„Man muss auf dem Laufenden bleiben“

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Unternehmen spenden Auszubildenden neue Chirurgietechnik
Verschiedene Tuttlinger Medizintechnikunternehmen haben der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule eine großzügige Technikspende zukommen lassen. Die Schule in Tuttlingen präsentiert in einer Ausstellung, die neuen Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Chirurgie Mechaniker.
Schwäbische Zeitung
Nele Fauser

Den Schülern von Anfang an die in den Betrieben verwendeten Geräte näherbringen und sie damit auf ihren Beruf vorbereiten – das ist das Ziel der neuen Medizintechnikausstellung in der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen. Drei lokale Medizintechnikunternehmen haben dafür verschiedene Geräte im sechsstelligen Wert gespendet.

Präsentiert wurden diese Geräte vergangenen Dienstag von Vertretern der beteiligten Betriebe Karl Storz, Aesculap und KLS Martin, der Schulleitung und einigen Auszubildenden.

Der Auszubildende Thomas Boos erklärt die Funktionen und Vorteile der gespendeten LED-Lampe: Sie wirft keine Schatten.
Der Auszubildende Thomas Boos erklärt die Funktionen und Vorteile der gespendeten LED-Lampe: Sie wirft keine Schatten. (Foto: nele Fauser)

Zu den ausgestellten Geräten gehören unter anderem ein hochmoderner Endoskopieturm und eine Operationsleuchte, die keinen Schatten wirft. Zusammen mit schon vorhandenen Ausstellungsobjekten sollen diese Geräte den Schülern mit dem Kernfach Chirurgiemechanik helfen, sich schon während der Schulzeit an die Geräte zu gewöhnen und mit ihnen zu lernen, wie der Tuttlinger Landrat Stefan Bär erklärte. „In Tuttlingen gibt es 300 Auszubildende mit der Kernkompetenz Chirurgiemechanik. Das ist einmalig in Deutschland“, sagte er.

Dauerthema der Industrie

Laut Bär sind die Themen Personal und Nachwuchs ein Dauerthema der Industrie. „Unser Anspruch ist es, die Ausbildung so hochwertig wie möglich zu gestalten. Dazu brauchen wir eine Kooperation zwischen der Wirtschaft, den Schulen und Betrieben im Landkreis“, sagte Bär. Dabei mache der kurze Draht zwischen Ausbildern und Betrieben den Unterschied, den Tuttlingen anderen Ausbildungsstandorten voraus habe. „Wir wollen ausbilden, was später gebraucht wird“, fasste er das Bildungsziel zusammen.

Auch die Vertreter der drei Firmen erklärten ihre Spendenmotivation: „Aus unserer Sicht ist es nur konsequent, wenn Schulen unterstützt werden“, sagte Arno Brugger, Ausbildungsleiter von Aesculap. Auch die Vertreter von Karl Storz und KLS Martin waren sich einig: Es gebe einen gemeinsamen Bildungsauftrag der Betriebe und Schulen.

Der Schulleiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule, Hartwig Hils, ist froh, dass die Schüler an modernen Geräten lernen können: „Wir hatten bis jetzt auch schon ähnliche Geräte. Die waren aber schon zehn Jahre alt. In der Medizintechnik ist das eine halbe Ewigkeit.“

Freude über Ausstattung

Thomas Boos ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr. Er freut sich über die neue Ausstattung und betont: „Man muss mit der Zeit gehen und auf dem Laufenden bleiben. Uns Schülern bringt es nichts, wenn wir an Geräten aus den Achtzigern lernen und dann im Beruf vor der modernsten Technik stehen.“

Um den Schülern die Techniken flexibel näherbringen zu können, stehen alle neuen Geräte auf fahrbaren Tischen.

So können sich die Auszubildenden sowohl im Ausstellungsraum als auch in den Klassenzimmern mit ihnen vertraut machen.

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