Literaturherbst startet

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 Martenstein hat keine Angst davor, sich unbeliebt zu machen.
Martenstein hat keine Angst davor, sich unbeliebt zu machen. (Foto: C.Bertelsmann)
Schwäbische Zeitung

Am Dienstag, 8. Oktober, um 20 Uhr liest der Autor und Kolumnist Harald Martensetein zum Auftakt des „Tuttlinger Literaturherbsts“ in der Stadthalle Tuttlingen aus seinem aktuellen Buch „Jeder lügt so gut er kann. Alternativen für Wahrheitssucher“. Martensteins Kolumnen sind, wie man ihn kennt, frech, böse und voll bissigen Humors. Martenstein kennt man durch seine Bücher, zahlreiche TV-Auftritte, seine Kolumne „Martenstein“ im „ZEITmagazin“ und als Redakteur beim Berliner „Tagesspiegel“.

Der jüngste Kolumnenband von Harald Martenstein bringt wieder großartige Texte. Er findet seine Themen in der großen Politik genauso wie in den kleinen Zumutungen des Alltags. Wenn alle sich aufregen, plädiert er für Gelassenheit, wenn alle lieb sein möchten, fallen ihm Bosheiten ein. Egal, ob er über die Staatsfinanzen, schöne Russinnen, das Kinderkriegen oder deutsche Radfahrer schreibt – Martenstein ist immer eigensinnig, geistreich und unterhaltsam. Sein liebstes Werkzeug ist der gesunde Menschenverstand, sein Feindbild sind Nörgler, Besserwisser und Dogmatiker. Dabei fürchtet er sich weder vor Hasstiraden noch vor Shitstürmen.

68 kurze Geschichten hat Martenstein für sein aktuelles Buch verfasst. Mal bittersüß, mal fast liebevoll sarkastisch bringt er den Leser zum Lachen, das einem freilich mit dem nächsten Satz schon wieder in der Kehle stecken bleiben kann: Satirisch, hintersinnig, preisgekrönt.

In seinen Texten wagt sich der vielfach preisgekrönte ZEIT-Kolumnist immer wieder an die großen Themen der Gegenwart – subjektiv, überraschend, witzig. Ob es um politische Korrektheit, um Migration, Feminismus oder um scheiternde Utopien geht: Martenstein hat keine Angst davor, sich unbeliebt zu machen und dem Mainstream zu widersprechen. In „Jeder lügt so gut er kann“ geht es aber auch immer wieder um das private Scheitern und Alltagsprobleme, als Vater, als Berliner, als Mann oder Deutscher. Brillante Glossen – intelligent und amüsant.

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