HSG NTW gewinnt das Derby bei der HSG Baar 18:14

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 Das Kreisderby in der Handball-Landesliga zwischen der HSG Baar und der HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen (Orange) in der Tal
Das Kreisderby in der Handball-Landesliga zwischen der HSG Baar und der HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen (Orange) in der Talheimer Hohenlupfenhalle gewannen die Gäste verdient mit 18:14. Nicole Hess (16) erzielte dabei für die HSG Baar vier Tore. Weitere Bilder unter www.schwaebische.de. (Foto: hkb)
Rouven Spindler

Die HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen ist Derbysieger: In der Handball-Landesliga Frauen entschied sie das tor-arme Spiel in Talheim gegen die HSG Baar mit 18:14 für sich und ist damit auch nach sechs Spielen ungeschlagen. Von den überbezirklich spielenden Männern aus dem Kreis Tuttlingen siegte nur die HSG Rietheim-Weilheim mit 26:23 gegen den TV Neuhausen/Erms II.

Landesliga Frauen

HSG Baar – HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen 14:18 (7:12). Die Serie der Handballerinnen der HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen ist auch im Derby bei der HSG Baar nicht gerissen. Ungeschlagen steht man damit in Staffel drei auf Platz zwei (11:1-Punkte). Dass es am Ende eine so torarme Partie wird, hat sich in der ersten Hälfte noch nicht wirklich angebahnt. In der Anfangsphase fanden beide ähnlich gut ins Spiel, waren nach zwölf Spielminuten jeweils zu vier Toren gekommen. Im Anschluss daran erspielten sich die Gäste eine Führung (6:4, 14. Minute), die sie sich im weiteren Spielverlauf nicht mehr nehmen ließen. Die offensive Spielausrichtung der HSG Baar traf in diesem Spiel auf die kompakte und defensive 6:0-Deckung der HSG NTW, die Trainerin Zeljana Pfeffer nach dem Spiel mit einer Mauer verglich. Denn für die HSG Baar gab es kaum ein Durchkommen. Im zweiten Teil der ersten Hälfte konnte NTW seine Führung noch ausbauen und ging mit 12:7 in die Kabine. In der zweiten Hälfte erzielte Baar erneut nur sieben Tore. Die HSG NTW zwar nur sechs, doch durch den Vorsprung reichte das am Ende. „Mit 14 Toren gewinnt man kein Spiel. Es war sensationell, was wir gedeckt haben. Wir haben das Spiel vorne verloren und keine Lösungen gefunden“, sagt Oliver Ulrich, Trainer der Heimmannschaft, nach dem Spiel. Zwischen den Toren lagen teils mehrere Minuten. So auch direkt in den ersten zehn Minuten nach der Pause, in denen Pfeffers Team auf 14:9 erhöhte (40.). „Unser komplettes Tempospiel ist auch durch die vielen Wechsel zum Erliegen gekommen. Die Konter und Gegenstöße haben gefehlt“, so Ulrich weiter, der auch die bemerkbare körperliche Überlegenheit der NTW-Spielerinnen nennt. „In der zweiten Hälfte hat Baar Gas gegeben und war aggressiv, das war legitim. Es war klar, dass sie nicht aufgeben werden. Sie hatten 14 Leute und konnten wechseln“, so Pfeffer, die mit nur elf Spielerinnen angereist war. Die Spielerinnen am Kreis und auf den Halbpositionen mussten durchspielen. „In der Auszeit haben wir gesagt, wir machen dicht“, sagt sie zum nötigen Kräftesparen. „Es war ein cooles Spiel. Lob an die HSG Baar.“ Auch die Derby-Stimmung habe gepasst. „Es war von der Mannschaft eine Mega-Leistung“, sagt Pfeffer auch angesichts der dünnen Personaldecke. Ulrich will mit der HSG Baar nach zwei Niederlagen kommende Woche beim TV Weingarten wieder nach vorne schauen und weitere Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sammeln. - Baar: Stefanie Schabert, Katharina Klein (1), Alicia Erdrich (1), Nicole Walter, Corinna Marquardt, Luisa Köller (3), Larissa Schuler (4/3), Sabrina Eberl, Simone Laufer, Nicole Hess (4), Aline Spehar, Annkatrin Irion, Marilena Kratt (1), Kristin Eberl. - Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen: Anika Sattler, Cara Riester (3), Nina Esslinger (2), Katharina Beiswenger (4/2), Lena Tröger (1), Jana Renner (1), Laura Luz, Anna Schwender (4), Mirjana Misetic, Arzu Civelek, Magdalena Krämer (3).

Württembergliga Männer

HSG Albstadt – HSG Fridingen/Mühlheim 29:22 (14:6). Von der dritten Spielminute an musste die HSG Fridingen/Mühlheim einem Rückstand hinterherlaufen, der im weiteren Verlauf des Spiels zu keiner Zeit aufgeholt werden konnte. Fast sieben Minuten dauerte es, bis der Ball erstmals im Tor der Hausherren landete. Im Gegenzug folgte das 1:3. „Wir haben fast zehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Es war geprägt von sehr harter Abwehrarbeit“, sagte Ibrahim Parlak, Co-Trainer der Gäste, nach dem Spiel. Auf die harte Gangart fand die Donautal-HSG nicht die richtige Antwort. „Wir wollten zu verschnörkelt, zu schön spielen.“ Albstadt nutzte nach knapp 18 Minuten eine Überzahlsituation, um die Führung von 7:4 (16. Minute) auf 9:4 (20.) auszubauen. Auf den 4:11-Gegentreffer direkt nach der eigenen Auszeit hatte die Donautal-HSG eine Antwort parat (5:11, 25.). Ein 3:0-Lauf des Gastgebers sorgte für das 5:14 (29.), die Gäste konnten noch verkürzen (30.). „Es war eine super Torhüterleistung von Andreas Epple“, sagt Parlak. Denn der Rückstand für das Schlusslicht hätte deutlicher sein können. Nach der Pause zeigte Fridingen/Mühlheim eine bessere Leistung, kam zu zehn Toren mehr als im ersten Spielabschnitt. Parlak spricht von einem geradlinigeren und schnelleren Spiel, durch das man bis auf vier Tore aufschloss (14:18, 40.). In den letzten 20 Minuten war die Heimmannschaft aber zu abgeklärt und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Beim 21:25 (57.) verkürzte der Gast noch mal auf vier Tore. In Überzahl erspielte sich Albstadt noch einen höheren Endstand. - Fridingen/Mühlheim: Milan Djuricin, Matthias Hipp (1), Emilian Merk (1), Ediz Parlak (5), Fabian Hipp (1), Niklas Zepf, Florian Fritz (6/6), Andreas Epple, Daniel Ulmschneider, Joscha Slongo, Nico Singer (2), Louis Schick (3), Lasse Fuchs (3).

Landesliga Männer

TV Weilstetten II – TV Aixheim 26:19 (11:8). Der TV Aixheim hat sein Auswärtsspiel in Weilstetten verloren und ist im Klassement hinter den Gastgeber zurückgefallen. Erneut kamen die Grün-Weißen nicht gut ins Spiel und mussten früh versuchen, den 2:7-Rückstand (14. Minute) aufzuholen. Doch die Hausherren ließen zu keiner Zeit auch nur den Ausgleichstreffer zu. Beim 5:8 (20.) und 8:11 (27.) erholte sich Aixheim wieder etwas. Vor Ende der ersten 30 Minuten kam Weilstetten in Überzahl zu keinem weiteren Treffer und es ging mit 8:11 aus Sicht der Gäste in die Halbzeitpause. In den ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel blieb das Team von Holger Hafner dran und verkürzte insgesamt vier Mal in dieser Phase auf zwei Tore. Dann setzte sich die TV-Zweite entscheidend ab (15:20, 48.). 16:23 stand es nach einem 3:0-Lauf. Nachdem die Gäste verkürzen konnten entschied sich der Gastgeber für eine letzte Auszeit, nach welcher direkt die beiden Treffer zum 17:25-Zwischenstand (57.) gelangen. Aixheim traf zum 18:25 (58.) und 19:25 (60.). Weilstetten erzielte noch das 26. Tor und hielt die Gäste unter 20 Treffern, was in dieser Saison zuvor erst in einem Spiel der Fall war (15:23 bei der HSG Rottweil). - Aixheim: Frank Plaumann, Nikolas Klingseisen (4), Philip Klingseisen (3/1), Michael Klaritsch (1), Philip Hauser, Benno Bosch (1), Lukas Mauch, Florian Efinger (3/1), Kevin Stutz (1), Sebastian Frey, Axel Baumann, Andreas Scholz (3), Fabian Gruler (1/1), Michael Mey (2).

HSG Baar – TSV Denkendorf 28:34 (17:16). Der TSV Denkendorf hat das Aufsteiger-Duell für sich entschieden. Als HSG-Trainer Martin Irion sich nach zehn Spielminuten für eine Auszeit entschied, führte Denkendorf in der Talheimer Halle 8:3. „Unser erster Matchplan ging überhaupt nicht auf. Die 6:0-Deckung war zu passiv. Nach zehn Minuten haben wir dann umgestellt und uns wieder rangekämpft.“ Der Gastgeber probierte es mit der laufintensiven und offensiven 3:2:1-Deckung und hatte „zwischen der 15. und 40. Minute eine starke Phase. Wir waren am Anschlag“, sagt Irion zur Leistung seiner Mannschaft, die in diesem Zeitraum stimmte und für ein umkämpftes Spiel sorgte. Noch vor der Pause erholte man sich vom 3:8-Rückstand. Sechs Minuten vor der Halbzeit stand es 15:14. In Überzahl glückte das 17:16 (28.). In dieser Phase verpassten beide Teams per Siebenmeter ein weiteres Tor. Bis zur von Irion angesprochenen 40. Minute war das Spiel stets ausgeglichen. In der 41. Minute traf die HSG Baar zum 23:23, in Unterzahl geriet man dann mit 23:25 ins Hintertreffen (43.). Irion: „Uns sind hinten raus die Körner ausgegangen. Wir haben einige gute Chancen nicht mehr genutzt.“ Mit einem breiteren Kader hätten Wechseloptionen eventuell helfen können, diese Phase zu überwinden. So erspielte sich Denkendorf aber eine Vier-Tore-Führung (24:28, 49.), die auch im Endergebnis Bestand hatte. Albert Tafelmaier, bester Werfer der HSG, musste in dieser Phase mit der roten Karte vom Feld (52.). TSV-Akteur Christian Dobler leistete sich kurz davor seine dritte Zeitstrafe (51.) und musste ebenso runter. Ausschlaggebend war das nicht mehr, weil der Vorsprung der Gäste schon zu groß war. „Es war ein starker Gegner und ein tolles Handballspiel insgesamt“, fasst der HSG-Coach zusammen und findet lobende Worte für den Tabellendritten (14:6-Punkte). Baar ist Sechster. - Baar: Christoph Hermann (3), Robin Simmerer (3), Vitali Dick (1), Thomas Ulrich (7), Albert Tafelmaier (9/1), Florian Wenzler, Erik Frisch, Dominic Platzer, Simon Sasse (2), Daniel Chamula (1), Matthias Fleischer (2), Stefan Volz, Kevin Ott.

HSG Rietheim-Weilheim – TV Neuhausen/Erms II 26:23 (13:15). In die ausgeglichene erste Hälfte startete die HSG Rietheim-Weilheim besser (2:0, 2. Minute). Das Schlusslicht drehte das Spiel kurzzeitig (2:3, 5. Minute), ehe der Gastgeber wieder die Führung übernahm. Wenige Minuten vor Ende des ersten Durchgangs überraschte der TV Neuhausen/Erms II, drehte das Spiel erneut und ging mit einer Führung von zwei Toren in die Kabine. „Da war die Verunsicherung klar anzumerken“, sagte Gunter Haffa, sportlicher Leiter der HSG. Die Mannschaft wollte und musste in diesem Kellerduell eine Reaktion zeigen. Dass dieser Plan aufgeht, war Anfang der zweiten Hälfte noch nicht abzusehen. Denn die Gäste machten dort weiter, wo sie aufgehört hatten und zogen sogar auf 14:18 aus HSG-Sicht davon. Haffa: „Wir haben in der zweiten Hälfte schwer ins Spiel gefunden. Was dann aber kam, war überragend.“ Angefangen mit einem starken Dorian Sauer zwischen den Pfosten kämpfte sich das Team von Alexander Job zurück ins Spiel. Sechs eigene Treffer in Serie brachten den Gastgeber wieder in Führung (19:18, 47.). In der Schlussviertelstunde ersparte die HSG Rietheim-Weilheim sich und ihren Anhängern aber einen erneuten Rückstand. Nach einem 3:0-Lauf zum 23:20 (54.) kam die TV-Zweite in eine Überzahlsituation. Mit drei weiteren Treffern nach dem 23:22-Anschluss (57.) stand dem Heimsieg aber nichts mehr im Weg. Die Gäste setzten den Schlusspunkt. „Ich bin unheimlich froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“, so Haffa. „Wir haben uns rangekämpft, nicht hängen gelassen und nicht aufgegeben.“ - HSG Rietheim-Weilheim: Thorsten Haag (3), Luca Martin (3), Jan Schutzbach (3), Tobias Haffa (2), Yoann Mattes (2), Stefan Hörcher (6), Mario Stiefel, Dorian Sauer, Marius Marquardt (3/2), Till Oeschger (4), Niklas Vorwalder.

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