Machbarkeitsstudie soll schnell kommen

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Schwäbische Zeitung

Sehr viel Zustimmung für das Tuttlinger Stadtbahn-Projekt hat es am Samstag bei der Begehung der Tuttlinger Stadtbahn-Strecke gegeben. Bei gutem Wetter fuhr eine Gruppe von Gemeinderäten und Bürgern den geplanten Stadtbahn-Verlauf mit dem Fahrrad ab.

Schon zu Beginn der Fahrt ging Andreas Frankenhauser von der Stadtbahn-Initiative Tuttlingen auf den Rückenwind ein, den der Masterplan der Stadtbahn verschafft habe. Jetzt gehe es darum, das Tuttlinger Schienenprojekt im Sinn des Masterplans 2025 auch zeitnah umzusetzen. Da das Tuttlinger Stadtbahn-Modell darauf setze, so Frankenhauser, die mit der Donautalbahn nach Sigmaringen vorhandene Infrastruktur zu nutzen und nicht eine Neubaustrecke mitten durch die Stadt zu legen, würde die Stadtbahn bei vergleichsweise geringen Kosten einen hohen Nutzen für die Stadt sowie den Landkreis bringen.

Thorsten Maier (FDP) verwies beim bereits vorhandenen Haltepunkt „Zentrum“ im Donaupark darauf, dass dieser zwar gut für die dortigen Schulen sei, dass das Tuttlinger Stadtzentrum von da aus aber weit und breit nicht zu sehen ist. Viel besser gelegen sei dafür der im Stadtbahn-Konzept vorgesehene neue Stadtbahnhof am Poststeg. Maier: „Dort gibt es eine direkte Sichtachse in die Wilhelmstraße und die Innenstadt. Außerdem wären von dort auch Chiron und das TuWass gut fußläufig zu erreichen.“

Den Bau eines Haltepunkts am Rathaussteg sahen die Teilnehmer hingegen kritisch. Neben dem teuren Grundstückserwerb und Abbruch der derzeit dort stehenden Häuser wäre dort zudem ein Fußgängertunnel zur Unterquerung der Stuttgarter Straße nötig. „Das wäre eine Verhinderungsplanung,“ so die LBU-Fraktionsvorsitzende Petra Schmidt-Böhme. „Wir sollten uns auf das konzentrieren, was realistisch umsetzbar ist,“ pflichtete ihr Stadt- und Kreisrat Hans-Martin Schwarz (LBU) bei. Die Haltepunkte „Stadtbahnhof-Poststeg“ und „Albert Schweitzer-Schule“ seien zum einen barrierefrei zu errichten, zum anderen sei dort die Verknüpfung zum Stadtbus bereits vorhanden, so Schwarz.

Pendlerpotenzial ist hoch

Andreas Frankenhauser verwies in diesem Zusammenhang auf das hohe Pendlerpotenzial, das ein Haltepunkt „Albert-Schweitzer-Schule“ hätte: Neben Schülern sei dieser vor allem für die Angestellten der Firmen Berchtold, Hilzinger-Thum und Karl Storz Mittelstraße interessant. Mit einem Haltepunkt an der Schmelze könnten dieses Wohngebiet gut an die Schiene angeschlossen und die Pendler der Schwäbischen Hüttenwerke, von Handte Umwelttechnik sowie des Karl Storz-Logistikzentrums erreicht werden. Martina Gröne von der Stadtbahn-Initiative wies auf die Nähe des Neubaugebiets Thiergarten hin.

Insgesamt waren sich die Teilnehmer einig, müssten jetzt schnelle Schritte zur Umsetzung des Konzepts folgen. Mit knapp 13000 Einpendlern und 4000 Auspendlern brauche Tuttlingen unbedingt eine Alternative zur reinen Autoerschließung. Deshalb müsse die Machbarkeitsstudie für Stadtbahn noch dieses Jahr erstellt werden.

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