Krähenbachtal könnte Naturschutzgebiet werden

Lesedauer: 3 Min
Das Krähenbachtal soll nach dem Wunsch der Stadt Tuttlingen als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Darüber sprach am Mittwoch
Das Krähenbachtal soll nach dem Wunsch der Stadt Tuttlingen als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Darüber sprach am Mittwoch der Umweltbeirat des Gemeinderats. (Foto: Christian gerards)
Christian Gerards

Das Krähenbachtal zwischen Möhringen und Eßlingen könnte Ende des kommenden Jahres als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Das geht aus der Sitzungsunterlage für den Umweltbeirat des Gemeinderats der Stadt Tuttlingen hervor, der am Mittwochnachmittag getagt hat. Der Impuls dafür geht laut Michael Hensch, Leiter der Abteilung Umwelt- und Grünplanung, von der Stadt aus.

Zuständig für die Ausweisung als Naturschutzgebiet ist laut Hensch das Regierungspräsidium. Dort sei man laut Baubürgermeister Willi Kamm erstaunt darüber, dass in Tuttlingen ein Konsens über das Vorgehen bestehe. Eine Zustimmung sei schon signalisiert worden. Auch in der Möhringer Zukunftswerkstatt sei der Gedanke aufgegriffen worden. Die Einigkeit würde auch im Umweltbeirat deutlich, der seine einhellige Zustimmung erteilte. Mit dem Krähenbachtal würde die Stadt Tuttlingen ihr erstes Naturschutzgebiet erhalten. „Wir haben Landschaftsschutzgebiete, Biotope und Naturdenkmäler, aber keine Naturschutzgebiete“, sagte Hensch.

Schützenswert im Krähenbachtal sei laut Hensch die „wertvolle Artenzusammensetzung“, auch wenn noch nicht alle dort vorhandenen Arten von Flora und Fauna bekannt seien. Heuschrecken, Libellen, Biber, aber auch die Treublume oder das Wollgras würden zu den schätzenswerten Arten des Krähenbachtals gehören.

Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet müsste die Pflegearbeit in dem Areal zwischen Eßlinger Mühle und Ortsbeginn Möhringen deutlich erhöht werden. Bereits in den 1990er-Jahren, als schon der Gedanke eines Naturschutzgebiets aufgekommen war, habe es einen Pflegeplan bei der Stadt Tuttlingen gegeben – dieser sei laut Hensch allerdings eingeschlafen.

Natur hat Vorrang

Rechtlich hätte die Natur dann Vorrang. Die Nutzung dürfte in der Folge nur noch verändert werden, wenn eine „allergrößte Interessenlage“ bestehe. Klar sei, dass nicht alle Grundstücksbesitzer in Jubel ausbrechen würden, da auch für die eine deutliche Reglementierung eintreten würde. Die Landwirtschaft hätte Bestandsschutz. Laut Hensch sei die Ausweisung als Naturschutzgebiet auch ein gutes Argument gegen einen Ausbau der K 5944 zwischen Möhringen und Eßlingen. Kamm betonte am Mittwochnachmittag, dass diese Diskussion in Möhringen im Zuge der geplanten Ausweitung des Gewerbegebiets Gänsäcker im Herbst anstehen werde.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen