Mehr als 600 Einkaufsfahrten erledigt

Lesedauer: 5 Min
 Waren für Seniorinnen und Senioren unterwegs: Die Teams der Jugendarbeit und des ASB.
Waren für Seniorinnen und Senioren unterwegs: Die Teams der Jugendarbeit und des ASB. (Foto: ASB)
Schwäbische Zeitung

Mehr als 600 Einkaufsfahrten und weitere Serviceleistungen für ältere Menschen hat das Seniorenbüro während der Corona-Krise nach Auskunft der Stadtverwaltung organisiert. Nachdem das Angebot zuletzt immer weniger nachgefragt wurde, wurde es nun eingestellt. „In Härtefällen vermittelt das Seniorenbüro aber weiterhin entsprechende Hilfen“, so eine Mitteilung der Verwaltung.

Auch in Tuttlingen seien die meisten Menschen zu einem weitgehend normalen Tagesablauf zurückgekehrt. Nachdem in den Monaten zuvor über 600 Einkaufsfahrten abgewickelt wurden, wurde der Einkaufsservice zum 10. September eingestellt.

Die Helfer widmen sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben im Jugendkulturzentrum, in der Schulsozialarbeit und den Tätigkeiten beim Arbeiter-Samariter-Bund.

Dagegen fährt der Einkaufsbus für Senioren, ebenfalls ein Angebot der Stadt Tuttlingen in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund, seit einigen Wochen wieder. Er holt Senioren zu Hause ab und bringt sie an den Markt ihrer Wahl. Außerdem können sich Senioren, die dringend Hilfe beim Einkaufen benötigen, ans Seniorenbüro der Stadt wenden, wo sie andere Unterstützungsmöglichkeiten erfahren können.

Der Einkaufsservice war während coronabedingten Lockdowns im März eingeführt worden, da Senioren als besondere Risikogruppe möglichst zu Hause bleiben sollten. Deshalb suchten die Mitarbeiterinnen der Seniorenabteilung nach einer guten Lösung und organisierten gemeinsam mit der Jugendarbeit der Stadt und dem Arbeiter-Samariter-Bund den Einkaufsservice.

An drei Telefonen nahmen Mitarbeiterinnen des Seniorenbüros die Aufträge entgegen. Zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit Kleinbussen machten sich dann die jungen Helfer der Stadtverwaltung und des ASB daran, die Einkäufe und Botengänge zu erledigen.

Sie lieferten Schutzmasken aus, entsorgten Leergut, holten Rezepte beim Arzt ab, besorgten Medikamente oder erledigten Gänge zu Sanitätsgeschäften, Banken und Gärtnereien. Den größten Anteil machten aber die Einkäufe in nahezu allen Lebensmittelmärkten der Stadt und einigen Metzgereien und Bäckereien aus.

Mit viel Engagement und Fürsorge erledigten die jungen Frauen und Männer die Einkäufe und seien immer spontan bereit für kleine zusätzliche Aufgaben gewesen. Auch für ein Schwätzchen an der Haustüre fand sich Zeit. „Ganz einfach war das nicht, da der Sicherheitsabstand eingehalten werden musste und ein Mundschutz sowie Handschuhe bei der Übergabe der Waren Pflicht waren“, so die Stadt in einer Mitteilung.

Für viele ältere Mitbürger in Tuttlingen habe der Einkaufsservice das Leben deutlich leichter gemacht. Auch der Tuttlinger Oberbürgermeister Michael Beck lobt daher alle, die sich hier engagierten: „Dieses gemeinsame Angebot war eine direkte und wichtige Hilfe für die Menschen, die als besondere Risikogruppe sehr auf die Unterstützung und Mithilfe angewiesen waren“.

Marius Schad und Hasan Graco, Jugendsozialarbeiter der Stadt Tuttlingen, beschreiben die Tätigkeit des Einkaufens für Senioren stellvertretend für ihre Mitstreitenden so: „ Wir bekamen durchweg positive Rückmeldungen, spürten sehr viel Dankbarkeit und kannten mit der Zeit die besonderen Wünsche. Für einige Senioren waren wir über die Monate hinweg die einzigen Bezugspersonen“.

Die erhaltenen Trinkgelder werden die Jugendsozialarbeitenden an die unbürokratische Soforthilfe der Abteilung Senioren spenden, um Senioren in Not mit kleineren Beträgen helfen zu können.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen