Kind muss wegen Narrenstreit Häs ausziehen: „Fasnet ist so lange lustig, bis sich die Narren zu ernst nehmen“

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Tuttlinger Stadthexen.
Tuttlinger Stadthexen. (Foto: Hecht, Dorothea / Tuttlinger Stadthexen.)

Das Verhalten des Honberger Narrenvereins und der Tuttlinger Stadthexen hat in Tuttlingen für Diskussionsstoff gesorgt. So trudelten in den vergangenen Tagen viele Reaktionen zu dem aktuellen Streit ein.

„Die Honberger und die Tuttlinger Stadthexen sprechen die gleiche Sprache, können aber ihren Disput nicht ausräumen“, kommentiert Peter H. auf Schwäbische.de. Diese Meinung teilen viele Tuttlinger: „Liebe Honberger und liebe Stadthexen, ich mag euch beide“, schreibt Uschi K. in den sozialen Medien und bittet: „Niemand erwartet, dass ihr dicke Freunde werdet. Aber geht respektvoll miteinander um und ermöglicht uns eine glückselige Fasnet. Macht nicht etwas, was so lange Jahre gewachsen ist, einfach kaputt.“

Zur Erinnerung: Zwischen den beiden Vereinen hat es am Schmotzigen gekracht. Grund war, dass ein Stadthexenkind zu einer Veranstaltung der Honberger wollte – im Häs. Weil die Honberger aber seit einem Vorfall im vergangenen Jahr den Stadthexen den Zugang zu ihren Veranstaltungen verwehren, durfte der Junge erst rein, nachdem er alles ausgezogen hatte, das ihn als Stadthexe identifizierte.

Viele Tuttlinger stellen sich da auf die Seite der Stadthexen: „Jemanden schlichtweg aufgrund seines Aussehens (in diesem Fall: Kostüms) auszugrenzen, hat erschreckende Bezüge zum aktuellen Geschehen“, meint Christoph B. Dass die Kinder aus dem Streit ausgeschlossen werden sollten, findet auch Klaus Z.: „Es sind Kinder, die keinerlei Einfluss darauf haben, was die erwachsenen Narren für Probleme miteinander haben.“

Andere Nutzer stehen hinter der Entscheidung der Honberger: „Wenn ein Verein für alle Veranstaltungen gesperrt ist, ist er gesperrt. Egal ob Mann, Frau, Kind, Katze oder Hund im Häs ist“, schreibt Daniela H. in den sozialen Medien. Der Meinung ist auch Denise N: „Es gab klare Anweisungen und Normen, an die sich hier alle halten sollten.“

Auch wenn die Vereine den konkreten Grund für das Verbot nicht nennen wollen, ist bekannt, dass der Streit bis in das vergangene Jahr zurück geht. Die Honberger konnten erstmals keinen Hexenball ausrichten, die Stadthexen sprangen ein. Die Hexen öffneten die Halle bereits um 16.30 Uhr, also direkt nach dem Umzug. Die Veranstaltung fand somit in Konkurrenz zum Narrendorf der Honberger auf dem Marktplatz statt – der Streit schaukelte sich hoch.

Wie es in den nächsten Jahren weiter geht, wissen die Vereine noch nicht. Die Stadthexen sind aber erst einmal von den Veranstaltungen und dem Umzug der Honberger ausgeschlossen. Harald P. fasst die Situation in den sozialen Medien zusammen: „Fasnet ist so lange lustig, bis sich die Narren zu ernst nehmen.“

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