Jäger verzichten auf ihre Pacht

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 Weil er sich von Lärm auf dem Bolzplatz belästigt fühlt, hat ein Anwohner den Anwalt eingeschaltet.
Weil er sich von Lärm auf dem Bolzplatz belästigt fühlt, hat ein Anwohner den Anwalt eingeschaltet. (Foto: Dittes)

Ein brisanter Tagesordnungspunkt ist am Dienstagabend im Gemeinderat Durchhausen verhandelt worden. Es ging um die Vergabe von drei Jagdpachtverträgen der Gemeinde für die kommenden sechs Jahre. Da sie künftig mit ihrem Privatvermögen für Wildschäden haften sollen, verzichten mehrere Jäger auf eine Pacht.

Die neuen Jagdgebiete werden zum 1. April vergeben. Am 4. März tritt die Jagdgenossenschaft, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, zusammen und vergibt die Empfehlung der Gemeinde den neuen oder bisherigen Pächtern. Auf der Gemarkung Durchhausen sind drei Jagdbezirke zu vergeben. In der Jagdgenossenschafts-Versammlung werden Regelungen getroffen, unter anderem zur Verhütung und Abwicklung von Wildschäden. Eine Rotte Wildschweine kann beim Umpflügen einer landwirtschaftlich genutzten Fläche oder eines Maisfelds großen Schaden anrichten. Ebenso kann großer Schaden durch den Verbiss von jungen Bäumen entstehen. Für diese Schäden sollen nun nach Paragraf 10 des Jagdgesetzes die Jäger mit ihrem Privatvermögen haften.

Vier „Waidmänner“ waren zu der Sitzung erschienen. Jäger Rolf Kratt verzichtet auf eine weitere Pacht. Er führte an, dass er nicht einsehe, für die kompletten Folgen des Wildschadens aufzukommen. Sein Jagdkollege Götz Mecherlein aus Trossingen möchte ebenfalls unter dieser Voraussetzung keine weitere Pacht anstreben. Er plädierte für eine Deckelung der Schadenssumme. In das gleiche Horn stieß Jäger Joachim Pflückebaum. Auch ihm ist das Risiko, voll für die Kosten aufkommen zu müssen, zu groß. Er betont, dass es bisher immer eine gute Zusammenarbeit mit den Förstern, Landwirten und Waldbesitzern gegeben habe. Jedoch sei für ihn als Familienvater das finanzielle Risiko viel zu hoch. Als einziger Bewerber stand dann nur noch der Durchhausener Jäger Volker Maier für eine Verpachtung zur Verfügung.

Aus diesem Umstand heraus verfügte Bürgermeister Simon Axt, nochmals eine Sitzung über die Jagdverpachtung anzusetzen, um das Problem für alle Beteiligten gütlich zu regeln.

Nicht weniger Brisanz hatte der zweite Tagesordnungspunkt in sich. Es ging um einen Fußball-Bolzplatz im Baugebiet „Breitwiesen“. Dort wurde von der Gemeinde ein Fußballtor aufgestellt, mit dem sich Kinder und Jugendliche ihre Zeit mit Fußballspielen vertreiben können. Dies hat nun einen Anwohner „auf die Barrikaden gebracht“. Eine Anwaltskanzlei wurde eingeschaltet, die mit der Forderung auf die Gemeinde zukam, dass ein „Ballfangnetz“ mit fünf Metern Höhe und 35 Metern Länge aufgebaut werden soll. Zudem wird eine Mittagsruhe von 12 bis 14 Uhr gefordert. Die Kosten für ein Fangnetz würden sich auf 3500 Euro belaufen.

Es entwickelte sich eine kontroverse Diskussion. Ein Gemeinderat meinte, dass der Hausbesitzer selbst einen Zaun vor sein Haus stellen solle, ein weiterer Gemeinderat, dass die Kinder doch auf dem Fußballplatz des SV Durchhausen ihrem Hobby nachkommen können. Es sollen nun nochmals Gespräche mit der Anwaltskanzlei geführt werden, so dass man zu eine gütlichen Einigung kommt und man nicht vor Gericht landet.

Bürgermeister Axt teilte mit, dass am 1. März Anja Koch aus Emmingen-Liptingen als Hauptamtsleiterin anfängt. Ihre Schwerpunkte werden im Bereich Kinderbetreuung, Gemeinderat und Protokollführung, Personalwesen, Ortsrecht, EDV, Registratur und Archiv liegen.

Die Annahme von Spenden in Höhe von 500 Euro für den Kindergarten wurde einstimmig genehmigt.

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