlingen hat leicht zugenommen. Wie die Polizei mitteilt, sind sie in den fünf Landkreisen Freudenstadt, Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und Zollernalb von 19 437 auf 19 875 (plus 2,3 Prozent) leicht gestiegen. Auch gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (18 358) bedeutet das einen Anstieg.

Unfälle mit Personenschaden gingen im Jahresvergleich um 1,3 Prozent zurück. Im Fünf-Jahresvergleich war eine Zunahme um 3,5 Prozent zu verzeichnen. Die Unfälle mit reinem Sachschaden und die Kleinstunfälle nahmen um 1,5 beziehungsweise 3,5 Prozent zu.

Die Anzahl der Verkehrstoten stieg von 40 im Vorjahr auf 46 Verkehrstote in 2018. Die Zahl der Schwerverletzten reduzierte sich von 561 auf 536. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 29 (1,1 Prozent) von 2552 auf 2581.

13 Tote nach Motorradunfällen

Die Motorradunfälle im Jahresvergleich 2017/2018 gingen um 3,6 Prozent von 416 auf 401 Verkehrsunfälle zurück. Eine Zunahme war lediglich im Landkreis Freudenstadt (von 89 in 2017 auf 106 in 2018) zu verzeichnen. Erschreckend nennt die Polizei die Zunahme der getöteten Kraftradfahrer von sechs getöteten Personen 2017 auf 13 im Jahr 2018. Die Anzahl der Leichtverletzten hat sich minimal um eine Person gesteigert.

Die Anzahl der Schwerverletzten ging deutlich von 128 auf 111 zurück. Im Bereich der Unfallbekämpfung von Motorradunfällen wird das Polizeipräsidium Tuttlingen auch im Jahr 2019 seinen Schwerpunkt setzen. „Durch Verkehrsüberwachungsaktionen, insbesondere an den Wochenenden, auf den viel befahrenen Motorradstrecken im Schwarzwald, am Randen, im Donautal und der Alb wollen wir die Verkehrssicherheit erhöhen“, heißt es in der Mitteilung.

Dies diene insbesondere auch dem Schutz der Motorradfahrer selbst, da 61,3 Prozent der „Biker-Unfälle“ von diesen selbst verursacht wurden. Diese Überwachungsaktionen werden begleitet durch Präventionsveranstaltungen an den Haupttreffpunkten der „Biker“, um diese für die Gefahren zu sensibilisieren. Kooperationen mit den Polizeipräsidien Offenburg (Ruhestein) und Konstanz (Hegaublick) sind geplant.

Bei den getöteten Pkw-Insassen stieg die Zahl im Jahresvergleich von 18 auf 20. Von diesen waren fünf Personen nicht angegurtet.

Mehr Unfälle mit E-Bikes

Die Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrrädern und Pedelecs sind von 380 Verkehrsunfällen 2017 auf 440 in 2018 angestiegen. Dafür verantwortlich war 2018 hauptsächlich die deutliche Zunahme bei den Pedelec-Unfällen (plus 20,6 Prozent). Jeweils zwei Radfahrer und zwei Pedelec-Fahrer wurden bei den Unfällen getötet. Ein Pedelec-Fahrer und ein Radfahrer trugen keinen Helm.

Die Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern reduzierten sich leicht von 228 im Jahr 2017 auf 215 im Jahr 2018. Auch die Zahl der getöteten Fußgänger reduziert sich von zehn auch acht Personen.

Durch Verkehrsüberwachungsaktionen, insbesondere an den Wochenenden, auf den viel befahrenen Motorradstrecken im Schwarzwald, am Randen, im Donautal und der Alb wollen wir die Verkehrssicherheit erhöhen.

Bei der Unfallentwicklung durch die „Jungen Fahrer“ (18 bis 24 Jahre) war in den vergangenen Jahren ein stetiger Rückgang festzustellen. Nach einem Anstieg von 2016 (1064 Unfälle) auf 2017 (1078 Unfälle) war im Jahr 2018 wieder ein Rückgang (auf 1020 Unfälle) zu verzeichnen. Wir werden in unseren Bemühungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in diesem Segment nicht nachlassen und müssen weiterhin durch konsequente Überwachung und Aufklärungsmaßnahmen, insbesondere in den weiterführenden Schulen, polizeiliche Präsenz zeigen.

Mehr Unfälle mit Beteiligung von Senioren

Die Zahl der Unfälle, an welchen Senioren beteiligt waren, nahm in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig zu, von 1502 (2009) auf 1805 (2018). Das liegt auch daran, dass der Anteil der älteren Menschen an der Bevölkerung steigt. Im Jahr 2018 wurden 13 Personen bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Senioren getötet (2017: 15). Von den letztjährigen 1805 Verkehrsunfällen mit Senioren wurden 1139 (63,1 Prozent) von Senioren verursacht. „Gerade die älteren Menschen berücksichtigen wir in unseren Präventionsveranstaltungen, um sie detailliert auf die Gefahren des Straßenverkehrs im Alter hinzuweisen“, heißt es von der Polizei.

Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei welchen der Unfallverursacher unter Alkoholeinwirkung stand, ging im Jahresvergleich 2017/2018 um 14 Fälle zurück. Seit 2009 reduzierten sich damit die Verkehrsunfälle mit Ursache Alkohol von 423 auf 339.

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