Kriminaldirektion Rottweil wird für Kreis Konstanz zuständig sein

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Ein Polizeiauto steht vor dem Polizeipräsidium Tuttlingen.
Ein Polizeiauto steht vor dem Polizeipräsidium Tuttlingen. (Foto: Felix Kästle)

Die Kriminalpolizeidirektion Rottweil wird nach Inkrafttreten der Polizeireform zum 1. Januar 2020 auch für den Landkreis Konstanz zuständig sein. Das bestätigt die Pressestelle des Innenministeriums Stuttgart auf Nachfrage unserer Zeitung. Indes ist aus dem Umfeld des Stuttgarter Innenministeriums zu hören, dass Staatssekretär Martin Jäger eine Verlegung des Kriminal-Dauerdienstes (KDD) von Singen nach Tuttlingen abgelehnt haben soll.

Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. „Die Prüfungen hierzu dauern aktuell noch an“, so Susanne Stehle, Pressereferentin des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration in Stuttgart. Sie teilt schriftlich mit, dass sich das Umsetzungsprojekt auch intensiv mit der zukünftigen Organisation der Kriminalpolizei in den „neuen“ Polizeipräsidien beschäftige, so auch mit der Kriminalpolizeidirektion Rottweil. Diese wird die ab 1. Januar 2020 für den Landkreis Konstanz zuständig sein. „Hierzu gehören neben der Aufgabenzuteilung und der Personalausstattung auch Standortfragen.“

Die Oberbürgermeister von Tuttlingen und Singen wagen indes den Schulterschluss: „Tuttlingen und Singen lassen sich nicht gegeneinander ausspielen“ – so reagieren Michael Beck und Bernd Häusler auf die Diskussion um den künftigen Standort des KDD.

Von weiteren Seiten wird bestätigt, dass der Vorschlag, ab 2020 die Kriminaldauer-Dienste Rottweil und Singen in Tuttlingen zusammenzufassen, konkret auf dem Tisch liegt – mit dem Verweis auf die zentralere Lage Tuttlingens in dem Gebietszuschnitt des dann neu gebildeten Präsidiums Konstanz, dem auch die Landkreise Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar angehören werden. Das habe der Staatssekretär des Innenministeriums aber abgelehnt. Wie berichtet, werden die Vorschläge für die Polizeireform noch vor Ostern fest stehen und dann Ende April im Ministerrat in Stuttgart vorgelegt.

Sachentscheidung gefordert

„Wir wollen eine Lösung, die sich an Sachentscheidungen orientiert, und dazu gehören auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter“, so der Tuttlinger Oberbürgermeister Michael Beck und sein Singener Kollege, Bernd Häusler, in einer gemeinsamen Erklärung. „Ich hoffe, dass hier schnell Klarheit geschaffen wird und werde darauf in Gesprächen mit dem Innenministerium auch drängen“, lautet auch die Stellungnahme des Tuttlinger CDU-Landtagsabgeordneten Guido Wolf. Von einer etwaigen Verlegung des Kriminaldauerdienstes habe er auch nur aus den Medien erfahren. „Ebenso erwarte ich, dass das Innenministerium seine Entscheidungen ausschließlich nach polizeifachlichen Erwägungen trifft“, so Wolf weiter.

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