Medizintechnik am Puls der Zeit

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Freuen sich auf die zehnte Auflage des Innovation Forum Medizintechnik in der Stadthalle (von links): Martin Leonhard, Yvonne Gl
Freuen sich auf die zehnte Auflage des Innovation Forum Medizintechnik in der Stadthalle (von links): Martin Leonhard, Yvonne Glienke, Marcel Trogisch und Meinrad Kempf. (Foto: Christian Gerards)
Redaktionsleiter

Das zehnte Innovation Forum Medizintechnik findet am kommenden Donnerstag, 11. Oktober, in der Tuttlinger Stadthalle statt. Organisiert wird es von den beiden Tuttlinger Clusterinitiativen Technology Mountains und Medical Mountains sowie von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Seit dem Jahr 2008 gibt es das Forum im selbsternannten Weltzentrum der Medizintechnik. Lediglich im Jahr 2010 fiel es aus. Der Grund: In jenem Jahr wurde Medical Mountains gegründet. „Es ist etwas Besonderes, eine solche Veranstaltung in Tuttlingen stattfinden zu lassen“, betont Yvonne Glienke, Geschäftsführerin von Medical Mountains und Technology Mountains, bei einem Pressegespräch im Besucherzentrum des Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmens Karl Storz am Donnerstagvormittag.

Das Innovation Forum würde laut Glienke einen Blick über den Tellerrand bieten: „Es zeigt Unternehmen, auf was sie achten müssen, wenn sie morgen noch am Markt bestehen möchten“, sagt Glienke. Die seit dem Jahr 2011 forumsbegleitende Ausstellung, die im kleinen Saal angefangen habe, sei inzwischen so groß, dass sie die gesamte Stadthalle fülle.

Marcel Trogisch, stellvertretender Geschäftsstellenleiter Energie und Umwelt bei der IHK, berichtet, dass das Forum im Jahr 2008 rund 80 Teilnehmer verzeichnet hat. Heute seien es mehr als 300, darunter auch Gäste aus dem europäischen Ausland, aus den USA und aus Asien. „Immer mehr Unternehmen suchen solche Veranstaltung und gehen von den großen Messen wie etwa der Medica in Düsseldorf weg“, zeigt sich Trogisch überzeugt.

Der Standort in Tuttlingen bleibt

Das Forum könne inzwischen aufgrund seiner Größe durchaus in eine andere Lokalität umziehen. Doch: „Wir wollen in Tuttlingen bleiben, auch wenn das Wachstum dadurch limitiert ist“, sagt Glienke. Das liege auch an den zahlreichen Medizintechnik-Unternehmen, die im Raum Tuttlingen zu finden sind.

Eines davon ist Karl Storz. Der Endoskope-Hersteller gehört laut Martin Leonhard, Leiter Technologiemanagement bei Karl Storz, zu den Dauerteilnehmern des Forums: „Die Veranstaltung steht fest in unserem Kalender. Das Forum gibt einen Wasserstand darüber, wo die Branche technologisch steht und gibt ihr Impulse für die eigene Arbeit“, lobt er die Organisatoren. Das Forum treffe den Puls der Zeit und bringe Kliniker aus der Praxis, Unternehmer und Forscher zusammen: „Es ist spannend, dass das in Tuttlingen stattfindet“, sagt Leonhard – auch wenn das Forum nicht die einzige Veranstaltung sei, die Karl Storz besuchen würde. Um das Bestmögliche für das Unternehmen aus dem Forum herauszuholen, würde Karl Storz „hochqualifizierte Leute“ hinbringen.

Mitspieler gesucht

„Vielleicht ist manches seiner Zeit voraus, aber es hinkt auf keinen Fall hinterher“, sagt Meinrad Kempf von Medical Mountains über das Forum. Er hofft, dass es für die Unternehmen eine Brücke in die Zukunft bauen kann. Dazu müsse man aber auch, so Leonhard, den einen oder anderen Mitspieler in Tuttlingen finden.

Aufgrund der neuen Medizinprodukteverordnung der Europäischen Union sollten die Unternehmen laut Glienke nicht aufhören, neue Produkte zu entwickeln, sondern besser Innovationen auf den Markt bringen. Die neue Verordnung mache dies zwar schwieriger, aber man sollte sie nicht außer Acht lassen.

Ein Blick in den Weltraum

Beim Innovation Forum spricht Prof. Reinhold Ewald von der Universität in Stuttgart zum Thema „Wie geschaffen fürs All – Leben und Arbeiten unter Weltraumbedingungen“. Der Physiker führte auf der Weltraumstation Mir verschiedene Experimente durch: „Er gehört zu dem erlauchten Kreis der Deutschen, die schon die Schwerelosigkeit erlebt haben“, sagt Meinrad Kempf von Medical Mountains. Im schwerelosen Raum könne man laut Martin Leonhard von Karl Storz Experimente duchführen, die auch für die Medizintechnik wichtig seien, etwa für die Materialforschung und -entwicklung.

Der zweite Vortrag des Forums kommt von Prof. Hanns-Christian Gunga, Stellvertretender Direktor des Instituts für Physiologie der Charité in Berlin. Er befasst sich mit dem Thema „Der Mensch in extremen Umwelten – Medizinisch-psychologische Forschungen auf der Erde und im All“. Die beiden Referenten bilden laut Kempf ein gutes Gespann: „Das wird für alle ein Erlebnis“.

Anschließend gibt es ein Podiumsgespräch. Mit dabei sind dann die beiden Referenten sowie Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, und das Aesculap-Vorstandsmitglied Katrin Sternberg. Die Moderation übernimmt Yvonne Glienke von Medical Mountains und Technology Mountains. Am Nachmittag gibt es verschiedene Workshops mit weiteren Vorträgen, etwa zu den Theman „3D-Druck – Technologie der ungeahnten Möglichkeiten?“ oder „Mensch-Maschine-Interaktion im digitalen Gesundheitsnetzwerk“.

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