Machbarkeitsstudie für Nendinger Ortsumgehung

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Die Delegation aus Tuttlingen mit den Ministern Guido Wolf und Winfried Hermann in Stuttgart.
Die Delegation aus Tuttlingen mit den Ministern Guido Wolf und Winfried Hermann in Stuttgart. (Foto: Stadt Tuttlingen)

Die Stadt Tuttlingen wird eine Machbarkeitsstudie für eine Nendinger Ortsumgehung erarbeiten lassen. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs, das Oberbürgermeister Michael Beck, Nendingens Ortsvorsteher Franz Schilling und Mitglieder des Ortschaftsrates mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis90/Grüne) und dem örtlichen Wahlkreisabgeordneten und Justizminister Guido Wolf (CDU) in Stuttgart führten.

Auf der Grundlage der Studie wird das Land dann im Zuge der Evaluation des Maßnahmenplans genauer überprüfen können, ob die Ortsumfahrung in die Bedarfspla-nung des Landes aufgenommen werden kann, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Tuttlingen. Als Ziel formulierte OB Beck, dass Nendingen bis 2020 eine ver-lässliche Aussage habe. Denn: „Nendingen wartet auf eine Perspektive“, so OB Michael Beck bei dem Gespräch im Landtag. Mit rund 15 Leuten war die Nendinger Delegation in die Landeshauptstadt gereist, um mit dem zuständigen Verkehrsminister Winfried Hermann sowie seinem Kabinettskollegen und Wahlkreisabgeordneten Guido Wolf über ihr Anliegen zu sprechen.

„Der Zeitpunkt ist richtig gewählt“, so der örtliche Wahlkreisabgeordnete und Justizminister Guido Wolf. Im kommenden Jahr werde das Land nämlich die Prioritätenlisten für den Straßenbau überprüfen – entsprechende Anregungen müsse man daher jetzt vorbringen.

Erste Pläne gab es 1936

Erste Pläne für die Nendinger Umfahrung gab es bereits 1936, 2010 stand sie auch im Generalverkehrsplan. Warum sie aus dem daraus abgeleiteten Maßnahmenplan heraus-genommen wurde, erläuterte Verkehrsminister Hermann: Einem Jahresbudget von rund 40 Millionen Euro für Straßenbau hätten unerledigte Projekte in Höhe von über zwei Milliarden Euro gegenüber gestanden – hier habe man sortieren müssen. Das Problem der Nendinger Umfahrung sei dabei gewesen, dass trotz eines unbestreitbaren Nutzens hohe Kos-ten zu erwarten seien. „Bei anderen Maßnahmen war das Kosten-Nutzen-Verhältnis besser“, so Hermann.

„Die Verkehrsbelastung hat seit 2010 spürbar zugenommen“, erklärte Beck. Daher werde die Stadt sowohl erneute Verkehrszählungen als auch eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die bisherigen Planskizzen für eine Ortsumgehung zu vertiefen.

In der Machbarkeitsstudie wird man auch auf die kritischen Punkte eingehen, die in Stuttgart angesprochen wurden. Neben der Akzeptanz in Nendingen sind vor allem der Hochwasserschutz, das umweltfachliche sensible Gebiet der Donauauen und der technische Aufwand wichtige Punkte. Der Aufwand sei wegen der Donauquerung und der Lage im Überschwemmungsgebiet höher als bei anderen Ortsumgehungen. „Wir werden das jetzt abarbeiten“, so OB Michael Beck, „damit das Land eine solide Entscheidungsgrundlage bekommt. Unser Ziel ist, dass Nendingen bis 2020 eine verlässliche Aussage hat.“

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