Im Kurzlehrgang zurück an die Pfeife

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Schwäbische Zeitung

Die Schiedsrichter-Vereinigung Schwarzwald möchte ehemalige Fußball-Schiedsrichter wiedergewinnen. Wer schon mal Pfeife und Karten in der Hand hatte, das Ehrenamt aber beendete, der kann in einem zweitägigen Kurzlehrgang vereinfacht zurückkehren.

Es ist eine Beobachtung, die die Schiedsrichter aus dem Schwarzwald immer wieder machen. Kollegen melden sich ab. Aber nicht, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, sie beleidigt oder bedroht wurden. Sondern schlichtweg, weil die Rahmenbedingungen nicht mehr passen. Die Schiedsrichter wollen pfeifen. Der Beruf, die Schule, das Privatleben oder andere Gründe lassen es aber nicht mehr zu. Rahmenbedingungen können sich für die Aussteiger aber auch ändern. Genau an solche Männer und Frauen wollen sich die Verantwortlichen der Schiedsrichter-Vereinigung mit dem Rückkehrer-Lehrgang wenden.

„Es ist wie Fahrrad- oder Autofahren“, sagt der neue Bezirkslehrwart Sven Pacher. „Man verlernt es nicht.“ Er geht davon aus, dass bei vielen ehemaligen Kollegen das Wissen noch im Unterbewusstsein vorhanden sei. Mit dem kurzen Lehrgang soll der Reiz gesetzt werden, mit dem es wieder abgerufen werden kann. „Bereits eine Woche nach dem Lehrgang sind die Schiedsrichter für uns einsetzbar“, sagt Pacher. Das sei auch für die Vereine lukrativ. Denn so zählen die Schiedsrichter bereits für die Sollzahlen.

Einige Zeit werden beim Lehrgang die administrativen Aufgaben in Anspruch nehmen. Pacher sagt, dass sich in den vergangenen Jahren durch den elektronischen Spielberichtsbogen einiges verändert habe. „Generell geht es darum, den ehemaligen Kollegen den Wiedereinstieg zu erleichtern“, sagt er. Bisher blieb ihnen nur der reguläre Neulingslehrgang. Dieser ist aber umfangreicher und damit auch mit mehr Terminen verbunden. Wer aber schon einmal gepfiffen habe, dem komme dort vieles bekannt vor, sagt Pacher.

Zehn ehemalige Schiedsrichter will der neue Bezirkslehrwart mindestens mit dem Lehrgang wieder gewinnen. Dafür habe er schon einige Male die Vereine angeschrieben.

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