Krasse Sprünge und atemberaubende Stunts: So war es beim „BMX Männle“ in Tuttlingen

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Simon Schneider

Adrenalin pur auf kleinen Rädern: Mehr als 70 BMX-Fahrer - darunter sechs Frauen - haben den Donaupark am Wochenende fest im Griff gehabt und mit ihren waghalsigen Sprüngen und Tricks mehrere hundert Besucher aus der Region und weit darüber hinaus in Atem gehalten.

Diese bekamen bei der elften Auflage des „BMX Männle“ Action am Fließband. Die Teilnehmer präsentierten haufenweise Tricks mit ihren Rädern, ein „Three-Sixty“, eine 360-Grad-Drehung in der Luft um die eigene Achse, eine Vorwärtsrolle „Frontflip“ oder ein „Barspin“, eine volle Drehung des Lenkers – alles war dabei und wurde unter Jubelrufen und großem Applaus von den Zuschauern honoriert.

Die meisten Tricks, die sich die BMX-Fahrer übrigens selbst aussuchten und von einer Jury bewertet wurden, meisterten sie gekonnt und abgeklärt. Dennoch gab es auch in diesem Jahr wieder mehrere Stürze – zum Glück ohne größere Folgen. Bis auf Schürfwunden und blaue Flecken hatte das Deutsche Rote Kreuz nichts zu versorgen. Ein Helm war übrigens Pflicht. Auf Knie- und Ellenbogenschoner verzichteten aber die allermeisten. Egal wie, die Fahrer standen nach einem misslungenen Trick alle wieder auf, schnappten ihr Rad und setzten ihre wilde Fahrt quer durch den Skaterpark fort, der von Zuschauern zu jederzeit sehr gut besucht war und mit der passenden Musik beschallt wurde.

Als Besuchermagnet entpuppte sich „Jump the Karton“. Dieser Contest als fester Bestandteil beim „Männle“ versprach Höchstspannung bei Zuschauern und Fahrern. Dabei ging es hoch hinaus: Was mit einem Karton und wenigen Zentimetern begann, endete schließlich bei einer Höhe von knapp zweieinhalb Metern. Mit Anlauf über die Rampen flogen die BMX-Fahrer dabei in die Lüfte, übersprangen nach jedem Durchgang immer mehr übereinandergestapelte Kartons. Je Höher das Kartonhinderniss wurde, desto mehr Fahrer schieden aus – sie schafften die vorgegebene Höhe nicht mehr oder die Sprünge wurden für sie zu riskant. Die Beobachter konnten bei den Sprüngen kaum hinsehen ohne dass ihr Atem stockte, denn für so manchen Fahrer erwies sich die Landung auf dem Asphalt nicht gerade als sanft.

Mehrere Profi-Fahrer duellierten sich dagegen gekonnt immer weiter, schreckten vor nichts zurück, so auch Lokalmatador Konsty Rudobashta aus Tuttlingen. Doch bei 2,46 Metern streifte auch er die Kartons – und das schmerzhaft. Er landete seitlich mit seinem BMX-Rad auf dem Boden der Tatsachen, musste sich sammeln und von den Sanitätern verarztet werden. Aber alles halb so schlimm. Die Diagnose: Prellungen.

Schließlich war es Michael Dunger aus Kaiserslautern, der die 2,46 Meter übersprang und seinen Titel aus den Vorjahren verteidigte. „Es war zum Schluss schon grenzwertig“, sagte Dunger unserer Zeitung mit Blick auf die Höhe. Er nahm am eigentlichen Turnier nicht teil, sondern ging nur bei „Jump the Karton“ an den Start, um seinen Sieg zu wiederholen. „Ich bin letztlich wegen der tollen Atmosphäre und den super sympathischen und netten Leuten nach Tuttlingen gekommen. Das Event macht jedes Jahr riesig Spaß“, sagte der 26-Jährige, der bereits zum vierten Mal beim „BMX Männle“ teilnahm und auch im kommenden Jahr wieder am Start sein möchte. Als Preis nahm er glücklich, zufrieden und froh einen grünen BMX-Rahmen im Wert von mehreren hundert Euro mit nach Hause.

Nach der Qualifikation am Samstag beim eigentlichen Turnier, entschied die Jury, wer nach einem Teilnehmerfrühstück beim Finale in den Gruppen Amateure, Fortgeschrittene, Profis und Girls antreten durfte. Mit seinem fahrerischen Können sowie der Ausführung und der Schwierigkeit seiner gezeigten Tricks ließ letztlich der 22-jährige Jonas Lindermair aus dem bayrischen Aichach den anderen Teilnehmern keine Chance und entschied das diesjährige „BMX-Männle“ souverän bei den Profis für sich.

Die vierköpfige Band aus Mannheim „Autumn Tree“ verwandelte zudem die Skateranlage am Samstagabend in ein Hard-Rock-Konzert und packte unter anderem mit „Sinner or saint“ oder „We are the fire“ ihre eigenen Nummern aus bis schließlich eine Fackelfahrt das Partyvolk ins „Abteil 42“ in den Hauptbahnhof führte, um dort mit einer Afterparty bis weit nach Mitternacht abzufeiern.

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