Landkreis-Fahrer fehlen bei Interstuhl-Cup

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Am Sonntag rollen sie wieder: Der Interstuhl-Cup beginnt mit der Etappe in Bodelshausen
Am Sonntag rollen sie wieder: Der Interstuhl-Cup beginnt mit der Etappe in Bodelshausen (Foto: HKB)
Schwäbische Zeitung

„Ich drehe schon seit Stunden, hier so meine Runden“... Vergleichbar ist die Liedzeile aus Herbert Grönemeyers Mambo mit dem Start des Interstuhl-Cups 2018 an diesem Sonntag nur bedingt. Während der Sänger im Auto sein Warten auf einen freien Parkplatz zu Gehör bringt, treten die Radsportler in Bodelshausen kräftig in die Pedale. Die zweite der 13 Etappen führt den Zweiradtross dann nach Durchhausen.

Es wird ein Abstecher ins Niemandsland des Rennradsports. „Im Kreis Tuttlingen haben wir Probleme. Das ist ein weißer Fleck auf der Landkarte“, sagt Siggi Krüger, der als Fachwart für Rennsport im Radsportbezirk Schwarzwald/Zollern, den Interstuhl-Cup mitorganisiert. Es gebe zwar Radsportvereine in Tuttlingen, Spaichingen, Frittlingen oder Durchhausen. Ein Fahrer aus dem Raum Tuttlingen findet sich im Teilnehmerfeld des Rennserie zwischen Alb und Schwarzwald aber dennoch nicht. Das möchte Krüger ändern. Im kommenden Jahr will er den Kontakt zu den Landkreis-Vereinen aufnehmen und mit den Clubs eine Rennserie zur Sichtung des Nachwuchses organisieren.

Der Interstuhl-Cup, der in diesem Jahr schon zum 15. Mal ausgetragen wird, hat sich bei der Förderung der Radsport-Jugend bereits einen Namen gemacht. Da beim Interstuhl-Cup viele Wettkämpfe in einer Region mit kurzen Anfahrtswegen stattfinden, können junge Radfahrer leicht Wettkampferfahrung sammeln. Beim Schüler-Cup fahren in diesem Jahr 22 Kinder in den Altersklassen U 11 bis U 15 um den Sieg. Auch Mädchen, die im ersten Jahr für den Jugendbereich startberechtigt sind, dürfen noch mitfahren.

Teilnehmerzahl angestiegen

Insgesamt werden 236 Fahrer an den Start gehen. Das, so Krüger, sei „eine kräftige Steigerung.“ Im vergangenen Jahr hatten sich nur rund 180 Rennfahrer angemeldet. „Unsere Änderungen haben gegriffen“, freut sich der Rennsport-Fachwart über das größere Interesse. Vor allem die Tatsache, dass das Große Finale für Männer und die besseren Senioren als Sechspunkt-Rennen ausgeschrieben worden sei, wäre gerade bei jüngeren und ambitionierten Athleten „gut angekommen.“ Durch die Änderung, erläutert Krüger, haben die Fahrer die Möglichkeit, in eine höhere Klasse aufzusteigen. Dafür müssen fünf Zieleinfahrten unter den besten zehn Sportlern nachgewiesen werden.

Das Kleine Finale für Fahrer der Kategorie Elite C, Junioren, Jugendkaderfahrer oder Senioren ist weiterhin ein Siebenpunktrennen. Die Fahrer dieses Wettbewerbs würden zwar auch um den sportlichen Erfolg fahren. „Allerdings haben die meisten nicht die Zeit und den Anspruch, in der B- oder A-Klasse mitzufahren“, erklärt Krüger. Beim FSJ-Rennen starten die „alten Männer“ der Senioren 2 bis 4, die Frauen und Jugend, die noch keine Kaderfahrer sind. „Das sind meist Einsteiger im U 17-Bereich, die gerade erst angefangen haben“, meint Krüger. Für Frauen gibt es kein eigenes Rennen, da sich in den Vorjahren zu wenig Teilnehmerinnen angemeldet hätten. Mit zwölf Frauen nehmen in diesem Jahr überraschend viele Sportlerinnen am Interstuhl-Cup teil, sagte der Fachwart.

Erstmals gibt es in diesem Jahr für alle Klassen – mit Ausnahme der Schüler – ein Trikot für den Führenden. Im Großen Finale und im FSJ-Bereich trägt der Erstplatzierte – mit einer Ähnlichkeit zur Tour de France – ein neongelbes Trikot. Im kleinen Finale ist der beste Fahrer am blau-weißen Jersey zu erkennen. Ebenfalls neu ist, dass sich die Fahrer bei Sprintwertungen Punkte für die Gesamtwertung verdienen können.

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