Kreis will Sozialarbeit an Grundschulen stärken

Lesedauer: 3 Min

Aggressivität ist ein klassisches Thema, mit dem die Schulsozialarbeiter sich auseinandersetzen müssen.
Aggressivität ist ein klassisches Thema, mit dem die Schulsozialarbeiter sich auseinandersetzen müssen. (Foto: Siegemund, Ilja)

Das Tuttlinger Landratsamt will die Schulsozialarbeit verstärkt in Ganztagsschulen und vor allem in Grundschulen ausbauen. Das sagte Reinhard Günther, stellvertretender Leiter des Kreisjugendamts Tuttlingen. Damit sollen Fehlentwicklungen möglichst gar nicht erst stattfinden, so der Erste Landesbeamte Stefan Helbig.

Die Schulsozialarbeit war Thema im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend des Kreistags am Dienstagabend. Hans-Peter Gökelmann, geschäftsführender Schulleiter der Stadt Tuttlingen und Leiter der Wilhelmschule, begrüßte den Fokus, der künftig auf den Grundschulen liegen soll. „Wichtig wäre es, dass jede Grundschule einen Sozialarbeiter hat“, sagte er. Momentan teilten sich die Einrichtungen in Tuttlingen einen. „Das funktioniert einfach nicht.“ Ein entsprechender Antrag auf Aufstockung sei bei der Stadtverwaltung Tuttlingen bereits gestellt worden mit der Kennzahl, eine Stelle für 1000 Schüler zu schaffen.

Im Kreishaushalt sind für dieses Jahr rund 300 000 Euro an Förderung eingestellt. Das entspricht 15 000 Euro pro Vollzeitstelle. Das Land unterstützt die Schulsozialarbeit zudem mit 16 700 Euro pro Stelle. Der Rest der Finanzierung stemmen die Kommunen. Von den 71 Schulen im Kreis sind an 40 Schulsozialarbeiter tätig – das entspricht einer Quote von 57 Prozent und 20,15 Vollzeitstellen. Gemeinschaftsschulen seien voll abgedeckt, mittlerweile habe sich der Schwerpunkt an Realschulen und Gymnasien verlagert, sagte Günther.

Klassische Themen

Klassische Themen wie aggressives Verhalten, Lernschwierigkeiten und Sozialkompetenz stünden im Mittelpunkt der Arbeit. In rund der Hälfte aller Fälle handle es sich um um Einzelfallhilfen, ebenso häufig um die Beschäftigung mit Familien mit Migrantionshintergrund, so Günther.

Paul Haug (FDP) sieht die Probleme an den Schulen. Bei den Grundschulen macht er den Bedarf an Schulsozialarbeit aber auch abhängig davon, wie groß die Bildungseinrichtung sei. Bernhard Schnee (CDU) sagte, dass seine Fraktion hinter dem Konzept der Schulsozialarbeit stehe: „Das hat sich bewährt, auch eine Ausweitung unterstützen wir.“ Der stellvertretende Leiter des Kreissozialamts verdeutlichte, warum die Arbeit so wichtig sei: „Schule ist ein Ort, an dem man alle Kinder und Jugendlichen erreicht.“ (iw)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen